Lebensdaten
1776 bis 1848
Geburtsort
Unterheinsdorf bei Reichenbach (Vogtland)
Sterbeort
Neusalz/Oder
Beruf/Funktion
Textilfabrikant
Konfession
evangelisch
Normdaten
GND: 136150004 | OGND | VIAF: 80543769
Namensvarianten
  • Gruschwitz, Johann David

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Zitierweise

Gruschwitz, Johann David, Indexeintrag: Deutsche Biographie, https://www.deutsche-biographie.de/pnd136150004.html [02.03.2021].

CC0

  • Genealogie

    V Johann (1735–1817), Bauer in U., S d. Bauern Hans in U. u. d. Sophie Möschwitzer;
    M Christina (1749–1815), T d. Leinewebermeisters Andreas Knabe in Reichenbach u. d. Maria Schnedenbach;
    1816 Marie Gammert;
    2 S, 1 T, u. a. Heinrich (1816–85), KR, Alexander (1819–88), KR, seit 1883 Mitgl. d. preuß. Landtags, beide Inh. d. Fa.;
    E Alfred (1857–1907), GKR, Alexander Heinr. (1859–1904), KR, seit 1883 Leiter d. Grünberger Werkes (Hanfspinnerei u. Bindfadenfabrik);
    Ur-E Alexander Doherr (* 1892), 1923-45 Vorstandsmitgl. d. Gruschwitz Textilwerke AG, Elisabeth ( Albrecht v. Treskow, 1891–1946, Vorstandsmitgl. d. Gruschwitz Textilwerke AG u. d. Fa. Zwirnerei u. Nähfadenfabrik Rhenania AG Dülken).

  • Leben

    G. erlernte zunächst das Weberhandwerk (1794) und betrieb dann mit seinem Vater in Reichenbach (Vogtland) den Handel mit Leinwand. Von der Bewegung der Herrnhuter Brüdergemeine ergriffen, trat er dieser 1801 als Bruder in Gnadenfrei (Schlesien) bei, wo er wieder am Webstuhl arbeitete. 1808 wurde G. als Webermeister nach Neusalz/Oder gesandt. Trotz der Einführung der Baumwollspinnerei und des maschinellen Betriebes konnte er seine Anlage auf 40 Webstühle erweitern und durch Garnhandel und Färberei den Umsatz für das Brüderhaus wesentlich|erhöhen. Mit der Aufstellung einer Zwirnmaschine (1811) und der Herstellung des ersten „G.-Zwirns“ legte er den Grund für sein späteres Werk. G. machte sich selbständig, erwarb die Zwirnmaschine von der Gemeine und eröffnete 1816 sein eigenes Unternehmen. Mit Hilfe einer englischen Spinnmaschine (1830) und der Unterstützung seiner Söhne ergab sich eine Umsatzsteigerung, so daß 1844 der Grundstein zu einer mechanischen Spinnerei gelegt werden konnte. Nach einem Brand entstand mit Mitteln des Staates und der Brüdergemeine eine leistungsfähige Fabrik. Sie gehörte damals zu den sieben Flachsspinnereien Schlesiens, die für die inländische Leinwandmanufaktur von ausschlaggebender Bedeutung waren und englische Waren von den Innenmärkten verdrängten. 1847 übergab G. seinen Söhnen den Betrieb.

    Mit dessen Neubau (1858–60), veranlaßt durch einen Brand, schuf der Sohn Alexander eine moderne Anlage, die schon 1893 als größtes Unternehmen dieser Art in Deutschland galt. Durch fünf Generationen ist die Fabrik (seit 1906 Familien-AG) bis 1945 überwiegend in den Händen der Familie geblieben. Nach Alexander G. hat dessen Sohn Alfred durch seine kaufmännischen Bemühungen das Unternehmen gefördert. Familie und Firma G. erwarben sich durch soziale Einrichtungen Verdienste um die Stadt Neusalz. Auch die schon in früheren Jahren in ihrem Werk geschaffenen Wohlfahrtseinrichtungen galten als vorbildlich. Heute gibt es das Werk wieder in Neu-Ulm.

  • Literatur

    P. Bronisch, Gesch. v. Neusalz a. d. Oder, 1893, S. 106 f., 111, 121, 125-27;
    W. G. Schulz, in: Schles. Lb. IV, 1931, S. 329-39;
    ders., Zum neuen Saltze, in: Darst. u. Qu. z. Gesch. d. Stadt Neusalz (Oder) III, Stadtbaugesch., 1961, S. 133-36, 167-69, 191-95, 222-24, 231-33;
    E. Glaeser, Bilder a. d. Gesch. d. Gruschwitzer Textilwerke AG Neusalz/Oder, 1941 (P);
    R. Schönthür, Neusalzer Schrifttum bis 1960, in: Neusalzer Nachrr. 1961, S. 80-81 (Nr. 18) (L);
    Wenzel;
    Rhdb.

  • Portraits

    Gem. (Phot. im Herder-Inst. Marburg).

  • Autor/in

    Alfons Perlick
  • Empfohlene Zitierweise

    Perlick, Alfons, "Gruschwitz, Johann David" in: Neue Deutsche Biographie 7 (1966), S. 236 f. [Online-Version]; URL: https://www.deutsche-biographie.de/pnd136150004.html#ndbcontent

    CC-BY-NC-SA