Lebensdaten
1786 bis 1878
Geburtsort
Eschwege
Sterbeort
Berlin
Beruf/Funktion
Kupferschmied ; Industrieller
Konfession
evangelisch
Normdaten
GND: 135687357 | OGND | VIAF
Namensvarianten
  • Heckmann, Carl-Justus

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Zitierweise

Heckmann, Carl-Justus, Indexeintrag: Deutsche Biographie, https://www.deutsche-biographie.de/pnd135687357.html [19.12.2018].

CC0

  • Genealogie

    V Heinrich (1762–90), S d. Joh. Christoph, beide Kupferschmiedemeister in E., u. d. Dorothea Cath. Baldewein;
    M Marg. Elisabeth Gebauer;
    Stief-V (seit 1791) Kupferschmied Nic. Wolff;
    - Berlin 1822 Friederike Wilh. (1801–67), T d. Klempnermstr. George Frdr. Reichnow in B. u. d. Dor. Sophia Wägen;
    4 S, 4 T, u. a. August (1822–96), GKR, Friedrich (1836–1907), beide Mitinhaber d. väterl. Firma;
    E Paul (1849–1910), GKR, Mitinhaber d. Fa., Gründer d. Arbeitgeberverbands, Georg (1851–1918), Baurat, Chemiker, Reinhold (* 1873), Dir. d. Fa. (s. Wenzel), Johannes (* 1876), Dr. iur., Teilh. u. Mitinhaber d. Maschinenfabrik u. Apparatebauanstalt Frdr. Heckmann in B. u. Breslau (s. Wenzel; Rhdb., P), Clara ( Hugo Licht, 1841–1923, Architekt, Leiter d. Hochbauamts Leipzig, s. ThB);
    Ur-E Werner (* 1892), Dir. d. Berg-Heckmann-Selve AG.

  • Leben

    Nach der Erlernung des Kupferschmiedehandwerks und nach Wanderjahren durch Süddeutschland, Österreich und Ungarn kam H. nach Berlin, wo er zunächst als Geselle arbeitete, sich dann aber als Meister eine Werkstatt einrichtete. Nicht nur ein fähiger Techniker, sondern auch aufgeschlossen für die gewerbliche und ökonomische Entwicklung der Zeit, löste sich H. bald vom handwerklichen Kleinbetrieb und dehnte seine Werkstatt zu einem Industrieunternehmen aus. Er übernahm nicht nur schwierige Aufträge, auch solche großer Dimensionen, deren Herstellung Geschick und Erfahrung verlangte, sondern er untersuchte zuvor stets die Eigenschaften des Werkstoffes und die der Stoffe, die seine Apparate durchlaufen sollten, die Verfahrenstechnik und die ökonomischen Ergebnisse seiner Konstruktionen. – Die ersten Aufträge bekam H. von der Spiritus- und Zuckerindustrie. Er baute unter anderem einen kurz zuvor patentierten Destillierapparat für den Brennereitechniker J. H. Pistorius und führte zugleich Verbesserungen daran aus, die den Ertrag erhöhten. So verwendete er anstatt offenen Feuers Heizschlangen für die Beheizung. Weiterhin verbesserte er Anlagen zum Eindicken von Rübenzuckersaft: Die bisher linsenförmigen Apparate konstruierte H. kugelförmig. Bislang war die Größe der Verdampfer durch die Länge der Walzen für die zu verarbeitenden Kupferbleche bestimmt gewesen, nunmehr ließ er die Blechtafeln mit Schlaglot hartlöten und dann blankhämmern, ein Verfahren, dessen Anwendung auch zu wirtschaftlichem Erfolg|führte. H. übernahm in der Folge die Fertigung der gesamten Einrichtung von Zuckerfabriken, wozu das eigene Walzwerk das erforderliche Material herstellte (unter anderem Bleche, Stangen, Böden und Rohre, gewalzt, getrieben, getieft und gezogen). Um die Bedürfnisse der Rübenzuckerindustrie kennenzulernen und um die Wirksamkeit seiner Apparate zu studieren, nahm er in verschiedenen Teilen Preußens selbst Zuckerfabriken in Betrieb. Als H. 1869 aus der Leitung des Unternehmens ausschied, hatte es Weltruf erlangt, war auch auf die Verarbeitung von Eisen übergegangen (unter anderem Herstellung von Teilen für den Lokomotivbau) und besaß außer mehreren Werkstätten in Berlin (unter anderem eine Messing- und Bronzegießerei) Zweigwerke in Breslau, Hamburg, Letschin, Duisburg und Moskau|

  • Auszeichnungen

    GKR.

  • Literatur

    E. Hausbrand, Von d. Kupferschmiede z. Großindustrie, in: Btrr. z. Gesch. d. Technik u. Industrie 13, 1923, S. 61-88;
    Dt.GB 17 (P).

  • Autor/in

    Oskar Gromodka
  • Empfohlene Zitierweise

    Gromodka, Oskar, "Heckmann, Carl-Justus" in: Neue Deutsche Biographie 8 (1969), S. 185 f. [Online-Version]; URL: https://www.deutsche-biographie.de/pnd135687357.html#ndbcontent

    CC-BY-NC-SA