Lebensdaten
1794 bis 1862
Geburtsort
Glogau (Niederschlesien)
Sterbeort
Berchtesgaden (Oberbayern)
Beruf/Funktion
Verleger
Konfession
jüdisch
Normdaten
GND: 119348071 | OGND | VIAF
Namensvarianten
  • Heymann, Carl
  • Heymann, Karl

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Zitierweise

Heymann, Carl, Indexeintrag: Deutsche Biographie, https://www.deutsche-biographie.de/pnd119348071.html [21.04.2019].

CC0

  • Genealogie

    V Maximilian, Buchhändler, Antiquar u. Leihbibliothekar in G.;
    M N. N.;
    1819 Johanna Laskewitz (1800–87), aus Lissa (Posen); 5 Söhne, unter anderem, und andere Theodor (1823–78), Teilhaber(in) d. väterlich(erseits) Verlags, seit 1849 selbständig Verleger in Berlin, 5 Töchter, unter anderem, und andere Ottilie (verheiratet doctor medicinae Adolph Loewenstein); Enkel(in) Otto Loewenstein (1841–96, evangelisch), doctor philosophiae, Buchhändler, 1871-96 Inhaber(in) d. Verlags Carl Heymann.

  • Leben

    Nach Teilnahme an den Befreiungskriegen gründete H. 1815 in Glogau eine Buchhandlung, der er nach einigen Jahren einen Verlag angliederte. Das Unternehmen machte alsbald mit populär- und militärhistorischen Werken auf sich aufmerksam; gleichzeitig wurde der Bestand auf rechts- und staatswissenschaftliche Werke erweitert, die mehr und mehr einen wesentlichen Schwerpunkt der Verlagsproduktion bildeten. Die erfolgreiche Entwicklung seines Unternehmens veranlaßte H. 1835 zur Übersiedlung nach Berlin. Mit der „Kameralistischen Zeitung für die Königlich preußischen Staaten“ verlegte er eine der ersten deutschsprachigen Fachzeitschriften für Verwaltungsrecht und -praxis. Mit dem „Justiz-Ministerialblatt für die Preußische Gesetzgebung und Rechtspflege“ begründete er die große Zahl amtlicher und halbamtlicher Zeitschriften, die der nach ihm benannte Verlag bis zum heutigen Tage verlegerisch betreut. Seit 1846 gab H. die Entscheidungen des Obertribunals heraus und begründete damit eine weitere Tradition seines Hauses als Verlag der amtlichen Entscheidungssammlungen oberster Gerichte.

    H. gehörte zu den erfolgreichen Buchhändlern und Verlegern, die das zwischen 1804 und 1815 zerstörte, viel gerühmte dezentralisierte Vertriebssystem des deutschen Buchhandels wieder aufbauten, auf das die frühe Verbreitung der literarischen Kultur in Deutschland zurückgeführt wird. Er begründete einen der bedeutenden wissenschaftlichen Verlage Deutschlands, der, heute als Carl Heymanns Verlag KG, Köln-Berlin, seit über 150 Jahren der Verbreitung der Lehre der Rechts- und Staatswissenschaften dient und die Erfahrungen der Verwaltungspraxis allen interessierten Kreisen zugänglich macht.|

  • Auszeichnungen

    KR (1846).

  • Literatur

    P. Oertmann, Bürgerl. Recht in C. H.s Verlag, Ein Festgruß z. 100j. Jubiläum, 1915 (P);
    C. H.s Verlag Berlin, Zum Gedenktage d. 100j. Bestehens d. Buchhandlung, 1915 (P);
    R. Schmidt, Dt. Buchhändler, Dt. Buchdrucker, III, 1905;
    N. Reuter, 150 J. C. H.s Verlag, in: Recht im Wandel, 1965.

  • Autor/in

    Niels Reuter
  • Empfohlene Zitierweise

    Reuter, Niels, "Heymann, Carl" in: Neue Deutsche Biographie 9 (1972), S. 89 f. [Online-Version]; URL: https://www.deutsche-biographie.de/pnd119348071.html#ndbcontent

    CC-BY-NC-SA