Lebensdaten
1786 bis 1845
Beruf/Funktion
Altphilologe ; Pädagoge ; Rektor der Landesschule Meissen
Konfession
lutherischer Bruder
Normdaten
GND: 115804129 | OGND | VIAF
Namensvarianten
  • Baumgarten-Crusius, Karl Wilhelm
  • Baumgarten-Crusius, Carl Wilhelm
  • Baumgarten-Crusius, Karl Wilhelm
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Zitierweise

Baumgarten-Crusius, Carl Wilhelm, Indexeintrag: Deutsche Biographie, https://www.deutsche-biographie.de/pnd115804129.html [24.02.2019].

CC0

  • Leben

    Baumgarten: Dr. Karl Wilhelm B.-Crusius, verdienter Schulmann und Philolog, geb. 24. Jan. 1786 zu Dresden, am 12. Mai 1845, Sohn von Gottlob August B., der (geb. 1. April 1752 zu Penig) als Stiftssuperintendent von Merseburg 1816 starb. Auf der Fürstenschule zu Grimma vorgebildet, bezog B. 1803 die Universität Leipzig, um Theologie und Philologie zu studiren; Gottfried Hermann's anregende Vorträge und der fesselnde Einfluß von Fr. Aug. Wolf, den er in Halle hörte, entschieden für seinen künftigen Lehrerberuf. Nachdem er längere Zeit als Choralis an der Domkirche zu Merseburg functionirt hatte, wurde er 1810 zum Conrector des Domgymnasiums|ernannt, welche Stelle er bis zum Jahre 1817 bekleidete. Dort mitten in die Drangsale des Krieges gerathen, verfolgte er, mit manchem begeisterten Wort eingreifend, mit dem lebhaftesten Antheil die harten Kämpfe für die Befreiung vom französischen Joche. Als Merseburg preußisch geworden, folgte er einem Rufe nach Dresden als Conrector der Kreuzschule; Ende 1832 wurde er zum Rector der Landesschule von Meißen ernannt, für deren Hebung er sich durch manche zeitgemäße Reformen große Verdienste erworben hat. Als Schriftsteller entwickelte B. eine vielseitige Thätigkeit. Seine „Vier Reden an die deutsche Jugend über Vaterland, Freiheit, deutsche Bildung und das Kreuz“ (Leipz. 1816) athmen eine warme Begeisterung für die vaterländische Sache. Seine Ansichten über Erziehung und Unterricht entwickelte er in den interessanten „Briefen über die Bildung und Kunst in Gelehrtenschulen“ (Leipz. 1824). Von seinen philologischen Arbeiten sind die bedeutendsten die durch guten historischantiquarischen Commentar und die Clavis (Lexikon) verdienstliche Ausgabe des Suetonius, Leipz. 1816—18 in 3 Bdn. und seine Ausgabe der Odyssee (1822 bis 24. 4 Bde. mit sachgemäßen Auszügen aus dem weitschweifigen Commentar des Eustathios und andern griechischen Scholien. Von seinen kleineren Schriften sind außer seinen Beiträgen zu den „Deutschen Blättern“, zum „Merkur“ und andern Zeitschriften die Programme „Symbolae ad Lexica graeca ex Aretaeo Cappadoce, scriptore medico", 1834; „De Psyche, fabula Platonica“, 1835; „De Georgii Fabricii, rectoris Afrani, vita et scriptis“, 1839 etc. hervorzuheben. Leben, beschrieben von seinem Sohne Arthur Baumgarten-Crusius. Oschatz 1835.

  • Autor/in

    Halm.
  • Empfohlene Zitierweise

    Halm, Karl Ritter von, "Baumgarten-Crusius, Carl Wilhelm" in: Allgemeine Deutsche Biographie 2 (1875), S. 161-162 [Online-Version]; URL: https://www.deutsche-biographie.de/pnd115804129.html#adbcontent

    CC-BY-NC-SA