Lebensdaten
1886 bis 1963
Geburtsort
Horb am Neckar
Sterbeort
München
Beruf/Funktion
Chemiker
Konfession
katholisch
Normdaten
GND: 136830706 | OGND | VIAF
Namensvarianten
  • Haid, August

Orte

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Zitierweise

Haid, August, Indexeintrag: Deutsche Biographie, https://www.deutsche-biographie.de/pnd136830706.html [16.02.2019].

CC0

  • Genealogie

    V August (1860–1931), Oberzollinsp. u. Leiter d. Zollamts Rottweil, S d. Landwirts Wunibald in Heiligkreuztal Kr. Ehingen u. d. Therese Bucher;
    M Anna (1862–1943), T d. Posthalters Carl Maucher in Buchau am Federsee u. d. Rosine Scheffold; ledig.

  • Leben

    H. wurde 1911 mit einer organisch-chemischen Dissertation an der TH Stuttgart zum Dr.-Ingenieur promoviert, beschäftigte sich 3 Jahre in der Zentralstelle für wissenschaftlich-technische Untersuchungen in Neubabelsberg mit der Prüfung technischer Erzeugnisse auf explosive Eigenschaften, war anschließend 6 Jahre Sachbearbeiter für Sprengstoffe im Reichsmarineamt und trat 1920 in die Chemisch-Technische Reichsanstalt ein. Dort übernahm er 1928 die Leitung der Abteilung für explosive Stoffe. Er setzte diese Tätigkeit nach dem Kriegsende 1945 und der Überführung der Reichsanstalt in die Bundesanstalt für Materialprüfung fort und wurde deren Vizepräsident. 1956 trat er in den Ruhestand.

    Das Lebenswerk H.s, gekennzeichnet durch das Zusammenwirken humanistischen Geistes mit gründlicher naturwissenschaftlicher Bildung und intuitiver Erfassung technischer Erfordernisse, war einer Erforschung der als Explosion oder Detonation verlaufenden exothermen Reaktionen, deren technischer Nutzung und der Abwendung von Gefahren bei der Handhabung explosiver Stoffe gewidmet. Er griff die Probleme vom Grundsätzlichen her an. Angeregt durch seinen Vorgänger, H. Käst, und stark beeinflußt durch die Arbeiten von R. Becker, bemühte sich H. um die Klärung von Begriffen wie Sprengkraft und Brisanz, um die Anerkennung der hydrodynamischen Theorie der Detonation und um die Erkennung der Beziehung zwischen der chemischen Konstitution der Stoffe und deren Fähigkeit zur explosiven Umsetzung. Erfolge dieses Bestrebens waren Vorschläge für die Einführung von Pentaerythrittetranitrat (Nitropenta), Cyclotrimethylentrinitramin (Hexogen) und Nitroguanidin in die Technik, die Entwicklung gießbarer Ammonsalpetersprengsloffe mit Hexogenzusatz und die Ausarbeitung von Prüfverfahren für explosive Stoffe und Initialzündmittel.

  • Werke

    W u. a. Die sprengtechn. wichtigsten Eigenschaften explosibler Gasgemische u. d. Einfluß e. starken Vorverdichtung auf e. Erhöhung ihrer Sprengwirkung, in: Zs. f. angew. Chemie, 1928, S. 1309 (mit A. Schmidt);
    Die Prüfung v. Sprengkapseln, in: Zs. f. d. ges. Schieß- u. Sprengstoffwesen, 1930, S. 393 (mit H. Koenen);
    Experimentelle Unterss. üb. d. detonativen Zerfall v. Sprengstoffen, ebd., 1931, S. 253 (mit A. Schmidt);
    Über d. Sprengkraft u. ihre Ermittlung I, ebd., 1933, S. 369 (mit H. Koenen);
    dass. II, ebd., 1934, S. 37 (mit H. Selle);
    dass. III, ebd., S. 102 (mit H. Koenen);
    Über d. Unters. d. b. d. Detonation v. Sprengstoffen unter Arbeitsleistung entstehenden Zerfallsprodukte nach e. neuen einfachen Methode, ebd., 1939, S. 38 (mit A. Schmidt);
    Brände u. Explosionen v. Ammonsalpeter, in: Arbeitsschutz, 1949, S. 103;
    Ammonsalpeter-Explosionen, in: Chemiker-Ztg. 76, 1952, S. 471 (mit H. Koenen);
    Über d. explosiven Eigenschaften v. Ammonsalpeter u. ammonsalpeterhaltigen Gemischen, ebd. 81, 1957, S. 453 (mit dems.);
    Die Fernwirkung v. Detonationen, in: Explosivstoffe 3, 1955, S. 139.

  • Literatur

    H. Koenen u. P. Dittmar, in: Explosivstoffe 3, 1963, S. 54 f. (W, P);
    Pogg. VI, VII a.

  • Portraits

    Phot. (München, Dt. Mus., P-Slg. d. Bibl.).

  • Autor/in

    Paul Dittmar
  • Empfohlene Zitierweise

    Dittmar, Paul, "Haid, August" in: Neue Deutsche Biographie 7 (1966), S. 515 f. [Online-Version]; URL: https://www.deutsche-biographie.de/pnd136830706.html#ndbcontent

    CC-BY-NC-SA