Lebensdaten
1505 bis 1578
Geburtsort
Basel
Beruf/Funktion
Glasmaler in Basel
Konfession
katholisch?
Normdaten
GND: 136949967 | OGND | VIAF: 81209331
Namensvarianten
  • Han, Balthasar
  • Hahn, Balthasar

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Zitierweise

Han, Balthasar, Indexeintrag: Deutsche Biographie, https://www.deutsche-biographie.de/pnd136949967.html [20.09.2020].

CC0

  • Genealogie

    V Ludwig ( 1516), Glaser, S d. Glasers Ludwig ( vor 1508), aus Reutlingen, 1484 in B. eingebürgert;
    M Agnes Hausmann;
    B Matthäus (1513-n. 1578), Maler; Verwandter (?) Hans Hänle ( 1519), Glasmaler (s. NDB VII);
    1) Zürich 1537 Anna Windstetter, 2) Basel 1540 Chrischona Einhorn;
    S aus 2) Balthasar (1541–90, Agnes, T d. Bgm. Lux Gebhart), Mitinh. d. Buchdruckerei v. Joh. Oporin.

  • Leben

    H. wird bei der 1529 erfolgten (erblichen) „Erneuerung“ der Halbzunft „zum Himmel“ urkundlich faßbar. Später muß er einige Zeit in Zürich verbracht haben, da er sich dort ein erstes Mal verehelichte. 1539 wurde er auch Mitglied zu Gärtnern, während er in seiner Leibzunft rasch die Ämterleiter bis zum Meister erklomm. Außerdem war er Kirchenpfleger, Mitglied des Gerichts, Lohn(Bau-)herr, Dreizehner und anderes mehr. Beziehungen zu bedeutenden Zeitgenossen scheinen indirekt greifbar: 1542/44 ist der jüngere Niklaus Manuel sein Schüler, 1549 vertritt er Philipp, den Sohn Hans Holbeins, vor Gericht, und 1551 bevogtet er die Witwe seines verstorbenen Kollegen Antoni Glaser. Er lebte in gesicherten Verhältnissen.

    H. war allem Anschein nach der beste Basler Künstler seiner Zeit. In den 50er Jahren bevorzugte ihn der Rat mit zahlreichen Aufträgen. Damals (1554) entstand auch das Hauptwerk, die Pannerträgerscheibe der Himmelzunft (Basel, Historisches Museum), deren große Inschrift „Balthasar und Matthäus Han“ allerdings kaum als Signatur aufzufassen ist, sondern den Autor und seinen jüngeren Bruder eher als Stifter ausweist; auf Holbein, dessen Scheibenrisse H. möglicherweise besessen hat, beruft sich mehr eine allgemeine Harmonie als Einzelnes (vergleiche den Pannerträger des Livinentals in der Kunstbibliothek Berlin). Fragwürdig ist das Verhältnis des Glasbildes zu einer PK monogrammierten Zeichnung, welche dasselbe Thema kleiner und in allen Einzelheiten abweichend wiedergibt (Basel, Historisches Museum).

    1560 hat H. – im Rahmen einer zur Hundertjahrfeier der Hochschule gestifteten größeren Folge – ein verlorengegangenes Glasgemälde für die juristische Fakultät ausgeführt, wahrscheinlich nach L. Ringlers erhaltenem Riß im Basler Kupferstichkabinett. Weitere Scheiben sind ihm vorläufig nicht zuzuschreiben. An Rissen ist in erster Linie ein mit dem Monogramm BH (liiert) versehenes Blatt von 1542 – ein Wappen von Lichtenfels (Bern, Historisches Museum) – zu nennen, an das sich eine Ölbergszene mit der Allianz von Andlau-Pfau von Rüppur (Berlin, Kunstbibliothek) und die Vorzeichnung für eine Schützenscheibe mit einem Büchsenschützen und (späterem) Allianzwappen (Zürich, Zentralbibliothek) anschließen lassen. Auch die Miniatur für Professor Ulrich Iselin in der Basler Rektoratsmatrikel (1549) dürfte auf H. zurückgehen.

  • Literatur

    J. Tonjola, Basilea sepulta, 1661, S. 130;
    P. Ganz, Handzeichnungen Schweiz. Meister, 1904 ff., II, Tafel 40;
    ders., Die Handzeichnungen Hans Holbeins d. J., Krit. Kat., 1937, S. XII;
    A. Glaser, Die Basler Glasmalerei im 16. Jh. seit H. Holbein d. J., 1937, S. 23 f., 125 f. u. Tafel;
    C. A. Müller, Bau- u. Kunstpflege d. Stadt Basel im Za. d. Ref.|1529-60, in: Basler Jb., 1953, S. 150 ff.;
    P. L. Ganz, Die Miniaturen d. Basler Univ.matrikel, 1960, S. 49, 140 u. Abb. 54;
    ders., Die Basler Glasmalerei d. Spätrenaissance u. d. Barockzeit, 1966;
    W. Wackernagel, Die verschollene Wappenscheibe d. Basler jur. Fak., in: Jb. d. Öffentl. Kunstslg., 1961, S. 75 u. Anm. 21;
    SKL;
    ThB.

  • Autor/in

    Paul Leonhard Ganz
  • Empfohlene Zitierweise

    Ganz, Paul Leonhard, "Han, Balthasar" in: Neue Deutsche Biographie 7 (1966), S. 600 f. [Online-Version]; URL: https://www.deutsche-biographie.de/pnd136949967.html#ndbcontent

    CC-BY-NC-SA