Lebensdaten
1855 - 1928
Geburtsort
München
Sterbeort
Berlin-Schöneberg
Beruf/Funktion
Ingenieur ; Unternehmer
Konfession
katholisch
Normdaten
GND: 139927883 | OGND | VIAF: 102757842
Namensvarianten
  • Hildebrand, Heinrich

Orte

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Zitierweise

Hildebrand, Heinrich, Indexeintrag: Deutsche Biographie, https://www.deutsche-biographie.de/pnd139927883.html [09.05.2021].

CC0

  • Genealogie

    V Karl (1822–75), Glasermeister, später Glaswaren- u. Spiegelfabr. in M., S d. Glasermeisters Gottlieb u. d. Ursula Huber;
    M Magdalena (1828-n. 1882), T d. Weißgerbermeisters Franz Xaver Schwarzmann in M. u. d. Rosalia Ortler;
    ⚭ Maria (* 1856), T d. Friedhofsaufsehers Joh. Settele in M. u. d. Anna Seidl;
    S Fritz (1886-n. 1935), Inh. e. Privatlaboratoriums in B., untersuchte u. a. Wachstumsförderung von Pflanzen durch elektr. Kurzwellenbestrahlungen (s. Rhdb., P).

  • Leben

    H. studierte Maschinenbau in München. Er wirkte zuerst für die Einführung des Fahrrades in Deutschland und gründete auch den Deutsch-Österreichischen Velociped-Bund (später mit dem Norddeutschen Bund zum Deutschen Radfahrerbund vereinigt). Als Redakteur des „Radfahr-Humors“ beschäftigte ihn der Gedanke des Motorrades. 1889 machte er zusammen mit seinem Bruder Wilhelm erste Versuche mit einem kleinen Dampfmotor in einem Niederrad. 1892 baute er mit Alois Wolfmüller als eigentlichem Konstrukteur und Hans Geisenhof ein Zweirad mit Zweizylinder-Viertakt-Motor und nannte es als erster „Motorrad“. Im März 1894 begann H. die Serienfertigung dieses Motorrades in München in seiner Firma „Motorfahrrad-Fabrik H. & Wolfmüller“, deren Belegschaft bald auf 1000 Arbeiter und Angestellte anwuchs. Die beste Tagesleistung betrug 10 Maschinen. H. führte sein Motorrad am 5./6. Juni 1894 auf der Münchner Rennbahn am Schyrenplatz zum ersten Male öffentlich vor. Der Preis war zuerst 850, später 1200 Mark. Lizenzbau erfolgte in Frankreich unter dem Namen „La Petrolette“. Die Firma ging aber im Oktober 1895 in Liquidation, da die Motorräder noch mangelhaft waren. Bis dahin wurden Motorräder im Werte von 2 Millionen Mark gebaut.

    H. siedelte danach nach Berlin-Wilmersdorf über und begann Versuche mit Kohlensäure-Motoren für Flugzeuge und Luftschiffe. 1898 ließ er in München als erster eine Flugmaschinenfabrik handelsgerichtlich eintragen. 1921-25 produzierte er in seiner „Auto-Motoren-Industrie GmbH“ Berlin-Schöneberg (AMI) einen kleinen Fahrrad-Hilfsmotor und ein Motorfahrrad mit Tretkurbeln.

  • Literatur

    M. Rauck, Wie d. Motorrad entstand, in: Das Schnauferl, 1953, Mai;
    ders., ebd. 1955, Okt.;
    Braunbeck's Sport-Lex., 1910 (P).

  • Autor/in

    Hans Christoph Graf von Seherr-Thoß
  • Empfohlene Zitierweise

    Seherr-Thoß, Hans Christoph Graf von, "Hildebrand, Heinrich" in: Neue Deutsche Biographie 9 (1972), S. 123 [Online-Version]; URL: https://www.deutsche-biographie.de/pnd139927883.html#ndbcontent

    CC-BY-NC-SA