• Leben

    Henning: Aegidius H., populärer geistlicher Schriftsteller, wurde um das J. 1630 zu Herborn als der Sohn eines Hofpredigers geboren. Nachdem er zu Groningen und Bremen Theologie studirt, wurde er zuerst Pfarrer zu Mittelbuchen und 1665 zu Eichen, beide im Hanau'schen, an welch letzterem Orte er auch um das J. 1682 gestorben ist. Weitere Nachrichten über ihn fehlen gänzlich. Unter seinen Schriften, welche sich ihrer Zeit einer großen Beliebtheit erfreuten, sind „Mischmasch oder ... Kurzweilige Einfälle und Betrachtungen“ (Frankfurt 1665); „370 geistliche und sinnreiche Wahrheiten“ (ebendas. 1667) und die „Bauern-Anatomie“ (ebend. 1674) besonders hervorzuheben. Dir beiden ersteren enthalten anekdotische kurzweilige Erzählungen und Schwänke, die nicht selten in derben Ausdrücken sich bewegen. Die letzte schildert auf höchst ergötzliche Weise die Arglist, Bosheit, Schalkheit und ganz besonders die Grobheit der Bauern der damaligen Zeit „unpartheisch zu jedermanns Warnung"; alle drei aber sind ungemein reich an lateinischen und besonders deutschen Sprüchwörtern und Redensarten, die zum Theil zu den selteneren gehören, die zweite Schrift allein zählt deren 178, darunter auch einige sog. apologische Sprüchwörter.

    • Literatur

      Jöcher II, 1492. Strieder, Hessische Gelehrtengeschichte, V, 453—57 (mit Verzeichniß seiner sämmtl. Werke).

  • Autor/in

    J. Franck.
  • Empfohlene Zitierweise

    Franck, Jakob, "Henning, Aegidius" in: Allgemeine Deutsche Biographie 11 (1880), S. 774 [Online-Version]; URL: https://www.deutsche-biographie.de/pnd128727373.html#adbcontent

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