• Genealogie

    V Simon, Gutsbes.;
    M Thekla Machala;
    1) 1837 N. N. ( 1839), T d. Dr. Johann Schneditz, Gubernialrat u. Protomedikus d. Kgr. Illyrien, 2) Graz 1843 Caroline (1811–83), T d. Siegmund Edlen v. Rainer zu Harbach (1762–1815), Dir. d. Gräfl. Friesschen Güter u. Hofagent b. d. Ministerial-Banko-Deputation in Wien, u. d. Theresia Dobler;
    1 S, 1 T aus 1), 1 S, 2 T aus 2).

  • Leben

    H. studierte in Brünn und Wien Philosophie, Mathematik, Chemie und Landwirtschaft und hörte auch juristische Vorlesungen. 1830 wurde er Professor der Landwirtschaft in Wien, 1832 in Lemberg, 1834 am Lyzeum in Laibach. Seit 1840 lebte er dauernd in Graz, wo er bis 1865 eine Professur für Land- und Forstwirtschaft am Joanneum, anschließend bis 1867 an der Technischen Hochschule innehatte. Gleichzeitig (ab 1840) leitete er den von Erzherzog Johann ins Leben gerufenen landwirtschaftlichen Versuchshof in Graz und fungierte 1850-74 als Sekretär der Steirischen Landwirtschaftsgesellschaft, die unter der Ägide des Erzherzog Johann eine überaus fruchtbare wirtschaftsfördernde Tätigkeit entfaltete. Im letzten Lebensabschnitt des Erzherzogs war H. dessen wichtigster Mitarbeiter. Neben seinen organisatorischen und pädagogischen Funktionen sind H.s publizistische und wissenschaftliche Leistungen bemerkenswert. Er war Gründer und Herausgeber der „Landwirtschaftlichen Mitteilungen“, die als Wochenblatt der Gesellschaft erschienen. 1839 wurde seine „Statik des Landbaues“ von der Potsdamer Versammlung der deutschen Land- und Forstwirte preisgekrönt. H. wurde damit als ein Meister der Bodenstatik, als der damaligen Theorie der Bodenfruchtbarkeit anerkannt. Er geriet infolgedessen nach dem Erscheinen des Hauptwerks Liebigs „Die organische Chemie in ihrer Anwendung auf Agricultur und Physiologie“ (1840), in einen scharfen Gegensatz zu diesem. Die Auseinandersetzung zwischen Liebig als dem Schöpfer der Mineraltheorie und den Anhängern der Humustheorie wurde in zum Teil polemischer, von Liebig in autoritärer Form geführt. Brennpunkt des Streites war der Kohlenstoff- und Stickstoffhaushalt der Böden. Die landwirtschaftliche Praxis nahm überwiegend für die „Stickstöffler“ Partei, während die agrikulturchemische Forschung noch in den Kinderschuhen steckte. Während sich Liebig in der Folge gegenüber der Schule der Bodenstatik durchsetzte, wurde diese, und damit auch H., durch das spätere Einlenken Liebigs gerechtfertigt. 1846 erschien H.s Hauptwerk, eine 2bändige „Landwirtschaftslehre in ihrem ganzen Umfang…“ (23 Bände, 1851–53). Im selben Jahre trat er auch als Politiker hervor, und zwar als impulsiver Vorkämpfer eines freien, unbelasteten Bauernstandes. Im Sturmjahr 1848 folgte eine bauernfreundliche Propagandaschrift. 1848 war er Abgeordneter zur Frankfurter Nationalversammlung. 1861-67 war er konservativer Abgeordneter des Steirischen Landtags. Von bleibender Bedeutung sind die Schilderungen, die H. aufgrund umfassender Erhebungen durch die Zweigstellen der Landwirtschaftsgesellschaft über die damaligen Wirtschafts- und Sozialverhältnisse im Herzogtum Steiermark gesammelt hat und die als Gedenkband für den 1859 verstorbenen Erzherzog Johann veröffentlicht wurden.

  • Werke

    Weitere W u. a. Resultate d. Wirksamkeit d. k. k. Landwirtsch.ges. 1829–39, 1840;
    Die Ernährung d. Pflanzen u. d. Statik d. Landbaues, 1841;
    Beleuchtung d. organ. Chemie d. Herrn Dr. J. Liebig…, 1842;
    Die Landwirtsch, d. Hzgt. Steiermark, 1846;
    Die errungene Freiheit Deutschlands fördert die Freiheits d. Bauernstandes…, 1848;
    Wirtschaftssysteme in nat.ök., statist. u. pekuniärer Beziehung, 1851;
    Ein treues Bild d. Hzgt. Steiermark, 1860;
    Amtl. Ber. üb. d. Versammlung d. Land- u. Forstwirte b. Gelegenheit d. 50j. Jubiläumsfeier d. Steiermark. Landwirtsch.ges. im Herbst 1870, 1871.

  • Literatur

    Festschr. z. 25j. Gründungsjubiläum d. Landeskammer f. Land- u. Forstwirtsch. in Steiermark, 1954 (P);
    S. v. Frauendorfer, Ideengesch. d. Agrarwirtsch. u. Agrarpol., 1957;
    H. Haushofer, Dt. Landwirtsch. im techn. Za. (Dt. Agrargesch. V), 1963;
    Der steir. Bauer, 1966, S. 504 ff., 525;
    Wurzbach IX;
    Pogg. I.

  • Autor/in

    Sigmund Frauendorfer
  • Empfohlene Zitierweise

    Frauendorfer, Sigmund von, "Hlubek, Franz Xaver Ritter von" in: Neue Deutsche Biographie 9 (1972), S. 278 f. [Online-Version]; URL: https://www.deutsche-biographie.de/pnd116917881.html#ndbcontent

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