Lebensdaten
unbekannt
Beruf/Funktion
Kölner Patrizierfamilie
Konfession
katholisch
Normdaten
GND: 139783520 | OGND | VIAF

Literatur(nachweise)

Orte

Symbole auf der Karte
Marker Geburtsort Geburtsort
Marker Wirkungsort Wirkungsort
Marker Sterbeort Sterbeort
Marker Begräbnisort Begräbnisort

Zitierweise

Hardevust, Indexeintrag: Deutsche Biographie, https://www.deutsche-biographie.de/gnd139783520.html [21.11.2017].

CC0

  • Leben

    Mitte des 12. Jahrhunderts wird in der Rheinvorstadt zum ersten Male ein H. urkundlich erwähnt. Auf diesen Albero lassen sich alle späteren Träger dieses Namens mit Sicherheit zurückführen. Der Name selbst, harte Faust, läßt auf die Praktiken schließen, mit denen die Familie ihren Grundbesitz in der Stadt erwarb. Das Wappen zeigt zwei gekreuzte, geharnischte Arme mit geballter Faust. Genaues über die Herkunft der Familie läßt sich nicht feststellen. Man kann aber aus der Tatsache, daß sie zum ersten Male in der Rheinvorstadt auftaucht, die ursprünglich eine Kaufmannsansiedlung war, schließen, daß sie aus dem Kaufmannsstand aufgestiegen ist. Im Schöffenkollegium und in der Richerzeche, deren Mitglieder fast ausschließlich den Patrizierfamilien angehörten, treten die H. zum ersten Male 1230 auf und scheinen dort auch später weniger zahlreich vertreten gewesen zu sein als andere Familien des Patriziats. Dafür spielten sie eine große Rolle als Großkaufleute und Finanziers. Gottfried von Vaitz Almars Hof – so genannt nach einem Hof, den er von den Cleingedank erwirbt – ist von 1299 bis 1320 Stadtgraf und 1326 Mitglied des engen Rates. Er leiht dem Erzbischof Geld und erhält als Pfand einen Anteil am Bonner Zoll und später den Zoll in der Rheingasse. 1339-1349 tritt der Schöffe Eberhard von der Rheingasse mit mehreren Partnern als Vergeber großer Kredite auf. So leiht dieses Konsortium 1339 König Eduard III. von England 5000 kleine Florentiner Goldgulden, was damals eine stattliche Summe war. Eduard III. hatte so zahlreiche Schulden bei Kölner Kaufleuten, daß er ihnen eine Zeitlang seine Kronjuwelen als Pfand überlassen mußte. Wie die anderen Mitglieder der Familie besaß auch Eberhard beachtlichen Grundbesitz in der Stadt. Bis zum Ende des 14. Jahrhunderts erscheinen verschiedene Angehörige der Familie H. immer wieder als Gläubiger der Stadt. Mit dem Ende der Geschlechterherrschaft in Köln 1396 erlischt dann auch die wirtschaftliche und soziale Bedeutung dieser Familie.

  • Autor

    Ulrike Gräfin Schwerin von Krosigk
  • Familienmitglieder

  • Empfohlene Zitierweise

    Schwerin von Krosigk, Ulrike Gräfin, "Hardevust" in: Neue Deutsche Biographie 7 (1966), S. 666 [Online-Version]; URL: https://www.deutsche-biographie.de/gnd139783520.html#ndbcontent

    CC-BY-NC-SA

Artikel noch nicht erschlossen.