Lebensdaten
1893 – 1944
Geburtsort
Uerdingen/Niederrhein
Sterbeort
Dresden
Beruf/Funktion
Meteorologe
Konfession
evangelisch
Normdaten
GND: 139932682 | OGND | VIAF: 103258319
Namensvarianten
  • Hoelper, Otto

Orte

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Zitierweise

Hoelper, Otto, Indexeintrag: Deutsche Biographie, https://www.deutsche-biographie.de/pnd139932682.html [26.04.2024].

CC0

  • Genealogie

    V Otto, Konrektor;
    M Philippine Trebels.

  • Biographie

    H. studierte Physik in Freiburg und Berlin. Sein Studium wurde durch Teilnahme am 1. Weltkrieg, aus dem er mit schweren gesundheitlichen Schäden zurückkehrte, unterbrochen. Er promovierte 1919 in Münster bei G. C. Schmidt. Zu mehrjährigem Aufenthalt im Höhenluftkurort Riezlern (Allgäu) gezwungen, richtete er dort 1921 mit verständnisvoller Unterstützung M. Backers, des Chefarztes der Klinik für Gelenktuberkulose, eine physikalisch-meteorologische Station nach dem Vorbild des Dornoschen Observatoriums in Davos ein. Hier nahmen H.s Messungen der Sonnenstrahlung ihren Anfang. Er ließ bei der Firma Zeiss/Jena einen Spektrographen mit großem Auflösungsvermögen zur Registrierung kleinster Wellenlängen bauen, der, dem Dornoschen Apparat überlegen, die Intensitätsschwankungen im UV-Spektrum schnell und sicher zu messen gestattete. 1926-29 war H. in Aachen im Schuldienst. Seine Strahlungsforschung setzte er während dieser Zeit fort. 1930 wurde er Direktor des Meteorologischen Observatoriums Aachen (Nachfolger von P. Polis) und Privatdozent an der TH Aachen. 1935 übernahm er als Direktor das Meteorologische Observatorium Potsdam. 1942 an das Reichsamt für Wetterdienst in Berlin versetzt, wurde er mit verschiedenen Aufgaben betraut, zuletzt mit der Leitung des Observatoriums Wahnsdorf bei Dresden. Dem Einsatz an wechselnden Orten hielt seine geschwächte Gesundheit nicht stand.

    H.s besonderes Arbeitsfeld blieb die Messung der Sonnenstrahlung, die er zu einem physikalisch-exakten Zweig der Meteorologie zu machen sich bemühte. Langjährige Beobachtungen im ultraroten Spektralbereich aus Potsdam und Ergebnisse etlicher mitteleuropäischer Stationen aus dem Polarjahr (1932/33) wurden in den „Atmosphärischen Trübungs- und Wasserdampfbestimmungen nach Filtermessungen der Sonnenstrahlung“ (Wissenschaftliche|Abhandlungen des Reichsamts für Wetterdienst 5, Nummer 10, 1939) verarbeitet. Eine optische Methode zur Ermittlung des atmosphärischen Wasserdampfes wurde entwickelt. Der H.sche Ultraviolett-Spektrograph ermöglichte andererseits die Ausdehnung der Untersuchungen auf den Ozongehalt der hohen Atmosphäre. Die Anwendung seiner Forschungsergebnisse auf die Gesundheit des Menschen blieb H.s besonderes Anliegen.

  • Werke

    Weitere W u. a. Klimatolog. Unterss. im Allgäu, in: Zs. f. d. gesamte physikal. Therapie, 1924;
    Intensitätsverteilung im ultravioletten Sonnenspektrum, in: Zs. f. Geophysik 3, 1927;
    Unterss. üb. Sonnen- u. Himmelsstrahlung, in: Veröff. d. Meteorolog. Observatoriums Aachen, 1932;
    Sonnenstrahlung u. Himmelsstrahlung als klimat. Faktoren, in: Strahlentherapie 61, 1938;
    Über d. Absorption d. Wasserdampfes im Sonnenspektrum, in: Meteorolog. Zs. 60, 1943;
    Geschichtl. Entwicklung d. Meteorolog. Observatoriums Potsdam, ebd.

  • Literatur

    R. Süring, in: Zs. f. Meteorol. 1, 1946/47;
    Pogg. VI, VII a.

  • Autor/in

    Karl Keil
  • Zitierweise

    Keil, Karl, "Hoelper, Otto" in: Neue Deutsche Biographie 9 (1972), S. 333-334 [Online-Version]; URL: https://www.deutsche-biographie.de/pnd139932682.html#ndbcontent

    CC-BY-NC-SA