Lebensdaten
um 1160 bis 1192
Sterbeort
Reims
Beruf/Funktion
Bischof von Lüttich ; Heiliger
Konfession
katholisch
Normdaten
GND: 137504683 | OGND | VIAF
Namensvarianten
  • Albert
  • Löwen, Albert von
  • Albert von Löwen
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Zitierweise

Albert von Löwen, Indexeintrag: Deutsche Biographie, https://www.deutsche-biographie.de/pnd137504683.html [19.08.2018].

CC0

  • Genealogie

    V Gottfried VII. von Niederlothringen ( 1190);
    M Margarethe, T Graf Heinrichs II. von Limburg;
    B Heinrich I., Herzog von Brabant.

  • Leben

    A. ist zuerst 1183 als Erzdiakon, 1189 auch als Propst von St. Johann-Baptist in Lüttich nachweisbar. Als A. nach dem Tode Bischof Rudolfs in zwiespältiger Wahl am 8.9.1191. gegen Albert von Rethel zum Bischof gewählt wurde, setzte der zur Entscheidung angerufene Kaiser Heinrich VI. gegen beide am 13.1.1192 in Worms Lothar von Hochstaden als Bischof ein; auf A.s persönliche Vorstellungen in Rom bestätigte ihn jedoch Papst Coelestin III. und ernannte ihn zum Kardinal-Diakon. Er wurde daraufhin am 20.9. zu Reims geweiht, konnte aber nicht nach Lüttich zurück, da jetzt auf kaiserlichen Befehl selbst sein Bruder dort gegen ihn und seinen Anhang war. In der Nähe von Reims ermordeten ihn am 24.11. deutsche Ritter, angeblich, aber nicht nachweisbar auf Veranlassung Heinrichs VI. - Seine Verehrung als Märtyrer wurde 1613 durch Paul V. für Reims und Brüssel genehmigt.

  • Literatur

    ADB I;
    Vita in: 25, S. 139-68;
    J. Daris, Geschiedenis v. S. A. v. Leuven, 1845;
    G. Kurth, L'archidiacre Hervard et le Vita Alberti, in: Bull, de l'Académie Royale des sciences et belles lettres de Bruxelles, Jg. 72, Brüssel 1903, S. 160-80;
    L. König, Die Politik d. Grafen Balduin II. v. Hennegau, ebenda, Jg. 74, 1905, S. 304 ff.;
    K. Trautmann, Heinr. VI. u. d. Lütticher Bischofsmord (1192), 1912;
    B. del Marmol, St. A. de Louvain, évêque de Liége et martyr (1192), Paris 1922;
    Annuaire pontifical catholique 31, 1929, S. 158;
    C. Darimont, Étude critique du Vita Alberti, in: Bull, de la Société d'Art et d'histoire du Diocèse de Liége 23, 1931, S. 1-29;
    LThK.

  • Autor/in

    Walter Kaemmerer
  • Empfohlene Zitierweise

    Kaemmerer, Walter, "Albert von Löwen" in: Neue Deutsche Biographie 1 (1953), S. 129 [Online-Version]; URL: https://www.deutsche-biographie.de/pnd137504683.html#ndbcontent

    CC-BY-NC-SA

  • Leben

    St. Albert von Löwen, Bischof von Lüttich, Sohn Gottfrieds III. von Niederlothringen und Bruder Heinrichs I., Herzogs von Brabant, 1192. Er ward nach dem Tode des Bischofs Rudolf v. Zähringen von einem Theil des Capitels gewählt, während der andere Theil für Albert Graf v. Rethel entschied, einen Neffen Balduins V. von Hennegau und Flandern. Kaiser Heinrich VI., von beiden um die Investitur angegangen, ernannte anstatt ihrer 1192 auf dem Wormser Reichstag den Bonner Propsten Lothar v. Hostade. Albert v. Rethel verzichtete darauf zu Gunsten Alberts v. Löwen, dieser aber mußte dem Lothar, welcher von Balduin unterstützt das Bisthum in Besitz nahm, weichen. Er begab sich nach Rom und erlangte Cölestins III. Anerkennung; strenge Befehle des Kaisers verboten jedoch, als er von dort nach Brabant zurückkehrte, seinem Bruder Heinrich, ihn aufzunehmen. Er entwich nun nach Rheims und hier, unter geistlichen Uebungen lebend, ward er 24. Nov. 1192 von drei Deutschen, die man zu der That vom Kaiser angestiftet glaubte, ermordet. Jetzt aber erhoben sich sein Geschlecht und seine Anhänger am ganzen Niederrhein; Lothar mußte von Lüttich flüchten und 1194 in Rom, wohin er sich büßend gewandt hatte. Der Kaiser, um den gefährlichen Sturm zu beschwichtigen, begütigte Alberts Anhänger auf einem Tag zu Koblenz 1193 mit Erklärungen und Geschenken und errichtete dem Ermordeten in der Lambertuskirche zwei Sühnaltäre. Hier hatte das Capitel nach Lothars Vertreibung den Grafen Simon v. Limburg mit des Kaisers Zustimmung gewählt; Albert v. Rethel bewirkte aber wegen dessen Jugend die Verwerfung dieser Wahl in Rom und es ward darauf Albert v. Cuyk zum Bischof gewählt. Ihn begleitete Albert v. Rethel aufs neue zur Einholung der päpstlichen Bestätigung nach Rom, wo er 1195 gestorben ist.

    • Literatur

      J. David, Geschiedenis van S. Albert van Leuven, 1845.

  • Autor/in

    Alberdingk Thijm.
  • Empfohlene Zitierweise

    Alberdingk, Thijm, "Albert von Löwen" in: Allgemeine Deutsche Biographie 1 (1875), S. 183-184 [Online-Version]; URL: https://www.deutsche-biographie.de/pnd137504683.html#adbcontent

    CC-BY-NC-SA