Lebensdaten
1875 bis 1950
Geburtsort
Vilsbiburg bei Landshut (Niederbayern)
Sterbeort
Erlangen
Beruf/Funktion
Orientalist ; Arabist ; Islamkundler
Konfession
katholisch
Normdaten
GND: 11668433X | OGND | VIAF: 66724768
Namensvarianten
  • Hell, Joseph
  • Hell, J.
  • Hell, Josef

Quellen(nachweise)

Orte

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Zitierweise

Hell, Joseph, Indexeintrag: Deutsche Biographie, https://www.deutsche-biographie.de/pnd11668433X.html [28.02.2021].

CC0

  • Genealogie

    V Joseph (1835–98), Zimmermeister in V., S d. Wegemachermstr. Georg in V. u. d. Elisabeth Einhell;
    M Maria (1835–1923), T d. Zimmermanns Schmidt in Geisenhausen u. d. N. N. Steckenbühler;
    Augsburg 1912 Regina, T d. Aug. Ortlieb (1857–1920), Uhrmachermstr. u. Kaufm. in Augsburg, u. d. Therese Mair;
    1 T.

  • Leben

    H. studierte bei F. Hommel 1896-98 in München Semitische Philologie. Da er sich vor allem der arabische Sprache und Literatur widmen wollte, unternahm er 1898-99 eine Reise nach Ägypten, Palästina und Syrien und studierte während eines fast einjährigen Aufenthalts in Beirut bei P. Louis Cheikho. Er setzte sein Studium in München fort, wo er 1900 promoviert wurde. Nach weiteren 2 Studiensemestern bei Eduard Sachau in Berlin habilitierte er sich 1903 in München ( 1908 Titular- Professor).1911 wurde er als außerordentlicher Professor für Orientalische Philologie nach Erlangen berufen und 1913 zum Ordinarius (später auch zum Geheime(r) Regierungsrat) ernannt. – H. betätigte sich vorwiegend auf dem Gebiet der altarab. Dichtung, auf die Hommel sein Interesse frühzeitig hingelenkt hatte. Als Herausgeber und Übersetzer beschäftigte er sich zuerst mit al-Farazdaḳ, einem Dichter der Omayyadenzeit (7./8. Jahrhundert), von dessen Werk er unbekannte Teile in Faksimile veröffentlichte (Der Diwan des Farazdaḳ, 2. Hälfte, I, 1900, II, 1901) und um dessen sprachliche und inhaltliche Interpretation er sich in seiner Dissertation (Al-Farazdaḳ's Lobgedicht auf al-Walîd Ibn Jazîd, 1902) wie in seiner Habilitationsschrift (Al-Farazdaḳ's Lieder auf die Muhallabiten, 1903 u. in Zeitschrift der Deutschen Morgenländischen Gesellschaft, 1905/06) bemühte.

    Später edierte er die 1910 von ihm in Kairo entdeckten Handschriften eines Buches über altarab. Dichter und mehrerer Diwane von Dichtern des Stammes der Hudhailiten, die er auch übersetzte (Al-Ğumaḥî, Die Klassen der Dichter, 1916; Der Diwan des Abu Ḏu'aib, 1926; Neue Hudhailiten-Diwane, 1933). Obgleich er in seinen Editionen den Text der Handschriften unter Verzicht auf eigene Textkritik wiedergab und seine Übersetzungen arabische Verse in Bezug auf das sprachliche und inhaltliche Verständnis nicht immer überzeugen, hat er doch die Kenntnis altarab. Poesie gefördert. – Er verfaßte ferner allgemeinverständliche Schriften zur arabisch-islamischen Kulturgeschichte, zur Religionsgeschichte des Islam und zur arabischen Dichtung und unterstützte den Erlanger Physiker Eilhard Wiedemann als Interpret arabischer Texte. H.s Übersetzungen persisch geschriebener Vierzeiler des indischen Dichterphilosophen Muḥammed Iqbāl ( 1937) waren bei seinem Tod nicht abgeschlossen und blieben ungedruckt.

  • Werke

    Weitere W Das Leben d. Farazdak u. s. Loblied auf al-Walîd Ibn Jazîd, 1903;
    Die Kultur der Araber, 1910, 21919, engl. Calcutta 1926;
    Der Islam u. d. abendländ. Kultur, 1915;
    Von Muḥammed bis Ghazālī, 1915, 21923;
    Die arab. Dichtung im Rahmen d. Weltlit., 1929;
    Al-'Abbās Ibn al-Ahnaf, der Minnesänger am Hofe Hārūn ar-Rašīd's, Islamica II. W-Verz. in: J. D. Pearson, Index Islamicus, Cambridge 1958.

  • Literatur

    J. Fück, Die arab. Stud. in Europa, 1955, S. 317 f.;
    Rhdb. (W, P).

  • Portraits

    2 Ölgem. v. F. Herpfer-München (im Bes. v. Dr. Aischa Hell, Augsburg);
    Phot. in: O. A. Farrukh, The Poets Laureate of the Umayyad Court, 2Beirut 1950.

  • Autor/in

    Hans Wehr
  • Empfohlene Zitierweise

    Wehr, Hans, "Hell, Joseph" in: Neue Deutsche Biographie 8 (1969), S. 473 [Online-Version]; URL: https://www.deutsche-biographie.de/pnd11668433X.html#ndbcontent

    CC-BY-NC-SA