Lebensdaten
1830 bis 1901
Geburtsort
Halberstadt
Sterbeort
Neuchâtel (Schweiz)
Beruf/Funktion
Astronom ; Geodät
Konfession
jüdisch
Normdaten
GND: 116900261 | OGND | VIAF
Namensvarianten
  • Hirsch, Adolphe

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Zitierweise

Hirsch, Adolphe, Indexeintrag: Deutsche Biographie, https://www.deutsche-biographie.de/pnd116900261.html [18.12.2018].

CC0

  • Genealogie

    V Alexis, Handschuhmacher in H.;
    M Brünette Ilberg;
    B Max (s. 2).

  • Leben

    H. studierte Astronomie in Heidelberg, Berlin (Encke) und Wien. Danach arbeitete er an den Observatorien in Wien und in Paris (Le Verrier). Durch zufällige persönliche Verbindungen wurde er 1858 zu einem Gutachten für den Kanton Neuchâtel über die Errichtung eines für die ansässige Uhrenindustrie notwendigen Observatoriums aufgefordert, danach in die Direktion dieses künftigen Observatoriums und 1859 zu seinem Direktor berufen; 1860 konnte er den Zeitdienst aufnehmen. Außer neuen Beobachtungsmethoden und -geräten für diesen Dienst sind seine Untersuchungen der „Persönlichen Gleichung“ bei Beobachtungen (systematische Differenz zwischen Vorgang und Ablesung), einer der ersten Beiträge zur experimentellen Psychologie, sowie seine Bestimmung der Periodischen Bewegungen des Observatoriumshügels anerkannt. Sein Amt und seinen 1866 eingerichteten Lehrstuhl für Astronomie und Geophysik an der Akademie zu Neuchâtel versah er bis zu seinem Tode; aus seiner Tätigkeit gingen viele Publikationen hervor, darunter zahlreiche informatorischen Charakters im Bulletin de la Société neuchâteloise des sciences naturelles. – Als 1861 der preußische General J. J. Baeyer zur Gründung der 1862 ins Leben gerufenen „Mitteleuropäischen Gradmessung“ – der ersten internationalen wissenschaftlichen Vereinigung – aufrief, wurde in der Schweiz die Schweizerische Geodätische Kommission gegründet, deren Gründungsmitglied und Sekretär H. wurde; hier hat er Anteil an entscheidenden Arbeiten, nämlich dem Präzisionsnivellement, den Basismessungen und den Bestimmungen von Längendifferenzen. – 1866 in Neuchâtel bei der Sitzung der „Internationalen Erdmessung“, in die die „Mitteleuropäische Gradmessung“ übergegangen war, wurden C. Bruhns (Leipzig) und H. deren Sekretäre, und 1886-1900 war H. der alleinige Ständige Sekretär. Seine Hauptleistungen waren der Aufbau der praktischen Arbeiten nach dem von ihm mitgeschaffenen Muster in der Schweiz und die Herausgabe der bis heute mustergültigen Berichte (12 Bände, 1887–99). – Als Folge der internationalen geodätischen Zusammenarbeit wurde 1875 die Internationale Meterkonvention in Paris geschlossen; H. wurde auch hier Ständiger Sekretär. – Eine seiner letzten Initiativen führte zum Anschluß der Schweiz an die Mitteleuropäische Zeit.

  • Werke

    Weitere W u. a. Rapports annuels du directeur de l'Observatoire cantonal à la Comm. d'inspection, 1860-99;
    Rapports annuels du directeur de l'Observatoire cantonal de Neuchâtel au Conseil d'Etat sur les concours des chronomètres, 1875-1901;
    Procès-verbaux des séances de la Comm. géodésique suisse, 1863-92;
    Comptes rendus des Conférences générales et de la Comm. permanente de l'Association géodésique internat., 1887-98;
    Procès-verbaux des sessions annuelles du Comité internat. des poids et mesures, 1875-1900;
    Comptes rendus des Conférences générales des poids et mesures, 1889 u. 1895;
    Rapports aux gouvernements signataires de la Convention du mètre I-XVI, 1877-93. -
    Zahlr. Publ. in Fach.zss.

  • Literatur

    R. Gautier, in: Astronom. Nachrr. 155, 1901;
    E. Legrandroy, in: Bull. Soc. neuchâteloise des sciences naturelles 29, 1901 (P);
    (E. Quartier - La Tente), L'observatoire cantonal neuchâtelois, 1858-1912, Souvenir de son cinquantenaire et de l'inauguration du pavillon Hirsch, 1912;
    R. Gautier, in: Procès-Verbal de la Comm. géodésique Suisse, 1901;
    Pogg. III, IV.

  • Autor/in

    Gottlob Kirschmer
  • Empfohlene Zitierweise

    Kirschmer, Gottlob, "Hirsch, Adolphe" in: Neue Deutsche Biographie 9 (1972), S. 205 [Online-Version]; URL: https://www.deutsche-biographie.de/pnd116900261.html#ndbcontent

    CC-BY-NC-SA