Lebensdaten
1878 bis 1963
Geburtsort
Brieg (Schlesien)
Sterbeort
Berlin-Frohnau
Beruf/Funktion
Jurist
Konfession
evangelisch
Normdaten
GND: 11870947X | OGND | VIAF
Namensvarianten
  • Hedemann, Justus Wilhelm Erdmann
  • Hedemann, Wilhelm
  • Hedemann, Justus Wilhelm Erdmann

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Zitierweise

Hedemann, Wilhelm, Indexeintrag: Deutsche Biographie, https://www.deutsche-biographie.de/pnd11870947X.html [16.12.2018].

CC0

  • Genealogie

    V Wilhelm (1835–91), Landgerichtsdir. in Görlitz, S d. Apothekenbes. Wilhelm u. d. Adolfine Cohn;
    M Anne (1851–1928), T d. Kaufm. Robert Beyer u. d. Ida Schmidt;
    - 1) 1902 Hedwig (1879–1942), T d. Fabrikbes. Konradin Hoffmann in Görlitz u. d. Emilie Tscherner, 2) 1944 Ottilie (* 1901), T d. Dr. med. Frdr. Leonhard Heubner in Leisnig u. d. Ida Marg. Jesch; Groß-Ov d. Ehefrau Otto Heubner ( 1926), Prof. d. Kinderheilkde.;
    1 S aus 1).

  • Leben

    Nach Studien in Leipzig, Lausanne, Berlin und Breslau habilitierte sich H. 1903 in Breslau als Schüler Otto Fischers mit einer Arbeit über „Die Lehre von der Vermutung nach dem Recht des Deutschen Reiches“. 1906 folgte er einem Ruf nach Jena, wo er zunächst als außerordentlicher, von 1909-36 als ordentlicher Professor und daneben 1906-13 als Oberlandesgerichtsrat wirkte. In jenen Jahren begründete er seinen Ruhm als akademischer Lehrer und Forscher, der ihn 1936 nach Berlin auf die ordentliche Professur für Bürgerliches Recht, Wirtschaftsrecht und Privatrechtsgeschichte führte (Emeritierung 1946).

    Es gibt kaum ein Gebiet des Privatrechts, auf dem H. nicht befruchtend und anregend gearbeitet hätte. Seine ersten Schriften behandeln vorwiegend zivilrechtliche Probleme mit|starker Berücksichtigung rechtsvergleichender und historischer Aspekte. Das „Werden und Wachsen im bürgerlichen Recht“ (1913) lag ihm besonders am Herzen. Dadurch kam er zwangsläufig zur neueren Privatrechtsgeschichte, der er in seinen „Fortschritten des Zivilrechts im 19. Jahrhundert“ (I 1910, II, 1 1930, II, 2 1935) ein bis heute unübertroffenes, durch Materialreichtum und übernationale Fragestellung ausgezeichnetes Werk schenkte. Der gleiche Scharfblick für Entwicklungstendenzen im Recht kennzeichnet H.s Arbeiten zum Wirtschafts- und Arbeitsrecht. 1917 gründete er mit Hilfe der Zeiss-Stiftung das Jenenser Institut für Wirtschaftsrecht, das er 20 Jahre lang leitete und dessen „Schriften“ (1920-36) und „Mitteilungen“ (1921-37) er als Herausgeber betreute. Seit 1919 war H. Mitglied des Ausschusses zur Schaffung eines einheitlichen Arbeitsrechts, 1933 wurde er zum Vorsitzenden des Ausschusses für „Personen-, Vereins- und Schuldrecht“ in der Akademie für Deutsches Recht berufen. Auch als akademischer Lehrer hatte H. viel Erfolg, sowohl durch seinen fesselnden Vortrag, als auch durch seine meisterhaften Lehrbücher.

  • Werke

    Weitere W u. a. Einführung in d. Rechtswiss., 1919, 21927;
    Schuldrecht d bürgerl. Gesetzbuches, 1921, 31949;
    Sachenrecht d. bürgerl. Gesetzbuches, 1924, 31960 (span., mit Einarbeitung d. span. Rechts);
    Reichsgericht u. Wirtsch.recht, 1929;
    Die Flucht in d. Generalklauseln, 1933;
    Dt. Wirtsch.recht, 1939, 21943. - Verz. in Festschrr. s. L.

  • Literatur

    Festschr. J. W. H. z. 60. Geb.tag, 1938 (W, P);
    H. Lehmann, in: Zs. d. Ak. f. Dt. Recht 5, 1938, S. 310 f.;
    Recht u. Wirtsch., Festschr. f. J. W. H. z. 80. Geb.tag, 1958 (W, P);
    W. Siebert, in: Jurist. Rdsch., 1958, H. 7, S. 253 f.;
    K. Lange, ebd., 1963, H. 11, S. 417 f.;
    A. Hueck, in: Recht d. Arb. 16, 1963, H. 5, S. 183 f.;
    W. Felgentraeger, in: Zs. f. d. gesamte Fam.recht 10, 1963, S. 341.

  • Autor/in

    Werner Ogris
  • Empfohlene Zitierweise

    Ogris, Werner, "Hedemann, Wilhelm" in: Neue Deutsche Biographie 8 (1969), S. 187 f. [Online-Version]; URL: https://www.deutsche-biographie.de/pnd11870947X.html#ndbcontent

    CC-BY-NC-SA