Lebensdaten
1885 bis 1932
Geburtsort
Graz
Sterbeort
Innsbruck
Beruf/Funktion
Physiologe
Konfession
evangelische Familie
Normdaten
GND: 130170011 | OGND | VIAF
Namensvarianten
  • Haberlandt, Ludwig

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Zitierweise

Haberlandt, Ludwig, Indexeintrag: Deutsche Biographie, https://www.deutsche-biographie.de/pnd130170011.html [22.07.2019].

CC0

  • Genealogie

    V Gottlieb (s. 2);
    M Charlotte Haecker;
    Ov Michael (s. 4);
    Innsbruck 1914 Therese (* 1891), T d. Ing. Dominik Brem u. d. Emma Thirring;
    2 S, 1 T.

  • Leben

    H. wurde 1909 nach Studien in Graz zum doctor medicinae promoviert und trat als Assistent in das dortige Physiologische Institut ein, folgte jedoch später seinem Vater nach Berlin, von wo ihn W. Trendelenburg wieder nach Innsbruck mitnahm; dort wurde er 1913 Privatdozent und 1919 als 1. Assistent E. Brückes außerordentlicher Professor. – Unter dem Einfluß Trendelenburgs hatte er sich mit der Reizbildung und Reizleitung im Herzen sowie mit der Theorie des Herzflimmerns beschäftigt und war ein Vorkämpfer der „myogenen“ Theorie der Reizbildung. 1924 entdeckte er zuerst am Froschherzen (später aber ähnlich auch an Warmblüterherzen), daß Auszüge aus dem Sinusknoten und aus dem Basisteil der Kammer insoferne „Hormonwirkungen“ haben, als sie die Automatie und Frequenz sowie die Inotropie der Herzkammer fördern. Wir wissen heute, daß diese Teile Noradrenalin (beim Frosch aber Adrenalin) in großer Konzentration enthalten und daß die beobachteten Wirkungen hierdurch bedingt sind, obwohl H. selbst, aber auch O. Loewi die Identität mit dem Acceleransstoff ablehnen zu müssen glaubten. Eine weitere Serie des äußerst gründlichen und bescheidenen Forschers beschäftigte sich mit der Sterilisation weiblicher Tiere durch Hemmung der Ovulation mit Ovarialextrakten (Corpus-luteum Hormon). Es wurde sogar ein Heilmittel namens „Infecundin“ hergestellt. Zweifellos war durch diese Arbeiten H. zum direkten Vorläufer der jetzt so viel diskutierten Geburtenregulation durch gestagene Hormone geworden. Es ist tragisch, daß beide guten und korrekten Beobachtungsserien wegen der damals noch zu mangelhaften Technik dem Entdecker keinen Erfolg brachten. Durch unsachliche Besprechungen des Sterilisationshormones, in der Tagespresse, die H. nie gewünscht hatte, war er vielmehr eine Zeitlang einer spöttischen Kritik ausgesetzt. Gegen Ende seines Lebens glaubte er, aus dem Gehirn eine erregende Substanz isoliert zu haben, konnte jedoch diese Versuche nicht mehr zu Ende führen. – Daß H.s „Probleme und Forschungen auch für die Zukunft bedeutungsvoll bleiben werden“ (E. Brücke), hat sich insbesondere in der Frage der hormonalen Sterilisation über alles Erwarten bewahrheitet.

  • Werke

    W u. a. Das Herzflimmern, s. Entstehung u. Beziehung zu d. Herznerven, 1914;
    Über Stoffwechsel u. Ermüdbarkeit d. peripheren Nerven, 1916;
    Die Physiol. d. Atrioventrikularverb. d. Kaltblüterherzens, 1917;
    Über hormonale Sterilisierung d. weibl. Tierkörpers, 1924;
    Das Hormon d. Herzbewegungen, 1927;
    Das Herzhormon, 1930;
    Die hormonale Sterilisierung d. weibl. Organismus, 1931;
    zahlr. Publ. in Fach-Zss.

  • Literatur

    E. Brücke, in: FF 8, 1932, S. 327;
    BLÄ;
    Pogg. VII a.

  • Portraits

    in: Die Ärzteschulen d. Univ. Innsbruck 1926/27, 1927, S. 20.

  • Autor/in

    Franz Brücke
  • Empfohlene Zitierweise

    Brücke, Franz Th., "Haberlandt, Ludwig" in: Neue Deutsche Biographie 7 (1966), S. 395 [Online-Version]; URL: https://www.deutsche-biographie.de/pnd130170011.html#ndbcontent

    CC-BY-NC-SA