Lebensdaten
um 1615 oder 1620 bis 1670
Beruf/Funktion
Architekt
Konfession
lutherisch
Normdaten
GND: 11897601X | OGND | VIAF: 5731097
Namensvarianten
  • Hamelau, Hans

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Zitierweise

Hamelau, Hans, Indexeintrag: Deutsche Biographie, https://www.deutsche-biographie.de/pnd11897601X.html [09.08.2020].

CC0

  • Genealogie

    1653 Margaretha (* 1633, 2] 1671 Lorenz Dohms, Stadtbaumeister in Hamburg 1670-1711, Nachf. H.s), T d. Krügers Tidke Harder in Hamburg u. d. Margaretha verw. Emuht;
    4 S, 4 T, u. a. Hinrich (1654–1724), Dr. iur., Advokat u. Bgm. in Schleswig.

  • Leben

    Der Überlieferung nach aus Holstein eingewandert, wird H. 1653 Hamburger Bürger und wird im Bürgerbuch als „Kunst[meister]“ bezeichnet.

    1659 wird H. zum Bau- und Zimmermeister des städtischen Bauhofes in Hamburg bestellt. Als solchem unterstanden ihm die Leitung und Errichtung der öffentlichen Bauten. Nachweisbare Bauten: Millerntor, 1659–63; Kornhaus, 1660/61; Baumhaus, 1662; städtischer Bauhof, 1666; Spinnhaus, 1669/70; Zucht- und Werkhaus, 1670. Wahrscheinlich war er auch der Erbauer des Blockhauses. Keiner von H.s Bauten blieb erhalten, sie wurden alle im Verlauf des 19. Jahrhunderts abgebrochen. Das Spinnhaus wurde im Hamburger Brand von 1842 zerstört.

    H., der vermutlich gelernter Hauszimmermann war, ist neben Peter Marquard der bedeutendste Baumeister in Hamburg in der 2. Hälfte des 17. Jahrhunderts und hat auch die städtebauliche Entwicklung Hamburgs nach dem 30jährigen Krieg durch die Gestaltung von Plätzen und Straßen entscheidend bestimmt. Insbesondere hat er den hamburgischen Fachwerkbau beeinflußt. Charakteristisch war der mächtige Fachwerkbau des Kornhauses mit seinen kräftigen vorspringenden Gesimsen, dem Walmdach mit den langen Aufschiebungen und den abgewalmten Dacherkern. Seine massiven Backsteinbauten waren meist durch flache Pilaster, häufig aus Sandstein, gegliedert; offenkundig zeigt sich hier der holländische Einfluß. Es ist bezeugt, daß H. 1662 nach Holland gesandt wurde, um ein geeignetes Modell für den Bau des neuen „Baumhauses“ im Hamburger Hafen zu suchen. Doch läßt gerade dieses, sein bekanntestes Bauwerk, mit dem Dachaufsatz in Pavillonform und dem umgebenden breiten Altan auch auf italienische Vorbilder der Spätrenaissance schließen.

  • Werke

    Wiedergaben v. Bauten: Stiche, Zeichnungen, Fotos etc. (Hamburg, Mus. f. Hamburg. Gesch. u. Staatsarchiv);
    - Gem.: u. a. Hafen mit Baumhaus v. J. G. Stuhr, 1690 (Mus. f. Hamburg. Gesch.);
    Blockhaus v. V. Ruths, 1848 u. Baumhaus v. dems., 1850 (Hamburg, Kunsthalle);
    Abb. u. a. b. Melhop, Faulwasser u. Schellenberg, 1936, s. L.

  • Literatur

    P. J. Marperger, Europ. Baumeister, Hamburg 1711;
    M. G. Steltzner, Versuch e. zuverlässigen Nachr.(Hamburger Chronik) III, Hamburg 1731 ff.;
    Hamburg u. s. Bauten, 1890;
    W. Melhop, Alt-Hamburg. Bauweise, 1908 (mit Abb.);
    J. Faulwasser, Blockhaus u. Baumhaus im alten Hamburger Hafen, 1918 (mit Abb.);
    U. Nabel, Die Kunstgesch. d. Baumhauses am Althamburger Binnenhafen, Der Künstler u. s. Werk (H. H.), in: Hamburger Gesch.- u. Heimatbll. 5, 1930, S. 184-87;
    ders., Der niederländ. Einfluß auf d. bürgerl. Backsteinbau Hamburgs im 17. Jh., in: Zs. d. Ver. f. Hamburg. Gesch. 31, 1930, S. 217 ff.;
    C. Schellenberg, Das alte Hamburg, 1936 (Abb. v. Bauten n. Stichen, Zeichnungen, Gemälden etc.);
    |K. D. Möller u. A. Tecke, Bücherkde. z. Hamburg. Gesch., 1939;
    Hamburger Künstlerlex., 1854;
    ThB. |

  • Quellen

    Qu.: Staatsarchiv Hamburg.

  • Autor/in

    Renata Klée Gobert
  • Empfohlene Zitierweise

    Gobert, Renata Klée, "Hamelau, Hans" in: Neue Deutsche Biographie 7 (1966), S. 584 f. [Online-Version]; URL: https://www.deutsche-biographie.de/pnd11897601X.html#ndbcontent

    CC-BY-NC-SA