Lebensdaten
1568 bis 1631
Geburtsort
Amberg (Oberpfalz)
Sterbeort
Kassel
Beruf/Funktion
Chemiker ; Chemiater ; Mathematiker ; Logiker ; Alchemist ; hessischer Leibarzt ; Naturforscher
Konfession
evangelisch
Normdaten
GND: 119120682 | OGND | VIAF
Namensvarianten
  • Hartmanni, Johannes
  • Hartmann, Johannes
  • Hartmanni, Johannes

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Zitierweise

Hartmann, Johannes, Indexeintrag: Deutsche Biographie, https://www.deutsche-biographie.de/pnd119120682.html [19.12.2018].

CC0

  • Genealogie

    V Adam H. gen. Wagner, Wollweber u. Kirchendiener in A.;
    M Caecilia Flick;
    Marburg/Lahn 28.6.1592 Susanne, T d. Pfarrers Johs. Mylius in Gemünden/Wohra u. d. Catharina Happel;
    4 S, 2 T, u. a. Gg. Eberhard. Hrsg. d. W H.s, Margarete ( Heinr. Petraeus, 1589–1620, Prof. d. Anatomie u. Chirurgie in Marburg, s. BLÄ).

  • Leben

    H., zunächst Buchbinderlehrling, wurde wegen seiner besonderen Begabung durch den Rektor der Stadtschule auf die Hochschule vorbereitet. Ein Stipendium der Stadt Amberg ermöglichte seit 1583 den Besuch der Universitäten Altdorf, Jena, Leipzig, Helmstedt, Wittenberg. Seine Hauptstudien galten der Mathematik, daneben beschäftigte er sich mit Logik und Rhetorik. Nachdem er wenige Monate Mathematiker am Hof des Landgrafen von Hessen in Kassel gewesen war, erhielt er die Professur für Mathematik in Marburg. Nebenbei studierte er dort noch Medizin und wurde 1606 Mitglied der medizinischen Fakultät; später war er Leibarzt des Landgrafen. 1609 ernannte ihn Moritz von Hessen zum Professor Chemiae (Chymiatriae). H. war der erste Vertreter dieses Faches an einer Universität in Europa. Seine Arbeiten betrafen, der Zeit entsprechend, besonders die Beziehungen der Chemie zur Medizin, sein Institut nannte er Laboratorium chymico-medicum. Er hatte Schüler aus ganz Europa, für die er umfangreiche Praktika einrichtete. In seiner wissenschaftlichen Stellung war er überzeugter Paracelsist. Häufig zitierte er Quercetanus und Croll. In der Alchemie vertrat er die spagyrische Richtung. Er war bemüht, sich von einseitiger Beurteilung freizuhalten; auch die Lehren Galens suchte er mit den paracelsischen Ansichten in Übereinstimmung zu bringen. Eine umfangreiche wissenschaftliche Korrespondenz, die er mit dem Landgrafen geführt hat, wird in Kassel aufbewahrt. H.s Hauptwerk „Praxis chymiatrica“ erlebte nach seinem Tode 10 Auflagen.

  • Werke

    W u. a. Disp. hermet. de principiis rerum naturalium realibus, Marburg 1607;
    Philosophus sive Naturae-Consultus Medicus, ebd. 1609;
    Oswaldi Crollii, Veterani Hassi Basilicam chymicam plurimis selectis et secretissimis propria manuali experientia approbatis, descriptionibus et usu remedicorum chymicorum auxit, Frankfurt 1611, 1659, Leipzig 1634, Genf 1658 (dt. Frankfurt 1623, 1647, engl. London 1670);
    Disputationes chymicomedicae, Marburg 1611, 1614 (engl. 1628, dt. 1684);
    Praxis chymiatrica, ed. J. Michaelis u. Gg. Eberh. Hartmann (S), Leipzig 1633, zuletzt Nürnberg 1677, dt. u. d. T. Chymische Arzeney Uebung, ebd. 1678;
    Opera Omnia medico-chymica, Frankfurt 1684, 1690.

  • Literatur

    M. C. Curtius, Fasti Rectomm ac Prorectorum Marburgensium ab incunabilis Academia, Marburg 1777, S. XXV;
    W. Dilich, Urbs et academia Marpurgensis, ed. J. Caesar, ebd. 1867, S. 93 f.;
    Strieder V;
    Pogg. I;
    Ferchl;
    BLÄ.

  • Autor/in

    Günther Kerstein
  • Empfohlene Zitierweise

    Kerstein, Günther, "Hartmann, Johannes" in: Neue Deutsche Biographie 7 (1966), S. 744 [Online-Version]; URL: https://www.deutsche-biographie.de/pnd119120682.html#ndbcontent

    CC-BY-NC-SA