Lebensdaten
vor 1290 bis 1348
Beruf/Funktion
Graf von Berg
Konfession
katholisch
Normdaten
GND: 13578588X | OGND | VIAF
Namensvarianten
  • Adolf VIII.
  • Adolf VI.
  • Adolf VIII.
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Zitierweise

Adolf VI., Indexeintrag: Deutsche Biographie, https://www.deutsche-biographie.de/pnd13578588X.html [25.04.2018].

CC0

  • Genealogie

    V Heinrich, Herr von Windeck ( 1290/95), 2. S Adolfs IV., Graf von Berg;
    M Agnes, T Engelberts I., Graf von der Mark, und der Kunigunde von Schaumburg;
    vor 1309 Agnes ( nach 1360), T Dietrichs VII., Graf von Kleve, und der Margarete von Kyburg;
    Schw Margarete, Otto IV., Graf von Ravensberg, deren T Margarete Gerhard von Jülich, erbt 1346 Ravensberg, 1348 Berg.

  • Leben

    Adolfs Gemahlin Agnes von Kleve brachte ihm die Reichspfandschaft Duisburg mit dem dortigen Rheinzoll zu (1312). Als Parteigänger Ludwigs des Bayern bekämpfte er gemeinsam mit den Lützelburgern, Brabant und Jülich den Kölner Erzbischof Heinrich von Virneburg (1304-32). Reiche Subsidiengelder ermöglichten ihm den Ausbau der Landesherrschaft. Seine Münzstätte Wipperfürth erwarb das Recht der Silberturnosenprägung (1328). Stadtgründungen an den Rheinhäfen Mülheim (1322) und Monheim sowie die vom Kaiser gestattete Verlegung des Duisburger Zolls nach Düsseldorf (1324) scheiterten dagegen am Widerstand Kölns. Adolf unterstützte die Hauspolitik seiner märkischen Verwandten in Westfalen und im Bistum Lüttich. Nachdem 1332 Walram, Bruder Wilhelms I. von Jülich, Erzbischof von Köln geworden war, schloß Adolf sich der von Jülich betriebenen deutsch-englischen Bündnispolitik an und nahm 1339 als Heerführer des englischen Königs Eduard III. im 1. Feldzug des Hundertjährigen Krieges teil. Schon 1336 hatte er seine Erbin Margarete von Ravensberg mit Wilhelms Sohn Gerhard vermählt. Sein Lebensabend stand im Zeichen der Landfriedensbewegung. Adolf war der letzte Graf des Hauses Limburg.

  • Literatur

    ADB I;
    Th. Lacomblet, UB f. d. Gesch. d. Niederrheins III, 1853;
    K. Kunze, Die polit. Stellung d. niederrhein. Fürsten in d. Jahren 1314–34, 1886;
    B. Schönneshöfer, Gesch. d. Berg. Landes, 1895, S. 127-30;
    H. V. Sauerland, Urkk. u. Regg. z. Gesch. d. Rheinlande aus d. Vatikan. Archiv I, in: Publ. d. Ges. f. Rhein. Gesch.kde., 23, 1902;
    R. Knipping-W. Kisky. Die Regg. d. Erzbischöfe v. Köln IV, 1915;
    A. Noss, Die Münzen v. Berg u. Jülich-Berg I, 1929, S. 31-42;
    F. Bock, Reichsidee u. Nationalstaaten, 1943, S. 159 ff.;
    vgl. a. DW, 91931.

  • Autor

    Helmut Dahm
  • Empfohlene Zitierweise

    Dahm, Helmut, "Adolf VI." in: Neue Deutsche Biographie 1 (1953), S. 76-77 [Online-Version]; URL: https://www.deutsche-biographie.de/pnd13578588X.html#ndbcontent

    CC-BY-NC-SA

  • Leben

    Adolf VI., Graf von Berg, reg. von 1308—48, war der Sohn Heinrichs Grafen von Berg, Herrn zu Windeck (s. Adolf V.). Der Vater, Heinrich von Windeck, war vor seinem Bruder Wilhelm, letztregierendem Grafen von Berg, gestorben. A. war seit 1312 mit Agnes von Cleve vermählt, aus welcher Ehe zwei vor dem Vater verstorbene Söhne und eine Tochter, Margaretha, entsprossen, welch letztere an Otto, Grafen von Ravensberg, verheirathet, in der Folge die Grafschaften Berg und Ravensberg auf ihre Tochter Margaretha und deren Gemahl Gerhard, den ältesten Sohn des Grafen und spätern Markgrafen und Herzogs Wilhelm von Jülich, vererbte, die A. VI. 1348 in der Regierung von Berg nachfolgten, nachdem Ravensberg bereits 1346 ihnen anerfallen war. Wir finden A. VI. 1313 unter den Parteigenossen König Ludwigs des Baiern, welchem er zur Krönung in Aachen folgte, während der Kölner Erzbischof auf der Seite Herzog Friedrichs von Oesterreich stand. Im nämlichen Jahre steht A. in dem Aufruhr der Lütticher gegen ihren Bischof Adolf von der Mark, ebenfalls Parteigenosse Ludwigs, letzterm als Bundesgenosse bei und vermittelt 1315 den Frieden zwischen den Lüttichern und ihrem Bischofe. Da Heinrich, Erzbischof von Köln, für Friedrich von Oesterreich die Waffen ergriffen hatte, wurde er von A. und den rheinischen, auf Ludwigs Seite stehenden Fürsten 1317 in Brühl belagert und zur Uebergabe gezwungen. A. nahm 1320 im Bunde mit dem Grafen von der Mark, dem Erzbischofe von Köln und dem Grafen von Virnenburg an dem Feldzuge gegen den Bischof von Münster Theil, der verheerend in die Grafschaft Mark eingefallen war und zum Rückzuge gezwungen wurde. Im J. 1321 belagerten Bischof Adolf von Lüttich und sein Bundesgenosse A. von Berg Bovin, mußten aber von der Belagerung Abstand nehmen, weil die Truppen der Stadt Lüttich und der andern Städte (bonnes villes) der Diöcese Lüttich das Belagerungsheer verließen. Die beiden Verbündeten erfochten jedoch einen Sieg über die namür'schen Truppen, die zum Entsatze der Stadt Bovin heranrückten. 1322 sehen wir A. mit inneren Landesangelegenheiten beschäftigt: er schenkte nämlich dem Orte Mülheim am Rhein Freiheiten, mußte indeß sowol hier als in Monheim auf Grund der von seinen Vorfahren mit dem Erzbischofe und der Stadt Köln eingegangenen Verträge die dort errichteten Befestigungen niederlegen. Von 1324—29 nahmen ihn die aufs neue ausgebrochenen Zwistigkeiten zwischen den Lüttichern und ihrem Bischofe in Anspruch. Zugleich leistete er im J. 1324 dem Grafen Engelbert von der Mark bewaffneten Beistand gegen den Erzbischof von Köln und den Grafen von Virnenburg bei der Zerstörung des Schlosses Volmarstein und begleitete darauf 1326 den König Ludwig auf dem Römerzuge nach Italien.|Die Lütticher Händel wurden 1329 durch den Sieg des Bischofs bei Huy und die Belagerung von Tongern zum Austrag gebracht: unter Adolfs von Berg Vermittelung konnte der Bischof den Städtern den Frieden dictiren. 1343 verbanden sich die Bürger von Huy mit dem Herzoge von Brabant gegen ihren Landesherrn, den Bischof von Lüttich. Unter den Vermittlern der Fehde treffen wir den Grafen von Berg, welcher auch im nämlichen Jahre den Frieden zwischen Wilhelm, Markgrafen von Jülich, dessen Bruder, dem Erzbischofe von Köln; und dem Grafen Adolf von der Mark vermittelt. 1344 starb Bischof Adolf von Lüttich und es folgte ihm Engelbert von der Mark, gegen welchen die Bürger von Lüttich und Huy wiederum einen Aufstand erhoben. Der Papst erließ gegen dieselben das Interdict und der neue Bischof belagerte Lüttich, an welcher Belagerung wiederum A. von Berg thatkräftigen Antheil nahm, wie er sich sein ganzes Leben hindurch als treuer Verbündeter seiner märkischen Verwandten bewährt hatte. Von da ab tritt er vom Kriegsschauplatze ab. Er starb 1348. Seine Leiche ward in der Familiengruft der Abtei Altenberg beigesetzt.

  • Autor

    Strauven.
  • Empfohlene Zitierweise

    Strauven, Karl Leopold, "Adolf VI." in: Allgemeine Deutsche Biographie 1 (1875), S. 95-96 [Online-Version]; URL: https://www.deutsche-biographie.de/pnd13578588X.html#adbcontent

    CC-BY-NC-SA