Lebensdaten
1867 bis 1935
Geburtsort
Berlin
Beruf/Funktion
Direktor bei Siemens
Konfession
keine Angabe
Normdaten
GND: 133821560 | OGND | VIAF
Namensvarianten
  • Haller, Max

Orte

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Zitierweise

Haller, Max, Indexeintrag: Deutsche Biographie, https://www.deutsche-biographie.de/pnd133821560.html [18.12.2018].

CC0

  • Genealogie

    V Frdr. Wilh., Schneidermeister in B., S d. Schneiders Georg (in Enzuhnen/Ostpr.?);
    M Luise Mathilde Marie (* 1841), T d. Raschmachermeisters Frdr. Aug. Erler in B. u. d. Carol. Luise Amalie Hannemann;
    Elsbeth Wiens;
    2 K.

  • Leben

    H. studierte an der TH in Berlin. Nach einer Praktikantenzeit bei der Berliner Maschinenfabrik vormals Schwartzkopff und der Heizungsfirma Rietschel und Henneberg trat er 1893 in die Firma Gebrüder Körting AG als Heizungsingenieur ein und stieg dort innerhalb|von 5 Jahren bis zum Direktor auf. 1911 wechselte er nach kurzer Tätigkeit als Kartellgeschäftsführer zum Hause Siemens über und übernahm zunächst die technische Leitung der Tochtergesellschaft Protos Automobile GmbH. Bereits ein Jahr später wurde H. Prokurist der Siemens-Schuckertwerke. Seine Aufgaben verlagerten sich im Rahmen seiner dortigen Tätigkeit immer mehr in das Gebiet der Lösung wirtschaftlicher Fragen, vornehmlich, als er 1915 mit der Leitung des Zentral-Einkaufs betraut wurde und nun den schweren Problemen der Rohstoffbeschaffung gegenüberstand. 1916 wurde H. stellvertretender Geschäftsführer der Siemens-Schuckertwerke und im August 1918 Vorstandsmitglied der Siemens & Halske AG und der Siemens-Schuckertwerke GmbH. Gleichzeitig übernahm er die Finanzabteilung des gesamten Hauses. Das immer stärkere Absinken des Geldwertes verlangte eine entsprechend zunehmende Überwachung der Substanzerhaltung. Dieser Gedanke war damals neu. Die Betriebswirtschaftslehre war erstmals mit derartigen Erscheinungen konfrontiert worden und schuf erst gegen Ende der Inflation Theorien und Programme zur Überwindung von Verlusten aus Geldwertveränderungen. H. hat als Autodidakt frühzeitig die Gefahren der Inflation und die falsche Wirtschaftspolitik, Mark gleich Mark zu werten, erkannt und zum Beispiel dafür Sorge getragen, daß im internen Geschäftsverkehr des Hauses Siemens bereits 1920 Goldbilanzen aufgestellt wurden, die die inflationär beeinflußten Vermögensteile auf ihren tatsächlichen inneren Wert zurückführten. – Als nach Überwindung der Inflation die Deflation in Deutschland einsetzte und der Kapitalmangel eine Ausweitung der geschäftlichen Möglichkeiten zu verhindern drohte, erreichte H., daß sich der amerikanische Kapitalmarkt dem Hause Siemens öffnete. Den Höhepunkt stellte die Aufnahme der unter dem Namen 1000jährige Anleihe bekannt gewordenen Schuldscheindarlehen (Participating Debentures) dar, die neben einem festen Zinssatz einen variablen Erfolgsanteil aufgrund des Abschlußergebnisses des Hauses Siemens vorsahen.|

  • Auszeichnungen

    Dr.-Ing. E. h. (TH Aachen 1928).

  • Werke

    Geldentwertung u. Goldbilanzen, in: Technik u. Wirtsch., Mschr. d. VDI 16, H. 7, 1923;
    Finanzfragen d. dt. Elektrowirtsch., ebd. 23, H. 6, 1930;
    Die Verluste d. dt. Privatwirtsch. durch d. Inflation, 1924, = Sonderdruck aus Wärme- u. Kälte-Technik, H. 5;
    Kapital u. Arb. im industriellen Betrieb, Volkswirtsch. Studie, 1926;
    Leistungsfähigkeit d. dt. Wirtsch. u. Dawes-Plan, 1929.

  • Literatur

    Siemens-Mitt. 162, 1935 (P);
    Rhdb. (W, P).

  • Autor/in

    Ernst Waller
  • Empfohlene Zitierweise

    Waller, Ernst, "Haller, Max" in: Neue Deutsche Biographie 7 (1966), S. 554 f. [Online-Version]; URL: https://www.deutsche-biographie.de/pnd133821560.html#ndbcontent

    CC-BY-NC-SA