Lebensdaten
1882 bis 1948
Geburtsort
Michaelnbach (Oberösterreich)
Sterbeort
Michaelnbach (Oberösterreich)
Beruf/Funktion
Schriftsteller ; Volksbildner
Konfession
katholisch
Normdaten
GND: 136926983 | OGND | VIAF: 81190298
Namensvarianten
  • Hamann, Otto

Orte

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Zitierweise

Hamann, Otto, Indexeintrag: Deutsche Biographie, https://www.deutsche-biographie.de/pnd136926983.html [10.08.2020].

CC0

  • Genealogie

    Vorfahr 1728 aus Kursachsen eingewandert. Von H. vermuteter Zusammenhang mit Joh. Gg. Hamann ( 1788, s. NDB VII) aus Königsberg nicht erwiesen. - V Heinrich, Arzt;
    M Anna Lehner, aus bäuerl. Fam.;
    1913 Johanna Wieninger aus Fürstenzell/Bayern;
    2 S, 2 T.

  • Leben

    H. wurde 1910 als Nachfolger des Vaters praktischer Arzt in Michaelnbach. Längerer Kriegsdienst als Militärarzt in Süddalmatien ließ ihn am naturnahen Leben des dalmatinischen Landvolks die den Deutschen drohenden Gefahren der Vermassung und Entgeistigung erkennen, gegen die er seit 1920 in zahlreichen Abhandlungen und Vorträgen zu eugenischen Maßnahmen, zur Abkehr vom Rationalismus und zu gegenseitiger Durchdringung und Befruchtung der Bereiche des Geistigen im Sinne der Frühromantiker aufrief. Die persönliche Seite seiner seelischen Wiedergeburt im Geiste des Orients suchte er in einer romantisch verklärenden Lebensgeschichte „Zwischen Abendland und Morgenland“ darzustellen. Sie ist teilweise in der Zeitschrift „Der Wächter“ veröffentlicht, zu deren regelmäßigen Mitarbeitern H. 1920-25 gehörte. Stilistisch und auch weltanschaulich sind diese Fragmente, gleich seiner Kulturkritik, stark Nietzsche verpflichtet, doch bewahrte H. als ausgesprochener Eklektiker auch die Traditionen seiner Jugend, die auf das ländliche Elternhaus und das Stiftsgymnasium Kremsmünster zurückgehen. 1918 war er, im Militärdienst zum Orthopäden ausgebildet, als Facharzt nach Linz/Donau übersiedelt. Dort gründete, beziehungsweise leitete er eine Reihe kultureller und volksbildender Vereinigungen, seit 1919 den Eichendorffbund für Österreich, seit 1924 die Linzer Urania, ab 1930 den oberösterreichischen Schriftstellerverband, doch erlagen diese rein auf Pflege von Persönlichkeitswerten gerichteten Bestrebungen dem sich seit 1934 auch in Österreich immer stärker anmeldenden Primat der Tagespolitik. Unter den Arbeiten aus dem Grenzgebiet der Medizin und Geisteswissenschaft ragt die „Biologie deutscher Dichter und Denker“ (1923) hervor, ein kühner, aber ungenügend vorbereiteter und durchgearbeiteter Versuch, „die Zusammenhänge geistigen Schaffens mit dem körperlichen Substrat“ darzulegen. 1937 zog sich H. von jedem öffentlichen und literarischen Wirken zurück.

  • Werke

    Weitere W Hans Hueber, Ein Kleinmaler d. dt. Spätromantik, 1923;
    Sehnsucht nach Hellas (Gedichte), 1932.

  • Literatur

    E. Burgstaller, in: Der Wächter 14, 1932, S. 146-57 (P);
    E. Guggenberger, Oberösterr. Ärztechronik, 1962, S. 197 (P);
    F. Krackowitzer u. F. Berger, Biograph. Lex. d. Landes Österreich ob d. Enns, 1931, S. 104 f.;
    M. Neweklowsky, in: Hist. Jb. d. Stadt Linz, 1965, S. 271-348 (P).

  • Portraits

    2 Gem., 1 Relief v. Plany im Bes. d. Fam. H. Linz/Donau u. in Michaelnbach.

  • Autor/in

    Max Neweklowsky
  • Empfohlene Zitierweise

    Neweklowsky, Max, "Hamann, Otto" in: Neue Deutsche Biographie 7 (1966), S. 577 f. [Online-Version]; URL: https://www.deutsche-biographie.de/pnd136926983.html#ndbcontent

    CC-BY-NC-SA