Lebensdaten
1713 bis 1797
Geburtsort
Wien
Sterbeort
Bamberg
Beruf/Funktion
Uhrmacher
Konfession
katholisch
Normdaten
GND: 133946932 | OGND | VIAF: 72597619
Namensvarianten
  • Hoyß, Johann Leopold
  • Hois, Johann Leopold
  • Hoys, Johann Leopold
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Orte

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Zitierweise

Hoys, Johann Leopold, Indexeintrag: Deutsche Biographie, https://www.deutsche-biographie.de/pnd133946932.html [04.03.2021].

CC0

  • Genealogie

    V Kaspar, kaiserl. Leibkutscher in W.;
    M Eva Rosina N. N.;
    1) Bamberg 1742 Maria Gertrud ( ca. 1751), T d. Perückenmachers Joh. Kaspar Klinger u. d. Eva Klara N. N. in B., 2) ebd. 1760 Barbara Anna Eva, Wwe d. Tenoristen Joh. Lorenz Neuner in B., T d. Gemeindeschmieds Wolfg. Leimbach in Hallstadt;
    1 S, 4 T aus 1), 1 T aus 2) Cäcilia Sahina ( 1786 Joh. Georg Schmitt, Nachf. H.s als fürstbischöfl. u. domkapitelscher Uhrmacher in B.).

  • Leben

    H. erlernte 1726-32 beim Landschaftsuhrmacher Christoph Prunner in Klagenfurt das Groß- und Kleinuhrmacherhandwerk. Von 1737 an stand er 2 Jahre beim Kleinuhrmacherhandwerk in Augsburg in Arbeit. Anschließend kam er 1739 zunächst nach Nürnberg und dann – für dauernd – nach Bamberg. 1741 fertigte er da sein Meisterstück, eine große „Achttageuhr“ mit langem Pendel, einem Repetier-Schlagwerk für Viertel- und volle Stunden und mit Anzeige der Tage und Mondphasen. Die eingesessenen Meister waren gegen seine Zulassung, weil er die Herstellung von „Sackuhren“ nicht gelernt hatte. Doch beeindruckte seine vortreffliche Arbeit die fürstbischöfliche Regierung derart, daß sie das Probestück für sich erwarb. Er wurde 1742 als Großuhrmacher in das noch mit den Schlossern, Sporn- und Büchsenmachern in einer Zunft vereinigte Uhrmacherhandwerk aufgenommen. Es ist anzunehmen, daß H. sehr viel zur Verselbständigung seines Handwerks als Zunft beigetragen hat, denn der vor kurzem noch Befehdete wurde 1745 als einer der 4 geschworenen Meister der neuen Zunft aufgestellt. Höchste Anerkennung fand er 1757 durch die Berufung zum bischöflichen Hof- und domkapitelschen Uhrmacher, mit der die Zuweisung des domstiftischen Uhrrichterhauses und die Aufgabe verbunden war, für alle Uhren des Burgbereichs zu sorgen. Auch als Hofbediensteter blieb er in der Zunft, zuletzt als Altgeschworener oder Senior.

    Die in großer Zahl von H. gefertigten Tisch-, Konsol-, Stand- und Stockuhren, darunter astronomische Prunk- und mit Doppelpendeln ausgestattete Balancier -Uhren, zeichnen sich ebenso durch ihre mit vielen technischen Raffinements versehenen und vorzüglich gearbeiteten Werke aus wie durch die oft prachtvollen, mit Ornamentbeschlägen und Figurenschmuck verzierten Holzgehäuse und Unterbauten in Rokoko- und Louis-XVI-Stil. An Großuhren hat H. die Turmuhren des Alten Rathauses in Bamberg (verdingt 1750, geliefert 1766) und auf dem Marstallgebäude des Schlosses Pommersfelden (1750) gefertigt. 1754 hat er die Uhr des Bamberger Doms und 1755 die von Sankt Martin in Bamberg vollständig erneuert.

  • Werke

    Weitere W Uhren in d. Bamberger Domsakristei (Standuhr), 1765, in d. Staatsbibl. Bamberg (Standuhr), im Bayer. Nat.mus. München (Standuhr), im Bes. d. Stadt Bamberg (Hist. Mus., Altes Rathaus, u. a. prächtige Tischuhren, eine Reiseuhr u. eine Horizontal-Sonnenuhr aus Messing), im Mainfränk. Mus. Würzburg (Tischuhr mit Spielwerk), im Schloß Pommersfelden (Stockuhren mit Spielwerk v. 1769/70), im Schloß Wernstein sowie zahlr. schöne Stücke in privater Hand.

  • Literatur

    F. Leist. in: Sonntagsbl., Unterhaltungsbl. z. d. Bamberger Neuesten Nachrr., Nr. 43/44 v. 28.10. u. 4.11.1877;
    A. Schuster, Vom Bamberger „Uhrrichter“ L. H. u. s. Grabtafel, in: Bamberger Stadt- u. Landkal., 1917, S. 32-35;
    A. Ziegler, in: Die Uhrmacherkunst, 1928, S. 719 f.;
    K. Schnapp, Die Rathausuhr v. L. H., in: Fränk. Bll. f. Gesch.forschung u. Heimatpflegel, 1949, S. 63 f.;
    H. Keh, Der Bamberger Uhrrichter J. L. H., ebd. 2, 1950, S. 95 f.;
    E. Zinner, Astronom. Instrumente d. 11.-18. Jh., 1956, S. 391;
    K. Sitzmann, Künstler u. Kunsthandwerker in Ostfranken, 1957;
    ThB.

  • Autor/in

    Karl Schnapp
  • Empfohlene Zitierweise

    Schnapp, Karl, "Hoys, Johann Leopold" in: Neue Deutsche Biographie 9 (1972), S. 674 [Online-Version]; URL: https://www.deutsche-biographie.de/pnd133946932.html#ndbcontent

    CC-BY-NC-SA