• Leben

    Held: Henrich H., Dichter. Ueber sein Leben fehlt es an Nachrichten; das Meiste ist aus Andeutungen in seinen Schriften und denen gleichzeitiger Dichter (Joh. Franck, Poet. Werke) zu ermitteln. Geb. 161? zu Guhrau in Schlesien studirte er etwa von 1637—40 in Königsberg, wo er mit Joh. Franck und Andreas Tscherning befreundet war. Er verweilte um 1643 in Frankfurt a. O.; dort rüstete er sich (spätestens im Sommer 1645) zu einer Reise nach Holland; im Sommer 1647 hielt er sich in Rostock auf. Angeblich ist er später Juris Practicus in seiner Vaterstadt gewesen. Sein Todesjahr ist unbekannt: die Angaben schwanken zwischen der nach dem Vorstehenden unhaltbaren Jahreszahl 1643 und 1661. — 1643 gab er zu Frankfurt a. O. eine Sammlung „Deutscher Gedichte Vortrab“ heraus, die 1649 mit neuem Titelblatt erschien. Die Berichte über andere Schriften (Poet. Lust und Unlust als Vorrede der Satire Hanswurst beigefügt; neu erfundene Prosodia) sind unsicher. — Außer zahlreichen Gelegenheitsgedichten hat er geistliche Lieder verfaßt, die zum Theil nur durch die Crügerschen Gesangbücher von 1659 und 1664 überliefert sind. Einige haben sich bis zur Gegenwart in Gebrauch erhalten.

    • Literatur

      Vgl. Koch, Geschichte des Kirchenliedes I, 3. S. 55. Mützell, Geistliche Lieder der evangel. Kirche a. d. 17. Jahrhundert, I. S. 320, 326. Neues Lausitz. Magazin, Bd. 53 (1877), S. 13, 21, 29, 56.

  • Autor/in

    Jentsch.
  • Empfohlene Zitierweise

    Jentsch, "Held, Heinrich" in: Allgemeine Deutsche Biographie 11 (1880), S. 680 unter Held, Henrich [Online-Version]; URL: https://www.deutsche-biographie.de/pnd128486740.html#adbcontent

    CC-BY-NC-SA