Lebensdaten
1878 bis 1957
Geburtsort
Budapest
Sterbeort
Budapest
Beruf/Funktion
Röntgenphysiker
Konfession
evangelisch
Normdaten
GND: 136141315 | OGND | VIAF
Namensvarianten
  • Großmann, Gustav

Orte

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Zitierweise

Großmann, Gustav, Indexeintrag: Deutsche Biographie, https://www.deutsche-biographie.de/pnd136141315.html [23.07.2019].

CC0

  • Genealogie

    V Leopold (1825–1900), aus Szucsány, Dr. med., Chefarzt f. Augen- u. Ohrenkrankheiten am St. Johannes-Spital in B.;
    M Karoline Pick (* 1845);
    Preßburg 1918 Thea (* 1889), T d. Franz Leopold Pohl, Haus- u. Realitätenbes. in Wien, u. d. Maria Schreiner; kinderlos.

  • Leben

    Nach Absolvierung des evangelischen Gymnasiums in Budapest 1895 studierte G. bis 1897 an der Universität Budapest und anschließend an der ETH Zürich, wo er 1900 die Diplomprüfung als Maschinenbauingenieur ablegte. 1903 wurde er an der Universität Zürich zum Dr. phil. promoviert. 1900-05 war G. Dozent an der ETH Zürich mit einem Lehrauftrag für Physik und Elektrotechnik. 1905-10 wirkte er als Laboratoriums-Ingenieur bei verschiedenen elektrotechnischen Firmen, unter anderem bei der Allgemeinen Elektricitäts-Gesellschaft Berlin. 1911 trat er in die Dienste der Siemens & Halske AG Berlin, wo er mit der technischen Entwicklung und dem Vertrieb von Röntgeneinrichtungen und anderen elektromedizinischen Erzeugnissen beschäftigt war. In dieser Zeit erschienen seine ersten wissenschaftlichen Abhandlungen aus dem Gebiete der Röntgentechnik und Strahlenmessung. Bemerkenswert ist sein 1912 im Selbstverlag des Hauses Siemens erschienenes Buch „Einführung in die Röntgentechnik“, das als Lehrbuch für die ärztlichen Teilnehmer der von Siemens & Halske veranstalteten Röntgenkurse diente. Nach vorübergehender Tätigkeit im Wiener Werk der Siemens & Halske AG (1915–18) übernahm G. 1919 die Leitung der Elektromedizinischen Abteilung der Siemens & Halske AG in Berlin-Siemensstadt (1921 Prokura, 1924 Abteilungsdirektor). – Unter G.s Leitung sind zweckmäßige Untersuchungsgeräte und neuartige, völlig hochspannungssichere Bestrahlungsgeräte entstanden. Die Dosimetrie wurde durch Schaffung direktzeigender Strahlenmeßgeräte gefördert. Unter ihm wurden schließlich Röntgengeneratoren neuer Bauart für Diagnostik und Therapie mit Ventilröhren-Gleichrichtern und anderen Neuerungen entwickelt. Unbestreitbar hat G. durch seine Leistungen wesentlich dazu beigetragen, daß das Haus Siemens in den Jahren nach dem 1. Weltkriege eine führende Stellung auf diesem Gebiete der Elektrotechnik erlangen konnte, die den 1925 erfolgten Zusammenschluß mit dem Spezialunternehmen Reiniger, Gebbert & Schall Erlangen begünstigt hat. – G. wurde 1925 Vorstandsmitglied der gemeinsamen Vertriebsgesellschaft Siemens-Reiniger-Veifa GmbH Berlin, der Reiniger, Gebbert & Schall AG Erlangen und (1931) der zum Unternehmen gehörenden Phönix-Röntgenröhrenfabriken AG Rudolstadt. Als 1932 aus den zusammengeschlossenen Unternehmungen die Siemens-Reiniger-Werke AG Berlin entstand, wurde er auch Vorstandsmitglied dieser Gesellschaft, aus der er aus persönlichen Gründen 1932 ausschied.

    1933-42 betätigte er sich als freier Wissenschaftler. Unter anderem konstruierte er ein in Fachkreisen bekanntes, Tomograph genanntes Gerät für Röntgen-Schichtaufnahmen. Veröffentlichungen darüber und über Fragen des Strahlen- und Hochspannungsschutzes zeugen von seinem Wirken in dieser Zeit. Während des Krieges (1942) kehrte G. nach Budapest zurück, wo er als Röntgensachverständiger und Referent des Gesundheitsministeriums den Ausbau der ungarischen Röntgenindustrie förderte. Ab 1951 war er Vorsitzender der Röntgen-Fachgruppe des wissenschaftlichen Vereins für Nachrichtentechnik und ab 1954 Vorsitzender der wissenschaftlichen Abteilung des Budapester Landesinstituts für Onkologie.

  • Werke

    Weitere W Physikal. u. techn. Grundlagen d. Röntgentherapie, 1925;
    Verz. im Archiv d. Siemens-Reiniger-Werke, Erlangen (auch P).

  • Literatur

    Rhdb. (P);
    Pogg. VI.

  • Portraits

    Ölgem. v. E. Herz (im Bes. d. Wwe Frau Thea G., Wien XIII, Anton-Langer-Str. 66).

  • Autor/in

    Gustav Oefele
  • Empfohlene Zitierweise

    Oefele, Gustav, "Großmann, Gustav" in: Neue Deutsche Biographie 7 (1966), S. 157 f. [Online-Version]; URL: https://www.deutsche-biographie.de/pnd136141315.html#ndbcontent

    CC-BY-NC-SA