Lebensdaten
1866 – 1951
Geburtsort
Siegen
Sterbeort
Dortmund-Hörde
Beruf/Funktion
Hüttendirektor
Konfession
evangelisch
Normdaten
GND: 137123027 | OGND | VIAF: 81357743
Namensvarianten
  • Harr, Hermann Carl
  • Harr, Carl
  • Harr, Hermann Carl
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Orte

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Zitierweise

Harr, Carl, Indexeintrag: Deutsche Biographie, https://www.deutsche-biographie.de/pnd137123027.html [15.07.2024].

CC0

  • Genealogie

    V Wilhelm (1826–99), Bäckermeister, S d. Bäckermeisters Thomas u. d. Philippine Flender;
    M Amalie (1830–97), T d. Wilh. Schneck u. d. Christine Jung;
    Dortmund-Hörde 1896 Hedwig (1872–1938), T d. Dr. med. Carl Broelemann u. d. Adolphine Hartweck;
    1 S, 3 T.

  • Biographie

    Nach seiner Reifeprüfung und praktischen Tätigkeit auf verschiedenen Werken studierte H. 1885-90 Chemie und Hüttenkunde an der Bergakademie Clausthal und in Berlin an der Universität, der Technischen Hochschule und der Bergakademie. Nachdem er zwei Jahre als Chemiker beim damaligen Hörder Bergwerks- und Hüttenverein gewirkt hatte, wechselte er zum Hochofenbetrieb über, wo ihm 1897 die Leitung des gesamten Hochofenwerkes und der Kokerei übertragen wurde. Hier machte er sich um die Entwicklung des Hochofenwesens und der Ausnutzung des Gichtgases in der ersten Gas-Dynamo-Maschine verdient. Nach der Bildung der Phoenix AG für Bergbau- und Hüttenbetrieb wurde er 1908 zum technischen Leiter und Vorstandsmitglied des Werkes Ruhrort bestellt, wo er erfolgreich die Modernisierung und Erweiterung der Hochofenanlagen sowie der Stahl- und Walzwerke meisterte. Der Kriegsverlauf setzte seinen weitgehenden Ausbauplänen ein vorzeitiges Ende. 1917 kehrte er nach Hörde zurück und übernahm die Leitung des gesamten Werkes. In der letzten Phase des 1. Weltkrieges, als die Beschaffung der österreichischen Magnesitsteine größte Schwierigkeiten bereitete, ließ er künstliche Magnesitsteine aus chemischen Rohstoffen|herstellen und verfolgte diesen Weg auch später noch. Daneben förderte er durch Ausbau der Versuchsanstalt auf seinem Werk die wissenschaftlichen Erkenntnisse und die Forschung.

    Den Forderungen in der Revolution begegnete er mit Festigkeit und mit Mut, während er bei den sozialpolitischen Umwälzungen ein Befürworter des 8-Stunden-Tages gewesen war, wie er auch stets die Errichtung von Arbeiterwohnungen gefördert hatte.

    H. gehörte viele Jahre dem Hochofenausschuß und dem Kokereiausschuß und seit 1920 auch dem Vorstand des Vereins Deutscher Eisenhüttenleute an. Die letzten Jahre seiner Tätigkeit bis zu seinem Ausscheiden 1925 waren von der Ruhrbesetzung überschattet. In einem Prozeß vor dem französischen Kriegsgericht in Witten 1923 übernahm er persönlich die Verantwortung für die dem Werk zur Last gelegten Verfehlungen, nämlich die Hintertreibung von französischen Beschlagnahmungen, und nahm die verhängte Strafe auf sich.

  • Literatur

    F. Grimm, Vom Ruhrkrieg z. Rheinlandräumung, 1930;
    Stahl u. Eisen 71, 1951, S. 696 (P).

  • Autor/in

    Rudolf Harr
  • Zitierweise

    Harr, Rudolf, "Harr, Carl" in: Neue Deutsche Biographie 7 (1966), S. 696-697 [Online-Version]; URL: https://www.deutsche-biographie.de/pnd137123027.html#ndbcontent

    CC-BY-NC-SA