Lebensdaten
1883 bis 1958
Geburtsort
Erlangen
Sterbeort
Jena
Beruf/Funktion
Physiker ; wissenschaftlicher Optiker
Konfession
lutherisch
Normdaten
GND: 116538546 | OGND | VIAF
Namensvarianten
  • Hauser, Friedrich Ludwig Gustav
  • Hauser, Friedrich Ludwig Gustav

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Zitierweise

Hauser, Friedrich, Indexeintrag in: Deutsche Biographie, https://www.deutsche-biographie.de/gnd116538546.html [25.09.2016].

CC0

Hauser, Friedrich Ludwig Gustav

Physiker, wissenschaftlicher Optiker, * 28.9.1883 Erlangen, 23.8.1958 Jena.

  • Genealogie

    Aus mittelfränk. Lehrer- u. Kaufm.fam.; V Gustav (s. 2); - Straubing 1910 Käte (* 1887), T d. Oberstlt. Heinr. Schmidt u. d. Franziska Bencker; 2 S (⚔), 2 T.

  • Leben

    H. war zunächst Schüler des Physikers H. Ebert an der TH München. Dort wurde er 1910 mit einer Untersuchung von Bronsonwiderständen promoviert. 1911 ging er als Assistent zu dem Physiker E. Wiedemann nach Erlangen, wo er zur Vorbereitung der Habilitation mit einer Arbeit „Über die Abhängigkeit der Bruchfestigkeit von der Temperatur“ zum doctor philosophiae promoviert wurde und sich 1913 für Physik habilitierte. Mit Wiedemann erforschte er die Geschichte von Gebrauchsgegenständen der islamischen Kultur, insbesondere der Uhren (vergleiche Nova Acta Leopoldina 50, Nummer 5, 1915, S. 1-272). Nach der Teilnahme am 1. Weltkriege 1919 zum außerordentlichen Professor ernannt, arbeitete er seit 1922 als Leiter des Laboratoriums, später als Prokurist in der optischen Firma Emil Busch-Rathenow. Er erfand dort zwei Regenbogen-Apparate (1923) für Bühnen, erhielt ein Patent für einen Auflicht-Dunkelfeld-Kondensor (1925), mit dem er die neuzeitliche Auflicht-Dunkelfeld-Mikroskopie für Deutschland begründete, und konstruierte einen asphärischen Kinohohlspiegel (1928) von hoher Leistungsfähigkeit. Er schuf eine neuartige geschlossene mikrophotographische Einrichtung (1929), aus der das „Metaphot“ der Firma Emil Busch als erstes deutsches Kameramikroskop hervorging, das dann von vielen Finnen des In- und Auslandes in ähnlicher Form übernommen wurde. 1931 trat er zur Abteilung für Mikroskopie der Firma Carl Zeiss in Jena über, deren Leiter er 1945 wurde. Dort baute er die Auflicht-Dunkelfeld-Mikroskopie und ihr Anwendungsgebiet weiter aus, schuf und ergänzte den Epikondensor W und war an der Konstruktion anderer Instrumente wie eines Mikroskops zur Oberflächenprüfung, eines abblendbaren Photookulars, eines Stereomikroskops maßgebend beteiligt. 1946 ging H. als Spezialist nach der Sowjet-Union (Leningrad), wurde aber bald durch einen Schlaganfall am Arbeiten behindert. 1952 kehrte er nach Jena zurück.

  • Werke

    Weitere W u. a.  Das Kitâb al hijal - das Werk üb. d. sinnreichen Anordnungen d. Benû mûsa, in: Abhh. z. Gesch. d. Naturwiss. u. Med., H. 1, 1922;   Arbb. mit auffallendem Licht in d. Mikroskopie, Makro- u. Mikrophot., in: Hdb. d. biolog. Arb.methoden, hrsg. v. E. Abderhalden, Abt. II, T. 3, 1938, S. 3717;   Arbb. mit auffallendem Licht i. d. Mikroskopie, 1956;   Arbb. üb. arab. Uhren (Ms. verschollen). - Hrsg.: H. Ebert, Anleitung z. Glasblasen, 51921, 61926;   Busch-Nachrr.;   Bll. f. Untersuchungs- u. Forschungsinstrumente;   Zeiss-Nachrr., bis 1945.

  • Literatur

      Pogg. V-VIIa.

  • Autor

    Friedrich Stier
  • Empfohlene Zitierweise

    Stier, Friedrich, "Hauser, Friedrich" in: Neue Deutsche Biographie 8 (1969), S. 115 [Onlinefassung]; URL: https://www.deutsche-biographie.de/gnd116538546.html#ndbcontent

    CC-BY-NC-SA

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