Lebensdaten
1880 bis 1957
Geburtsort
Herzberg/Elster (Provinz Sachsen)
Sterbeort
Berlin
Beruf/Funktion
Chemiker
Konfession
evangelisch
Normdaten
GND: 139871284 | OGND | VIAF
Namensvarianten
  • Hähn, Hugo
  • Haehn, Hugo
  • Hähn, Hugo

Orte

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Zitierweise

Haehn, Hugo, Indexeintrag: Deutsche Biographie, https://www.deutsche-biographie.de/pnd139871284.html [18.12.2018].

CC0

  • Genealogie

    V Robert (1831–1917), Kaufm.;
    M Berta Langhammer;
    Königsberg/Pr. 1920 Else (1891–1960), T d. Oberpostsekr. Jul. Flader u. d. Margarete Hennig;
    1 S, 1 T.

  • Leben

    H. studierte Chemie, Physik, Mineralogie und Physiologie in Leipzig, Basel, Heidelberg sowie in München (Promotion Heidelberg 1904). 1904-08 war er am Chemisch-pharmazeutischen Laboratorium der Universität Königsberg und 1908-10 an der Landwirtschaftlichen Hochschule in Berlin und an der Universität Breslau als wissenschaftlicher Assistent bei E. Buchner tätig. 1910-14 beschäftigte er sich mit der Ausarbeitung biochemischer Verfahren. Während des 1. Weltkrieges war H. teils an der Front, teils am Chemischen Institut der Berliner Tierärztlichen Hochschule, wo er mit V. Georg Schröter ein technisches Verfahren zur Herstellung von Erdölersatz (Tetralin) ausarbeitete. 1918 wurde H. von M. Delbrück an das Institut für Gärungsgewerbe berufen. Hier wurde ihm alsbald die Leitung einer Abteilung übertragen, auf deren Arbeitsprogramm in erster Linie die für die Gärungsgewerbe so überaus wichtigen biochemischen Vorgänge standen. Eine Fülle von Problemen ist hier von H. in mehr als 30jähriger Arbeit wissenschaftlich geklärt und in zahlreichen Fällen zur praktischen Ausnutzung gebracht worden, unter anderem die Aufklärung der Verfärbung zerkleinerter Kartoffeln, Fragen der Zitronensäuregärung, der Motorspiritusverwendung, der Milchsäuregärung, der Hefeverwertung, der Silage landwirtschaftlicher Erzeugnisse, der Diastasebildung in Schimmelpilzen, der Umwandlung von Zucker in Fett durch Mikroorganismen. Als besonderer Erfolg gelang es H., eine wissenschaftliche Theorie über die mikrobielle Fettsynthese aus Zucker aufzustellen und durch experimentelle Beweise zur internationalen Anerkennung zu bringen. Aus dieser fruchtbaren Schaffensperiode entstand sein Werk „Biochemie der Gärungen unter besonderer Berücksichtigung der Hefe“ (1952), das Anregungen für die wissenschaftliche Forschung und für die industrielle Entwicklung neuer Verfahren geben und andererseits die junge Generation der Biochemiker an die Materie der lebenden Zelle heranführen will. Es wurde in mehrere Sprachen übersetzt.

  • Literatur

    B. Drews, in: Brauerei 52, 1955, S. 589;
    Pogg. VI, VII a.

  • Autor/in

    Bruno Drews
  • Empfohlene Zitierweise

    Drews, Bruno, "Haehn, Hugo" in: Neue Deutsche Biographie 7 (1966), S. 431 f. [Online-Version]; URL: https://www.deutsche-biographie.de/pnd139871284.html#ndbcontent

    CC-BY-NC-SA