Lebensdaten
1865 bis 1942
Geburtsort
Olpe (Westfalen)
Sterbeort
Berlin
Beruf/Funktion
Admiral
Konfession
lutherisch
Normdaten
GND: 118707019 | OGND | VIAF
Namensvarianten
  • Hopman, Albert
  • Hopmann, Albert

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Zitierweise

Hopman, Albert, Indexeintrag: Deutsche Biographie, https://www.deutsche-biographie.de/pnd118707019.html [24.10.2018].

CC0

  • Genealogie

    V Emil (1820–93), Landgerichtspräs. in Wiesbaden, S d. Bgm. u. Notars Johann u. d. Wilhelmine Vernoh;
    M Theodore (1833–90), T d. Gutsbes. August Sternenberg u. d. Bertha Springorum;
    Kiel 1900 Irmgard (1879–1964), T d. Felix Stubenrauch (1850–1931), Konteradmiral, 1901-07 Marinekommissar f. d. Kaiser-Wilhelm-Kanal, seit 1929 Seniorchef d. Fa. Stubenrauch u. Co., u. d. Mathilde Hensen; Schwägerin Gertrud Stubenrauch ( James Howaldt, * 1873, Gießereibetriebsleiter u. Teilhaber d. Howaldt-Werft in Kiel, S d. Werftunternehmers Georg, 1909, s. NDB IX);
    2 S (1 ⚔), 1 T.

  • Leben

    Einer alten Juristenfamilie entstammend, trat H. 1884 in die Marine ein. Nach verschiedenen Bordkommandos war er 1895-97 Assistent in der Abteilung A 2 (Ost- und Nordeuropa) des Oberkommandos der Marine. Nach 2jährigem Besuch der Marineakademie Kiel und Teilnahme am Boxerkrieg 1900 als Navigationsoffizier bearbeitete er im kriegsgeschichtlichen Dezernat des Admiralstabs (1901–04) die Tätigkeit der deutschen Marine in den Chinawirren. 1904/05 war er während des russisch-japanischen Kriegs bei der russischen Flotte des Stillen Ozeans attachiert. Nach mehreren Bordkommandos (1907 Fregattenkapitän, 1908 Kapitän zur See) war er 1911-15 unter Tirpitz Chef der Zentralabteilung im Reichsmarineamt. Seine Frontverwendung zwischen April 1915 und Dezember 1917 als Führer beziehungsweise Befehlshaber der Aufklärungsstreitkräfte der Ostsee (1915 Konteradmiral) war unterbrochen durch kurze Beratertätigkeit im türkischen Marineministerium (Januar-Mai 1916) und ein Kommando im Admiralstab (August-Dezember 1916 als Chef der Operationsabteilung). Dezember 1917 – nunmehr Vizeadmiral – wurde er Vorsitzender einer Interalliierten Kommission (Nateko) zur Regelung der Verkehrsverhältnisse auf dem Schwarzen Meer (Sitz März 1918 Odessa, Mai Sewastopol). November 1918 wurde er Waffenstillstandskommissar für das Schwarze Meer und das Mittelmeer, nach seiner Rückkehr Juli 1919 Mitglied einer Friedenskommission im Baltikum. Nach seiner Entlassung (1920) war er unter anderem Präsident des Deutschen Motoryacht-Verbands.

    H. galt als der Rußland-Spezialist des Admiralstabs. Als einer der fähigsten jüngeren Seeoffiziere war er mehrfach als Nachfolger Tirpitz' im Gespräch. Im Krieg hatte H. hervorragenden Anteil an der Ösel-Unternehmung Oktober 1917. Es war sein Verdienst, daß während seines Kommandos am Schwarzen Meer 1918 die gänzlich verworrenen Hafen- und Schiffahrtsbetriebe dort verhältnismäßig rasch in Ordnung gebracht wurden. In seinen in hohen Marinekreisen geschätzten Lageberichten über seine dortige Tätigkeit übte er offen Kritik an Ludendorffs Rußlandpolitik.

  • Werke

    Das Logbuch e. dt. Seeoffz., 1924;
    Das Kriegstagebuch e. dt. Seeoffz., 1925 (P).

  • Literatur

    A. v. Tirpitz, Dt. Ohnmachtpol. im Weltkriege, 1926;
    Die Mittelmeer-Division, 1928;
    Der Krieg z. See 1914–18, hrsg. v. Marine-Archiv: Der Krieg in d. Ostsee II, 1929, III, 1964;
    Neue Qu. z. Beurteilung Ludendorffs, Der Konflikt mit d. Admiralstabschef anläßlich d. dt. Schwarzmeer-Pol. im Sommer 1918, hrsg. v. W. Baumgart, in: Mil.-gesch. Mitt., 1969, H. 2;
    Von Brest-Litovsk z. dt. Novemberrevolution, Aus d. Tagebüchern, Briefen u. Aufzeichnungen v. A. Paquet, W. Groener u. A. H. März bis Nov. 1918, hrsg. v. dems., 1971 (P). - Personalakten im Bundesarchiv/Mil.archiv Freiburg i. Br.

  • Autor/in

    Winfried Baumgart
  • Empfohlene Zitierweise

    Baumgart, Winfried, "Hopman, Albert" in: Neue Deutsche Biographie 9 (1972), S. 613 [Online-Version]; URL: https://www.deutsche-biographie.de/pnd118707019.html#ndbcontent

    CC-BY-NC-SA