Lebensdaten
1847 bis 1931
Geburtsort
Holzminden
Sterbeort
Höxter (Westfalen)
Beruf/Funktion
Fabrikant ; Chemiker
Konfession
evangelisch
Normdaten
GND: 117640670 | OGND | VIAF
Namensvarianten
  • Haarmann, Gustav Ludwig Friedrich Wilhelm
  • Haarmann, Wilhelm
  • Haarmann, Gustav Ludwig Friedrich Wilhelm

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Zitierweise

Haarmann, Wilhelm, Indexeintrag: Deutsche Biographie, https://www.deutsche-biographie.de/pnd117640670.html [21.06.2018].

CC0

  • Genealogie

    V Heinr. Wilhelm (1802–84), Kaufm. u. Steinbruchbes., Zolloberkommissär in Holzminden, S d. Joh. Christoph (1762–1842), Oberförster, Kammerbaumeister, gründete 1814 e. Steingutfabrik in Holzminden, u. d. Joh. Frieder. Auguste Klingemann;
    M Aug. Luisa (1824–1903), T d. Bgm. Joh. Frdr. Karl Seulcke in Eschershausen;
    Ov Frdr. Ludw. (1798–1864), Kreisbaumeister, Gründer d. 1. dt. Baugewerkschule in Holzminden (s. ADB 49);
    - 1876 Louise (1855–1918), T d. Kaufm. Rud. Heinr. Phil. Stieren in Hildesheim;
    2 S, 1 T.

  • Leben

    Nach der Gymnasialzeit bezog H. 1866 zunächst die Bergakademie in Clausthal, ging dann nach Göttingen und 1869 nach Berlin zu A. W. von Hofmann. Die Teilnahme am deutsch-französischen Krieg unterbrach die Ausbildung, die H. 1872 mit einer in Göttingen vorgelegten Dissertation über das Coniferin beendete. Über dieses Glucosid des Fichtensaftes arbeitete er weiter bei Hofmann zusammen mit dessen Assistenten Ferdinand Tiemann. Dabei entdeckten sie die Möglichkeit der Umwandlung des Coniferins in Vanillin. Durch Oxydation des Coniferins mit Chromsäure erhielten sie Glucovanillin, das anschließend durch Säure- oder Enzymbehandlung in Vanillin und Glukose überführt wurde. Diese Darstellung führte zur Gründung einer Vanillinfabrik in Holzminden (heute Firma Haarmann und Reimer). Zusammen mit Karl Ludwig Reimer (1845–83), der Teilhaber wurde, fand H. 1891 die Darstellung des Vanillins aus Eugenol. Seit 1893 wurde auch das Ionon, der synthetische Veilchenduft, nach den Angaben Tiemanns, der Berater der Firma blieb, hergestellt. H. ist als einer der Pioniere der modernen Riechstoffabrikation anzusehen.|

  • Auszeichnungen

    Dr.-Ing. E. h. (TH Braunschweig), Cotheniusmedaille.

  • Werke

    Über einige Derivate d. Glucoside Coniferin u. Salicin, Diss. Göttingen 1872;
    Über d. Coniferin u. s. Umwandlung in d. aromat. Prinzip d. Vanille, in: Berr. d. Dt. chem. Ges. 7, 1874, S. 608 (mit F. Tiemann).

  • Literatur

    M. Bodenstein, in: Berr. d. Dt. chem. Ges. 64, 1931;
    E. Ellmer, in: Riechstoffindustrie 5, 1931 (P);
    Pogg. VI.

  • Autor/in

    Günther Kerstein
  • Empfohlene Zitierweise

    Kerstein, Günther, "Haarmann, Wilhelm" in: Neue Deutsche Biographie 7 (1966), S. 372 [Online-Version]; URL: https://www.deutsche-biographie.de/pnd117640670.html#ndbcontent

    CC-BY-NC-SA