Lebensdaten
1828 bis 1881
Geburtsort
Wien
Sterbeort
Wien
Beruf/Funktion
österreichischer Diplomat
Konfession
katholisch
Normdaten
GND: 118773526 | OGND | VIAF
Namensvarianten
  • Haymerle, Heinrich Karl Freiherr von
  • Haymerle, Heinrich Ritter von (bis 1876)
  • Haymerle, Heinrich Freiherr von
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Zitierweise

Haymerle, Heinrich Freiherr von, Indexeintrag: Deutsche Biographie, https://www.deutsche-biographie.de/pnd118773526.html [17.12.2018].

CC0

  • Genealogie

    V Johann (1793–1833), Hofkriegsagent u. Agent d. Dt. Ritterordens, S d. Franz Rr. v. H. ( 1825), Hofagent d. böhm. Kanzlei z. Prag, liechtenstein. Hofrat, u. d. Claudine Stephann v. Cronenfels;
    M Wilhelmine Káan;
    Ur-Gvv Wenzel Franz Rr. v. H. (Adel 1737, Rr. 1748), Hofagent d. böhm. Kanzlei z. Prag, Franz Wenzel Stephann v. Cronenfels (1732–82), Prof. d. Rechte u. Appellationsgerichtsrat in Prag;
    B Alois Rr. v. H. (1829-87), k. k. Gen.-Major;
    Vt Franz (1850–1928), Dr. iur., Min.sekr. u. Redakteur d. Cbl. f. gewerbl. Unterricht in Österreich (s. ÖBL);
    - Frankfurt/M. 1867 Therese (1843–1900, ev.), T d. Franz Frhr. v. Bernus (1808–84), Herr auf Stift Neuburg b. Heidelberg, Senator z. Frankfurt, bes. verdient um d. großstädt. Verkehrswege (s. ADB 46), u. d. Marie du Fay;
    1 S, 1 T, u. a. Franz (1874–1917), k. u. k. Gesandter (s. DBJ II, Tl. 1917).

  • Leben

    H.s kurze Amtszeit auf dem ersten Platz unter den gemeinsamen Ministern der Donaumonarchie bringt es mit sich, daß er geschichtlich nur als Träger einer Episodenrolle zwischen den ungarischen Grafen Andrássy und Kálnoky erscheinen muß. Doch war er schon Mitunterzeichner des deutsch-österreichisch-ungarischen Bündnisvertrags (Zweibund) vom 7.10.1879 am Tage von Andrássys Rücktritt. – H. besuchte das Wiener Akademische Gymnasium und danach die Orientalische Akademie. 20jährig hatte er, infolge einer unüberlegten Äußerung während der 1848er Revolution, Schwierigkeiten, doch Al. Graf Hübner setzte seine volle Rehabilitierung durch. 1850 kam H. als Dolmetscheradjunkt nach Konstantinopel und wurde schon im Krimkrieg mit einer diplomatischen Mission in Bulgarien betraut. Als Legationssekretär in Athen (seit 1857) konnte er wiederholt auch als Geschäftsträger wirken. Entsprechend seinem Wunsch erhielt er seit Frühjahr 1861 Bestallungen in Deutschland: für 9 Monate nach Dresden, dann an die Präsidialgesandtschaft am Bundestag in Frankfurt. Nach dem deutsch-dänischen Krieg und wieder nach dem 1866er-Friedensschluß betraute man H. als Geschäftsträger in Kopenhagen beziehungsweise Berlin mit der Vorbereitung normaler Beziehungen. Nach neuer kurzer Verwendung in Wien und längerer in Konstantinopel wurde er anfangs 1870 Gesandter in Athen, 1872-76 im Haag und 1877 Botschafter am italienischen Hofe und Geheimer Rat. Andrássy zog ihn aber auch zur Mitarbeit am Berliner Kongreß (1878) heran und schlug ihn ein Jahr darauf zu seinem Nachfolger vor. Als neuer Leiter der auswärtigen Politik war H. für die Ergänzung des mitteleuropäischen Bündnisses durch den Dreikaiservertrag (10.6.1881) mitverantwortlich. Nur sein jäher Tod im Ballhauspalais hinderte ihn, sein höchstes Ziel, das Zustandekommen des Dreibunds, zu erreichen (20.5.1882).

  • Werke

    Nachlaß in Wien, Haus-, Hof- u. Staatsarchiv.

  • Literatur

    A. R. v. Arneth, H. Frhr. v. H., 1882;
    E. v. Wertheimer, Gf. J. Andrassy III, 1913;
    R. Charmatz, Gesch. d. auswärt. Pol. Österreichs II, 1918, S. 109-14;
    Uhlirz II, S. 985-88;
    ÖBL.

  • Portraits

    in: Gothaisches Genealog. Taschenbuch d. Frhrl. Häuser 31, 1881

  • Autor/in

    Reinhold Lorenz
  • Empfohlene Zitierweise

    Lorenz, Reinhold, "Haymerle, Heinrich Freiherr von" in: Neue Deutsche Biographie 8 (1969), S. 154 [Online-Version]; URL: https://www.deutsche-biographie.de/pnd118773526.html#ndbcontent

    CC-BY-NC-SA