Lebensdaten
1907 bis 1953
Geburtsort
Wien
Sterbeort
Göttingen
Beruf/Funktion
Physiker ; Konstrukteur
Konfession
evangelisch Augsburger Bekenntnisses
Normdaten
GND: 139599983 | OGND | VIAF
Namensvarianten
  • Gund, Konrad

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Zitierweise

Gund, Konrad, Indexeintrag: Deutsche Biographie, https://www.deutsche-biographie.de/pnd139599983.html [25.09.2018].

CC0

  • Genealogie

    V Robert (1865–1927), Musiker, Liederkomponist (s. Riemann);
    M Henrike (1868–1908), T d. Konrad Krafft v. Dellmensingen, Justizrat u. Notar|in München, u. d. Anna Winkler;
    Stief-M Elisabeth Lauterburg, Sängerin;
    Om Konrad Krafft v. Dellmensingen ( 1953), bayer. Gen. d. Art.;
    St. Anna b. Plan 1932 Déjanire (* 1909, kath.), T d. Amatus Caurairy (* 1878), Ing. u. Kunsthändler, u. d. Henriette Entzmann; kinderlos.

  • Leben

    Neben den im Elternhause gepflegten musikalischen Anlagen zeigte sich frühzeitig die Neigung für Mathematik und praktische Technik, wobei die Elektrotechnik im Vordergrund stand. In allem, was G. berechnete oder bastelte, legte er Wert auf Genauigkeit und Präzision. – Er studierte an der TH Wien Elektrotechnik und trat 1931 als Röntgeningenieur bei Siemens und Halske in Wien ein. 1936 kam er zum Konstruktionsbüro des Erlanger Werkes der Siemens-Reiniger-Werke. Dort erwies sich seine in dieser Kombination seltene Begabung für die Lösung schwieriger theoretisch-mathematischer Aufgaben wie für zweckmäßige und formschöne Gestaltung. – 1941 begann G. mit der Entwicklung des Betatrons, damals auf Vorschlag Heisenbergs „Elektronenschleuder“ genannt, für medizinische Bestrahlungen mit Elektronen- und Röntgenstrahlen hoher Quantenenergie. Dabei leistete er Pionierarbeit, von der zahlreiche Veröffentlichungen und Patente zeugen (Verzeichnis im Siemens-Reiniger-Werke-Archiv). 1946 promovierte er mit einer Dissertation über die Entwicklung der Elektronenschleuder in Göttingen zum Dr. rer. nat. – Das erste von G. geschaffene Betatron für 6 MeV (6 Millionen Elektronen-Volt) wurde in Göttingen 1946 zunächst für physikalische Versuche und 1948 auch für ärztliche Bestrahlungen in Betrieb genommen. Es war dies die erste medizinische Anwendung eines Betatrons. G.s Leistung fand internationale Anerkennung. So wurde er in die Kommission des Europäischen Rates für kernphysikalische Forschung berufen. 1949 übernahm er die Gesamtleitung des Konstruktionsbüros der Siemens-Reiniger-Werke. Neben der Entwicklung eines 15 MeV-Betatrons schuf er eine geniale Gerätekonstruktion für die bewegliche klinische Anwendung dieses schweren Strahlers. Technische Schwierigkeiten bei der Evakuierung der Beschleunigungsröhre hatten wiederholte Verzögerungen des medizinischen Bestrahlungsbetriebes zur Folge, die sich G., der zur Schwermut neigte, so zu Herzen nahm, daß er nach einem vergeblichen Versuch zur Beseitigung einer dadurch bedingten Störung seinem Leben ein Ende setzte. Seine Frau folgte ihm in den Tod. Man kann es als tragisch empfinden, daß bald danach die Vakuumschwierigkeiten durch die Weiterführung einer von G. selbst noch eingeleiteten Entwicklung überwunden werden konnten. Später führte auch die von ihm begonnene Entwicklung von Betatrons noch höherer Quantenenergien zum Erfolg.

  • Literatur

    H. Kopfermann, in: Physikal. Bll. 9, 1953, S. 416 f.;
    Pogg. VII a.

  • Portraits

    Phot. (München, Dt. Mus., P -Slg. d. Bibl.).

  • Autor/in

    Herbert Graf
  • Empfohlene Zitierweise

    Graf, Herbert, "Gund, Konrad" in: Neue Deutsche Biographie 7 (1966), S. 311 f. [Online-Version]; URL: https://www.deutsche-biographie.de/pnd139599983.html#ndbcontent

    CC-BY-NC-SA