Lebensdaten
1823 bis 1876
Sterbeort
Darmstadt
Beruf/Funktion
Schauspieler ; Regisseur ; Theaterdirektor
Konfession
evangelisch
Normdaten
GND: 130186554 | OGND | VIAF
Namensvarianten
  • Hoym-Söllingen, Otto von

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Zitierweise

Hoym-Söllingen, Otto von, Indexeintrag: Deutsche Biographie, https://www.deutsche-biographie.de/pnd130186554.html [16.01.2019].

CC0

  • Genealogie

    V Amandus von Hoym-Söllingen, sachsen-altenburg., Offizier, S d. Gutsbes. Ludwig August (Reichsadel 1792);
    M Luise (geboren 1795), Tochter d. Otto von Egidy (1756–1814), Marschkommissar u. Stadthptm. von Gera, u. d. Auguste Henriette Luise von Bonin;
    1) Posen (?) ca. 1847 ( ca. 1852) N. N., T d. Schauspielers Frdr. Wilh. Porth (1800–74, s. Kosch, Theater-Lex.) u. d. Josefine Klos, 2) New York 1853 Elise (1826–1904, 3] John Hehl), Schauspielerin, lebte in ihrer 3. Ehe in D., tätig b. d. Hebung d. soz. Verhältnisse d. Bühnenangehörigen (s. Kosch, Theater-Lex.), T d. Daniel Hehl (gestorben 1874), Hautboist, später Stadttürmer u. Hofchorist in Darmstadt, u. d. Charlotte Christine verwitwet Dick geboren(e) Schultheiß; kinderlos.

  • Leben

    Von Emil Devrient auf die schauspielerische Laufbahn vorbereitet, debütierte H. 1845 in Chemnitz, ging 1847 als jugendlicher Liebhaber nach Posen, 1849 nach Coburg und fand 1850 ein Engagement am Großherzogl. Hoftheater zu Weimar. Während der Revolution von 1848 für die demokratische Bewegung tätig gewesen, wanderte er 1850 nach Amerika aus, absolvierte einige Gastspiele auf deutschen Vereinsbühnen und eröffnete zusammen mit dem aus Mannheim gekommenen Schauspieler A. Pfeiffer in New York ein deutsches Theater, das nur kurze Zeit bestand. Mit seiner zweiten Frau als energischer Partnerin gründete H. 1854 das New Yorker „Stadt-Theater“, die erste deutsche Bühne in den Vereinigten Staaten von Bedeutung, deren Geldgeber und offizielle Direktoren F. Krüger und der Porzellanhändler E. Hamann waren. H., seit 1856 neben Hamann Eigentümer und Direktor, sorgte für ein anspruchsvolles Repertoire mit den Hauptwerken Shakespeares, Schillers und anderer Klassiker, die er selbst inszenierte. Seine anmutige Erscheinung und melodiöse Stimme ließen ihn zum Liebling der weiblichen Zuschauer werden, seine darstellerischen Fähigkeiten bewies er vor allem als Hamlet, Macbeth, Romeo, Marinelli, Karl Moor, Don Carlos und Wilhelm Tell. 1864 bezog das künstlerisch und ökonomisch gleichermaßen erfolgreiche Unternehmen ein neues Gebäude und wurde in „Neues Stadt-Theater“ umbenannt. Die Auftritte von Virtuosen – 1866/67 gastierte B. Dawison – verschafften dem Institut auch beim nicht deutschstämmigen Publikum einen guten Ruf. Daß H., inzwischen ein wohlhabender Mann, aus der Direktion schied, führte zum raschen Niedergang und Bankrott seiner Gründung. 1872 kehrte H., der die Verbindung zur alten Heimat durch Engagements- und Erholungsreisen bewahrt hatte, nach Deutschland zurück Obwohl kränkelnd, mochte er der Bühne nicht entsagen und wirkte 1873 in Breslau, anschließend bis 1876 als Darsteller und Oberregisseur in Nürnberg.

  • Literatur

    J. Kürschner, in: Alm. d. Genossenschaft Dt. Bühnen-Angehöriger 6, 1878;
    A. Neuendorff, Das dt. Theater in New York, Eine kulturgeschichtl. Skizze, in: Vor d. Coulissen, Original-Bll. v. Celebritäten d. Theaters u. d. Musik, hrsg. v. J. Lewinsky, II, 1882, S. 299-316;
    [M. Heinrici], Das dt. Theater in Amerika, in: Das Buch d. Deutschen in Amerika, 1909, S. 421-69;
    F. A. H. Leuchs, The Early German Theatre in New York, 1840–72, 1928;
    ders., Die Anfänge d. Dt. Theaters in der Stadt Neu-York, in: Dt. Kultur im Leben d. Völker, Mitt. d. Ak. z. wiss. Erforschung u. z. Pflege d. Deutschtums 14, 1939, S. 66-76;
    Kosch, Theater-Lex.

  • Autor/in

    Alexander Rudin
  • Empfohlene Zitierweise

    Rudin, Alexander, "Hoym-Söllingen, Otto von" in: Neue Deutsche Biographie 9 (1972), S. 672 f. [Online-Version]; URL: https://www.deutsche-biographie.de/pnd130186554.html#ndbcontent

    CC-BY-NC-SA