Lebensdaten
1601 – 1679
Geburtsort
Elbing
Sterbeort
Elbing
Beruf/Funktion
preußischer Historiker ; Geschichtsschreiber ; Historiker ; Bürgermeister ; Burggraf ; Chronist
Konfession
lutherisch
Normdaten
GND: 137633114 | OGND | VIAF: 81799774
Namensvarianten
  • Hoppe, Israel

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Zitierweise

Hoppe, Israel, Indexeintrag: Deutsche Biographie, https://www.deutsche-biographie.de/pnd137633114.html [25.06.2024].

CC0

  • Genealogie

    Aus Elbinger Fam., die zuerst 1478 mit d. Vogt Peter bezeugt ist;
    V Israel ( 1624), Ratsherr;
    M Justina Fuchs;
    1) 1624 Sophie Wider, 2) 1628 Katharina v. Dambitz;
    3 S (Ratsherren in E.), 2 T.

  • Biographie

    H. besuchte das Gymnasium in Elbing, wurde 1616 noch Soldau geschickt zur Erlernung der polnisch Sprache und nahm 1618 an einer Reise nach Warschau zum polnisch Reichstag teil. Er studierte dann 1620-22 in Rostock und Greifswald alte Sprachen und Staatswissenschaften und erhielt eine vielseitige Bildung. Reisen in Norddeutschland und Dänemark erweiterten seinen Gesichtskreis. Der Tod des Vaters 1624 rief ihn in die Heimat zurück, wo er bald leitende Stellen einnahm: 1627 wurde er Provisor der Bruderschaft von Sankt Annen und des Armenspinnhauses, 1628 Vogt, 1629 Ratherr, im gleichen Jahre auch Assessor des schwedisch Hofgerichts, 1631 Landrichter, 1632 Bürgermeister, 1634 Burggraf. Bis zu seinem Tode bekleidete er immer wieder hohe Ämter; so war er 21mal Burggraf, dabei war er viel unterwegs (72 Reisen). Als Protestant war H. während der schwedisch Besetzung in Elbing (seit 1626) schwedisch orientiert, fand aber nach dem Stuhmsdorfer Frieden (1635), an dessen Vorverhandlungen er teilnahm, sogleich den Anschluß an Polen. König Wladislaw von Polen bestätigte ihn 1636 als Burggrafen. – Obgleich durch politische Tätigkeit ausgefüllt, war H. zugleich ein Mann der Studierstube. Seine Schriften wurden nicht zu seinen Lebzeiten gedruckt, aber durch die Geschichtsforschung in ihrem Wert erkannt. Die „Geschichte des ersten schwedisch-polnisch Krieges in Preußen, 1626-36“ wurde im 18. Jahrhundert auszugsweise gedruckt, auch von Gottfried Lengnich benutzt. Das Werk ist eine Quelle ersten Ranges für die Zeit der Schwedenherrschaft in Elbing. Die 1. Niederschrift entstand noch zur Schwedenzeit, später retuschierte H. sie leicht in polnisch Sinne; das Werk wurde 1641 vollendet.

  • Werke

    Gesch. d. 1. schwed.-poln. Krieges in Preußen nebst Anhang, hrsg. v. M. Toeppen, 1887 (ohne d. Abb. u. Karten, mit biogr. Einl. S. 1-30, P);
    ungedr. (früher in d. Stadtbibl. Elbing): Fundamenta … derer Kriegskünste … (ohne originalen Wert);
    Typus reipublicae Elbingensis (Slg. v. staatspol. Qu., 1630 begonnen, b. z. Tode fortgeführt);
    Elbinger Privilegienbuch;
    Curriculum Vitae (wichtigste Qu. z. H.s Lebensgesch., d. lat. Fassung reicht bis 1656, d. dt. bis 1671).

  • Literatur

    ADB XIII;
    M. Toeppen, in: Zs. d. Westpreuß. Gesch.ver. 32, 1893, S. 27-31;
    Altpreuß. Biogr.;
    Polski slownik biograficzny IX, 1960 f.

  • Porträts

    Kupf. v. J. Bass, 1638;
    Federzeichnung v. J. Barner, Abb. in: Gesch. d. Krieges, s. W;
    Kupf. in: Acta Borussica I, T. 6, 1730.

  • Autor/in

    Kurt Forstreuter
  • Zitierweise

    Forstreuter, Kurt, "Hoppe, Israel" in: Neue Deutsche Biographie 9 (1972), S. 618 [Online-Version]; URL: https://www.deutsche-biographie.de/pnd137633114.html#ndbcontent

    CC-BY-NC-SA

  • Biographie

    Hoppe: Israel H., aus Elbing, geb. 1599, 1679, ist der namhafteste preußische Geschichtsschreiber im 17. Jahrhundert. Aus angesehener Familie stammend, legte er den Grund zu seiner vorzüglichen Geistesbildung in dem Elbinger Gymnasium, welches damals unter des Rectors Johann Mylius' Leitung in hoher Blüthe stand und zahlreiche Schüler auch aus fremden Ländern anlockte.|Im 20. Jahre bezog er die Universität Rostock. Nachdem er dann eine Reise nach Dänemark und eine zweite nach Warschau gemacht und schon im J. 1624 geheirathet hatte, widmete er sich dem Dienste seiner Vaterstadt, in welchem er 1628 zum Vogt, 1629 zum Rathsherrn und als solcher 1632 zum Bürgermeister, später zehnmal zum Präsidenten berufen wurde. Er durchlebte die Zeit des schwedisch-polnischen Krieges in Preußen 1626 ff. als gereifter Mann. Als Axel Oxenstierna am 28. März 1629 zum ersten Male Hofgericht hielt, berief er unter Anderen auch H. zum Beisitzer; die Königin Christine verlieh ihm 1634 das Amt eines königlichen Burggrafen; an den Friedensverhandlungen, welche dem Stuhmsdorfer Vertrage vorausgingen, nahm er persönlichen Antheil. Als Elbing im J. 1636 unter polnische Herrschaft zurückkehrte, bestätigte König Wladislaw IV. H. als königlichen Burggrafen. Derselbe verlieh ihm auf dem Reichstage zu Warschau am 23. Februar 1637 die Nobilität. H. war, wie seine historisch-statistisch-diplomatischen Sammlungen zeigen, ein außerordentlich fleißiger Beamter; das Amt eines königlichen Burggrafen verwaltete er 21 Mal. In dem Kreise seiner Freunde ragte Friedrich Zamehl hervor, welcher die Thaten Gustav Adolfs in lateinischen Versen, wie er selbst in einem umfangreichen Geschichtswerke verherrlichte. Dieses Werk führt den Titel: „Geschichte des vierjährigen Krieges und sechsjährigen Stillstandes zwischen Polen und Schweden“, 1626—1636 (sonst Fatum decennale Borussiae). Der Werth desselben beruht darauf, daß der Verfasser, sofern er nicht eigene Erlebnisse darstellt, überall die besten Originalberichte, sowie auch die wichtigsten Urkunden und Aktenstücke benutzen konnte. Es ist in einer mäßigen Anzahl von Handschriften verbreitet; ein Auszug ist gedruckt in den Acta Borussica 1730—32, doch ist ein vollständiger Abdruck sehr wünschenswerth.

  • Autor/in

    Toeppen.
  • Zitierweise

    Toeppen, "Hoppe, Israel" in: Allgemeine Deutsche Biographie 13 (1881), S. 115-116 [Online-Version]; URL: https://www.deutsche-biographie.de/pnd137633114.html#adbcontent

    CC-BY-NC-SA