Lebensdaten
1763 bis 1841
Geburtsort
Lemitten Kreis Braunsberg (Ostpreußen)
Sterbeort
Frauenburg (Ostpreußen)
Beruf/Funktion
Bischof von Ermland
Konfession
katholisch
Normdaten
GND: 13743488X | OGND | VIAF
Namensvarianten
  • Hatten, Andreas Stanislaus von

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Zitierweise

Hatten, Andreas Stanislaus von, Indexeintrag: Deutsche Biographie, https://www.deutsche-biographie.de/pnd13743488X.html [15.10.2019].

CC0

  • Genealogie

    Aus e. seit d. 16. Jh. im Ermland ansässigen Adelsfam.;
    V Gottfried (1733–1803), auf Lemitten usw., poln. Major u. Landjägermeister, S d. Karl (1705–65), auf Komalmen usw., Landvogt v. Ermland, Hauptm. v. Braunsberg, u. d. Katharina v. Hatten;
    M Anna v. Helden-Gansiorowski (1743–67), aus ermländ. Adel.

  • Leben

    H. war Schüler des Braunsberger Jesuitenkollegs, studierte bei den Lazaristen in Warschau und 1783-86 im Collegium Germanicum in Rom Theologie und promovierte zum Dr. jur. can. 1786. Zum Priester geweiht, kehrte er ins Ermland zurück, wo er in der Kanzlei des Fürstbischofs Krasicki tätig war, bis er 1792 zum Erzpriester von Mehlsack ernannt wurde. 1799 ging er als Domkapitular nach Frauenburg. 1801 konsekrierte Fürstbischof Karl von Hohenzollern H. zu seinem Weihbischof. H. war bei der Römischen Kurie wie auch bei der preußischen Regierung wegen seiner Charakterfestigkeit und Güte beliebt, so daß er für das Erzbistum Gnesen-Posen wie das Bistum Kulm vorgesehen wurde, was er jedoch ablehnte. Am 26.4.1837 wurde er Nachfolger des Bischofs Josef von Hohenzollern. Schon im nächsten Jahr kam er durch sein den päpstlichen Standpunkt im Mischehenstreit vertretendes Hirtenschreiben in Gegensatz zum Oberpräsidenten Th. von Schön. H. setzte die Erhaltung des gotischen Bischofsschlosses in Heilsberg durch, das Schön niederreißen lassen wollte. 1840 huldigte er in Königsberg König Friedrich Wilhelm IV. namens des katholischen Klerus der Provinzen Preußen und Posen. Der allgemein beliebte Bischof fiel in seiner Frauenburger Kurie einem Raubmord zum Opfer. Der Prozeß des Mörders, des Schneidergesellen Kühnapfel aus Frauenburg, der als letzter Mensch in Preußen gerädert wurde, erregte weithin Aufsehen. Die Tat wurde, zu Unrecht, auch in Verbindung mit sozialrevolutionären Ideen gebracht.

  • Literatur

    ADB XI;
    F. Hipler, Dem Andenken an A. St. v. H., Sonderdr. d. Ermländ. Pastoralbl., 1887;
    Ermländ. Hauskal., 1889, S. 56;
    P. Anhuth, in: Zs. f. d. Gesch.- u. Altertumskde. Ermlands 14, 1903, S. 360 (Stammtafel u. Wappen);
    Unsere Ermländ. Heimat, 1923, Nr. 4, 1928, Nr. 6;
    A. Triller, Der Bischofsmord v. Frauenburg, Das Ende d. Bischofs v. Ermland A. v. H., in: Das Ostpreußenbl. 5, 1954, Folge 4-7 (P);
    Altpreuß. Biogr.

  • Portraits

    Tuschzeichnung, Ölbild, Abb. in: Zs. f. d. Gesch. u. Altertumskde. Ermlands 20, 1917-19, Anh. Nr. 34 u. 35 u. Ostpreußenbl. (s. L).

  • Autor/in

    Anneliese Triller
  • Empfohlene Zitierweise

    Triller, Anneliese, "Hatten, Andreas Stanislaus von" in: Neue Deutsche Biographie 8 (1969), S. 59 [Online-Version]; URL: https://www.deutsche-biographie.de/pnd13743488X.html#ndbcontent

    CC-BY-NC-SA

  • Leben

    Hatten: Andreas Stanislaus von H., Bischof von Ermland, geb. am 31. Aug. 1763 auf dem Gute Lemitten bei Wormditt in Ostpreußen, am 3. Jan. 1841 zu Frauenburg. Er stammte aus einer im 16. Jahrhundert in das Ermland eingewanderten Familie. Seine Bildung erhielt er in den Schulen der Jesuiten zu Braunsberg, in dem Seminar der Lazaristen zu Warschau, wo er zwei Jahre studirte, im bischöflichen Seminar zu Braunsberg und vom Herbst 1783 bis Sommer 1786 im Collegium germanicum zu Rom. Dort wurde er 1786 Priester und Doctor der Theologie. Er lebte dann vier Jahre am Hofe des Fürstbischofs Krasicki, wurde 1791 Coadjutor des Domherrn von Szczepanski zu Frauenburg, 1792 Erzpriester zu Mehlsack, 1800 Domherr in Frauenburg. Im J. 1798 wurde er von dem Fürstbischof Karl von Hohenzollern zum Weihbischof designirt und vom König bestätigt, aber erst am 11. August 1800 vom Papste als Bischof von Diana in partibus und Weihbischof von Ermland präconisirt und am 11. October 1801 zu Oliva consecrirt. Im J. 1818 wurde von dem Domcapitel zu Culmsee seine Ernennung zum Bischof von Culm beantragt, von der preußischen Regierung aber der Antrag nicht angenommen. Nach dem Tode des Fürstbischofs Joseph von Hohenzollern (26. September 1836) war H. der erste unter den vier Candidaten, welche die Regierung (gemäß dem Petrikauer Vertrage von 1512; s. Friedberg, Der Staat und die Bischofswahlen, 1874, S. 218; Bonner Zeitschr. f. Phil. u. kath. Theol. 1837, 22. Heft S. 217) dem Domcapitel für das Bisthum Ermland vorschlug. Er wurde am 26. April 1837 gewählt, am 2. October präconisirt. Durch einen Hirtenbrief vom 19. April 1838 stellte er sich in dem Streite über die gemischten Ehen ans die Seite des Erzbischofs Dunin von Posen; der Hirtenbrief wurde am 31. October von dem Oberpräsidenten v. Schön für null und nichtig erklärt. Am 3. Januar 1841 wurde H. in seinem Hause zu Frauenburg von dem Raubmörder Kühnapfel mit einem Beile erschlagen.

    • Literatur

      Zeitschr. für Gesch. des Ermlands, 3. Bd. S. 160. 6. Bd. S. 351. Rheinwald's Repertorium 39. Bd. S. 278. Kurzer Bericht über die Ermordung .... nebst der Trauerrede von Dr. v. Dittersdorf, Braunsberg 1841.

  • Autor/in

    Reusch.
  • Empfohlene Zitierweise

    Reusch, Heinrich, "Hatten, Andreas Stanislaus von" in: Allgemeine Deutsche Biographie 11 (1880), S. 25 [Online-Version]; URL: https://www.deutsche-biographie.de/pnd13743488X.html#adbcontent

    CC-BY-NC-SA