Dates of Life
um 1580 – 1641 oder 1654
Place of death
wohl Hamburg
Occupation
Bildhauer ; Architekt
Religious Denomination
lutherisch
Authority Data
GND: 135688418 | OGND | VIAF: 23363768
Alternate Names
  • Heitrider, Henning
  • Heidtrieder, Henni
  • Heidtrieder, Henning
  • more

Places

Map Icons
Marker Geburtsort Place of birth
Marker Wirkungsort Place of activity
Marker Sterbeort Place of death
Marker Begräbnisort Place of interment

Localized places could be overlay each other depending on the zoo m level. In this case the shadow of the symbol is darker and the individual place symbols will fold up by clicking upon. A click on an individual place symbol opens a popup providing a link to search for other references to this place in the database.

Citation

Heidtrieder, Henning, Index entry in: Deutsche Biographie, https://www.deutsche-biographie.de/pnd135688418.html [26.04.2024].

CC0

  • Genealogy

    Vermutl. aus Handwerkerfam. in H.;
    N. N.;
    3 S, 3 T (5 1618-22 u. 1637/40 in H. getauft); - Verwandtschaft mit d. 1629 f. d. schwed. Hof tätigen Maler Henning Heidtridare ist bisher nicht erwiesen.

  • Biographical Presentation

    Seine Ausbildung als Steinbildhauer dürfte H. in Norddeutschland, nach seinem Stil zu schließen, etwa in Hamburg selbst (nach Bethe) oder in Niedersachsen (nach Stork) erhalten haben. Während seiner Tätigkeit für die Residenzen des Herzogshauses von Schleswig-Holstein-Gottorf war er in Kiel (mindestens 1611-15) und in Husum ansässig. 1620 erwarb er in Hamburg Haus und Bürgerrecht. 1626-31 lebte er in Lübeck. 1628 kaufte er ein Haus in Kiel und bewohnte es später auch. 1637-41 ist er wieder in Hamburg nachweisbar; 1654 werden seine Erben genannt.

    Die ersten gesicherten Arbeiten H.s sind 4 Kamine, die er 1612-15 im Auftrag des Herzogs Johann Adolf von Gottorf für das Schloß vor Husum, den für die Herzogin Augusta bestimmten Witwensitz, schuf (ein Kamin jetzt in Berlin, Staatliche Museen). Die Einfassungen verbinden Sandstein- mit Alabasterskulpturen. – Anhalt für die Beurteilung seiner Kunst als Architekt gibt allein das (nur in|Abbildungen überlieferte) Dammtor in Hamburg. Am Husumer Torhaus war er zugleich als Baumeister und als Bildhauer tätig. H.s Bildhauerkunst ist erkennbar besonders an den zwei bedeutendsten der insgesamt 6 Husumer Kamine; die übrigen sind Gesellenarbeit oder entstammen einer anderen Werkstatt. H. folgt der am Ende des 16. Jahrhunderts in Norddeutschland gewonnenen Synthese niederländischer und italienischer Tendenzen, einem eklektischen Manierismus. Doch liegt in seiner empfindsamen Eleganz eine persönliche Note. Seine Bildmotive sind nach allgemeiner Praxis graphischen Vorlagen nachgeschaffen, originell aber sind die dekorativen Arbeiten an den Kaminen.

  • Works

    Weitere W, bezeugt Steinskulpturen f. d. Kieler Schloß, 1612, darunter Brunnenaufsatz, Löwenfigur, Alabaster-Kinderfigur, wohl auch Alabaster-Bildtafeln f. d. Altar d. Schloßkapelle, Portaleinfassung (alles verloren);
    Sarkophag f. Heinr. Rantzau, 1612 (Breitenburg, Schloßkapelle);
    Dammtor in Hamburg, 1622-24 (abgebrochen 1817);
    hölzerner Altar in Oldesloe, 1634 bezahlt (Reste erhalten);
    Skulpturen f. d. Altar d. Katharinenkirche, Hamburg, 1638-40 (verloren). -Zuschreibungen: Torhaus u. Parktor d. Husumer Schlosses, 1612 (Riewerts), Löwenfigur ebd. (Siebel);
    Alabasterskulpturen: Anbetung d. Hirten (Schleswig, Landesmus.), Susanne im Bade (Flensburg, Städt. Mus.) (Riewerts - Stork), Moseskopf (Hamburg, Mus. f. Kunst u. Gewerbe) (Schwindrazheim);
    - Unsicher: Grabmal Reventlow, 1608 (Lütjenburg/Holstein), Epitaph Heldt, 1609 (Meldorf, Dithmarsch. Landesmus.), Epitaph aus Neustadt/Holstein (Reste Schleswig, Landesmus.) (Scheffler);
    Epitaphien Christian u. Ahlefeldt, 1616 u. 1617 (Eckemförde), Epitaph Aissema ( 1634) (Buxtehude) (Bethe);
    Kaminsturz (Hamburg, Catharinenstr. 18) (Nabel).

  • Literature

    H. Schwindrazheim, Plastik in Hamburg, in: Zs. f. Hamburg. Gesch. 31, 1930, S. 154-60;
    H. Bethe, in: Nordelbingen 7, 1931, S. 184-205;
    K. Stork u. Th. Riewerts, Zu H. H., ebd. 13, 1937, S. 265-85 (L);
    W. Scheffler, Zu H. H., ebd. 17/18, 1942, S. 290-97;
    U. Nabel, Ein unbek. Werk v. H. H. in Hamburg, in: Hamburg. Gesch.- u. Heimatbll. 8, 1934/35, S. 160-62;
    Kunstdenkmäler d. Landes Schleswig-Holstein, Kr. Husum, 1939, Kr. Eckernförde, 1950, Stadt Schleswig, Dom, 1966;
    H. Siebel, H. H. u. s. Husumer Werke, in: Die Heimat, Neumünster 62, 1955, S. 111-13;
    O. Neumann, Baugesch. d. Schlosses Breitenburg, in: Steinburger Jb. 8, 1964, S. 7-12;
    C.-H. Seebach, Das Kieler Schloß, 1965;
    ThB (L).

  • Author

    Ernst Schlee
  • Citation

    Schlee, Ernst, "Heidtrieder, Henning" in: Neue Deutsche Biographie 8 (1969), S. 254-255 [online version]; URL: https://www.deutsche-biographie.de/pnd135688418.html#ndbcontent

    CC-BY-NC-SA