Lebensdaten
1873 bis 1954
Geburtsort
Luzern
Sterbeort
Luzern
Beruf/Funktion
Pharmaziehistoriker
Konfession
katholisch
Normdaten
GND: 118700081 | OGND | VIAF
Namensvarianten
  • Häfliger, Josef Anton
  • Häfliger, J. A.
  • Häfliger, Josef A.
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Zitierweise

Häfliger, Josef Anton, Indexeintrag: Deutsche Biographie, https://www.deutsche-biographie.de/pnd118700081.html [20.03.2019].

CC0

  • Genealogie

    V Anton Ulrich (1829–1909), Expeditionschef d. Staatskanzlei d. Kt. Luzern;
    M Anna Maria Stofer;
    Bern 1903 Hedwig Emma (1879–1952), T d. Adam Stamminger, dt. Konsul in Bern u. Freiburg/Ue., u. d. Elisabeth Eymann;
    2 S, 1 T.

  • Leben

    H. praktizierte in der Löwen-Apotheke des Universitäts-Lektors C. Nienhans in Basel und studierte in Basel, Genf und Paris Pharmazie (1900 Pharmazeutisches Staatsexamen, 1901 Dr. phil. in Basel). Er besaß 1903-44 die Sankt Johann-Apotheke in Basel. 1924 wurde er daneben Lektor für Galenik, habilitierte sich 1926 für Galenische Pharmazie und Pharmaziegeschichte, wurde Leiter der Galenischen Abteilung der Pharmazeutischen Anstalt und 1932 außerordentlicher Professor (1936 Lehrauftrag für Galenische Pharmazie und Geschichte der Pharmazie) an der Universität Basel. 1943 wurde er emeritiert.

    H. ist als einer der Pioniere der Pharmaziehistorik zu bezeichnen, dessen Arbeit wesentlich zur akademischen Anerkennung der damals noch weitgehend dilettantisch betriebenen Wissenschaft beigetragen hat. Er war, zumindest im deutschen Sprachgebiet, der erste Professor der Pharmaziegeschichte einer Universität. Innerhalb dieses Fachgebietes ist er zum Begründer der „Pharmazeutischen Altertumskunde“ geworden: Er schuf 1925 das umfangreiche „Schweizerische Pharmaziehistorische Museum“ an der Universität|Basel, die erste umfassende, systematisch organisierte Schau des Gebietes, der er internationalen Ruf erwarb. Sie wurde in ihrer Einrichtung und Gestaltung zum Vorbild für spätere durch H.s Schöpfung angeregte Institutionen in anderen Ländern. 1931 gab er die grundlegende „Pharmazeutische Altertumskunde“ heraus. Seine zahlreichen sonstigen Publikationen betreffen neben der Pharmaziegeschichte in allen ihren Teilen die Basler Denkmalspflege sowie Heraldik und Sigillographie.

    H. war bis zu seinem Tode im wissenschaftlichen und öffentlichen Leben der Stadt Basel tätig: Präsident des Basler Apotheker-Vereins, der von ihm mitbegründeten „Freiwilligen Basler Denkmalpflege“, Statthalter der Öffentlichen Basler Denkmalpflege. Er war 1949-54 Präsident (später Ehrenpräsident) der Internationalen Gesellschaft für Geschichte der Pharmazie. 1943 wurde die „Josef-Anton-Häfliger-Stiftung“ zur Förderung des Schweizerischen Pharmaziehistorischen Museums geschaffen.|

  • Auszeichnungen

    Rettungsmedaille, Ehrenmitgl. vieler Akademien u. wiss. Ges.

  • Werke

    Weitere W u. a. Flückiger als Pharmaziehistoriker, in: Schweizer. Apothekerztg. 66, 1928, S. 239-46;
    Die Apotheker u. d. Apotheken Basels, in: Basler Zs. f. Gesch. u. Altertumskde. 31, 1932, S. 281-468;
    Das Apothekenwesen Basels, ebd. 36, 1937, S. 3-205, 37, 1938, S. 3-146;
    Biographikon bemerkenswerter Apotheker i. d. Schweiz, in: Festschr. z. 100. Geb.tag d. Schweizer. Apotheker-Ver., 1943, S. 209-372;
    Gesch. d. ersten 100 J. d. Schweizer. Apotheker-Ver., 1946;
    Pharmakohist. Biographikon, in: Tschirch's Hdb. d. Pharmakognosie, 21932.

  • Literatur

    G. E. Dann, in: Pharmazeut. Ztg. 84, 1948, S. 289 f., 90, 1954, S. 1217 f. (P);
    ders., in: Pharmazeut. Ztg.-Nachrr. 89, 1953, S. 363-65 (W, P);
    ders., Die Schelenz-Stiftung, 1953 (W-Verz., ca. 80 Publ., P);
    H[ügel], in: Dt. Apotheker-Ztg. 94, 1954, S. 1180 f.;
    Kuno Meyer, in: Schweizer. Apotheker-Ztg. 92, 1954, S. 948-53 (W, P);
    A. E. Vitolo, J. A. H., Pisa 1954 (W);
    Pogg. VII a.

  • Autor/in

    Georg Edmund Dann
  • Empfohlene Zitierweise

    Dann, Georg Edmund, "Häfliger, Josef Anton" in: Neue Deutsche Biographie 7 (1966), S. 429 f. [Online-Version]; URL: https://www.deutsche-biographie.de/pnd118700081.html#ndbcontent

    CC-BY-NC-SA