Lebensdaten
um 1270 bis 1329
Sterbeort
Italien
Beruf/Funktion
Deutschordensmeister ; Geheimrat König Ludwigs des Bayern
Konfession
katholisch
Normdaten
GND: 137446802 | OGND | VIAF
Namensvarianten
  • Konrad von Gundelfingen
  • Gundelfingen, Konrad von
  • Konrad von Gundelfingen
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Zitierweise

Gundelfingen, Konrad von, Indexeintrag: Deutsche Biographie, https://www.deutsche-biographie.de/pnd137446802.html [14.10.2019].

CC0

  • Genealogie

    B Eberhard, Domherr v. Regensburg u. Augsburg; verschwägert mit d. Grafen v. Hohenlohe, d. Burggrafen v. Nürnberg u. d. Grafen v. Öttingen.

  • Leben

    Wir begegnen G. zum ersten Male als Landkomtur der Ballei Franken, vermutlich auf einem Balleikapitel (Februar 1306), bei dem auch der Deutschmeister und der Großkomtur anwesend waren. Erst als Führer des Deutschordensaufgebotes zum Romzuge König Heinrichs VII. 1311 treffen wir ihn wieder. Wegen seiner und einiger seiner Mitbrüder Verdienste in Italien bestätigte der König im Lager vor Brescia (ante Brixiam) dem Orden den Besitz des Landes Pommerellen. Ende des Jahres ist G. wieder in der Heimat, kehrt aber wohl wieder nach Italien zurück. Mitte 1313 weilt er beim Hochmeister auf der Marienburg und ist Zeuge nach dem Großkomtur und Treßler, als die Söhne des verstorbenen Kanzlers Peter Swenza das Land Neuenburg dem Orden überlassen.

    Nach der Wahl Ludwigs des Bayern schließt er sich ihm sofort an und wird dadurch noch mehr in den Reichsdienst hineingezogen. Wegen der Krönungsverhandlungen weilt er 1314 mit Ludwig am Rhein. Schon 1317 spricht auch dieser von den treuen Diensten G.s, die durch Gnadenerweisungen an den Orden (Virnsberg, Nürnberg, Neubrunn, Ellingen) vergolten werden. In der Zwischenzeit treffen wir ihn immer wieder in Nürnberg und Mergentheim als Aussteller oder Zeugen. Ihm muß ein großes Verhandlungsgeschick zugesprochen werden; nicht nur der König (so 1320 und 1324 mit Rothenburg), sondern auch viele andere bitten um seine Vermittlung. Schon 1313 hatte König Johann von Böhmen den treuen Anhänger seines Vaters zum ersten Vermittler in einer Streitsache berufen und ihn „seines und des Reiches Geliebten“ genannt. Bedeutenden Einfluß übte er bei der Entstehung der Deutschordenskommende Prozelten aus. Als Deutschmeister (gewählt November 1323) setzte er diese Tätigkeit fort. Bei allen wichtigen Abmachungen des Königs war sein „heimlicher Rat“ zugegen. Besonders starken Einfluß hatte er neben dem Henneberger bei den Verhandlungen der Habsburger mit Ludwig (1325). August 1326 nahm er am Generalkapitel in Marienburg teil. Seinem Einfluß ist es wohl zuzuschreiben, daß der Orden weiter treu zum Könige hielt. Selbstverständlich war es für G., daß er den König auf dem Romzug begleitete. Beiden galt der besondere Haß des Papstes. Beide wurden vor allem in den Bann getan. Als dieser 1330 noch einmal wiederholt wurde, war G. schon tot.

  • Literatur

    Regg. Imp., Ludwig d. Baier;
    Regg. boica V f. (Register);
    Hohenloh. UB II, hrsg. v. K. Weller, 1901 (Register);
    Preuß. UB II, hrsg. v. M. Hein u. E. Maschke, 1932-39, S. 22 f.;
    Regg. d. Reichsstadt Aachen II, hrsg. v. W. Mummenhoff, 1937, Nr. 172;
    Urkk.regg z. Gesch. d. Stadt Würzburg,|1952, S. 105;
    Regg. hs. im Bes. d. Bearbeiters K. H. Lampe;
    J. Voigt, Gesch. Preußens IV, 1830, S. 384, 417, 446 Anm. 1;
    ders., Gesch. d. Dt. Ritter-Ordens in seinen zwölf Balleien in Dtld. I, 1857, S. 411 ff., 468, 651;
    J. v. Pflugk-Harttung, Der Johanniter- u. d. Dt. Orden im Kampfe Ludwigs d. Bayern mit d. Kurie, 1900, S. 73 ff., 86 f.

  • Autor/in

    Karl H. Lampe
  • Empfohlene Zitierweise

    Lampe, Karl H., "Gundelfingen, Konrad von" in: Neue Deutsche Biographie 7 (1966), S. 314 f. [Online-Version]; URL: https://www.deutsche-biographie.de/pnd137446802.html#ndbcontent

    CC-BY-NC-SA