• Leben

    Grundmayr: Franz G., Beneficiat und Ceremoniar an der Stadtpfarrkirche zu St. Peter in München, geboren zu Altenerding in Oberbayern 1750, zum Priester geweiht 1773, machte seinen Namen durch mehrere theologische|Schriften bekannt. Vornehmlich wirkte er mit großem Eifer den Grundsätzen der Encyklopädisten entgegen, die auch in Bayern vielfach Eingang gefunden hatten. Im J. 1811 wurde er auf Betreiben des französischen Gesandten zu München verhaftet und nach der Festung Oberhaus nächst Passau verbracht, weil er sich als den Verfasser gewisser durch den Druck verbreiteter Gebete bekannte, in denen man eine Kritik der Willkürherrschaft Napoleons zu entdecken glaubte. Es ist wol anzunehmen, daß ihn nur der bald eingetretene Umschwung der Zeitverhältnisse vor einem schlimmeren Loose bewahrte. Als mit dem J. 1813 Napoleon's Einfluß auf Baiern gebrochen war, scheint man des Gefangenen auf Oberhaus vergessen zu haben; erst drei Jahre später, 1816, wurde er aus seiner Haft entlassen. Er starb zu München am 25. Januar 1823. Unter seinen Schriften ist besonders zu nennen: „Lexikon der römisch-katholischen Kirchengebräuche“, Augsburg 1801 Zweite Aufl. 1816.

    • Literatur

      Geiß, Geschichte der Stadtpfarrei St. Peter in München, 1868, S. 151 und 152. (Das Jahr der Freilassung Grundmayr's ist hier unrichtig angegeben.)

  • Autor/in

    Gg. Westermayer.
  • Empfohlene Zitierweise

    Westermayer, Georg, "Grundmayr, Franz" in: Allgemeine Deutsche Biographie 10 (1879), S. 35-36 [Online-Version]; URL: https://www.deutsche-biographie.de/pnd100146031.html#adbcontent

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