Lebensdaten
1778 oder 1777 – 1825
Geburtsort
Halberstadt
Sterbeort
Quedlinburg
Beruf/Funktion
Verleger ; Drucker ; Buchhändler ; Buchdrucker
Konfession
evangelisch
Normdaten
GND: 133553787 | OGND | VIAF: 72585538
Namensvarianten
  • Basse, Gottfried
  • A Costa, Uriel
  • Basse, Gottfr.
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Zitierweise

Basse, Gottfried, Indexeintrag: Deutsche Biographie, https://www.deutsche-biographie.de/pnd133553787.html [04.07.2022].

CC0

  • Genealogie

    Braunschweig Dorothea Katharina Charlotte Stuhldreher ( 1825);
    S Karl Georg Heinrich Basse (* 1798); 1 T.

  • Biographische Darstellung

    B., Sohn eines Magistratsbeamten, lernte bei Doelle in Halberstadt das Buchdruckerhandwerk, wurde zu Goslar als Drucker freigesprochen. Anschließend war er Faktor bei F. Vieweg in Braunschweig und errichtete 1806, von letzterem unterstützt, Druckerei und Verlag in Quedlinburg. B. entwickelte in der Folge eine unglaublich fruchtbare Tätigkeit auf dem Gebiete der Leihbibliotheksromane, womit er die ganze Umgebung überschwemmte. Dabei lieferte er das Sortiment mit Viertelrabatt, den Verlag mit Drittelrabatt, was für damalige Begriffe Schleuderpreise waren, und womit er bei den Zunftgenossen heftigen Anstoß erregte. Es waren dies historisch-romantische Zeitgemälde, Schauerromane und Räubergeschichten. Unter seinen Hauptschriftstellern sind zu nennen: Charlotte von Ahlefeld, Sebastian Aniello, Karl Ludwig Häberlin (der Sohn des Staatsrechtslehrers K. F. Häberlin), Johann Friedrich Gottfried Nagel, Johann Andreas Christoph Hildebrandt (Landprediger zu Elzdorf, Provinz Sachsen), Heinrich August Müller (Landprediger zu Wolmirsleben bei Magdeburg), Karl Nicolai (Kriminalrat zu Halberstadt) mit mindestens 2 Dutzend Romanen und einer Zeitschrift „Neue Fakkeln“ (Band 1 bis 6, 1813-15) und viele ohne Verfasser. B. brachte 1812 ein „Räuber-, Diebes- und Gaunerarchiv“ heraus und schrieb selbst unter mehreren Pseudonymen moralisch-lehrreiche Aufsätze, Gedichte und Erzählungen. Mit den Goethe untergeschobenen, von J. F. W. Pustkuchen verfaßten „Falschen Wanderjahren Wilhelm Meisters“ hatte er größeren Erfolg. Auch Cervantes' sämtliche Werke in Lebrecht G. Försters Übersetzung waren ein besseres Verlagsobjekt. Ferner begründete er das Wochenblatt für Quedlinburg und Umgebung. Die Menge seiner Ratgeber und dergleichen auf gewerblichem, medizinischem und hauswirtschaftlichem Gebiet ist unübersehbar. Bei seinem Tode hinterließ er seinem Sohn ein recht blühendes Geschäft, das dieser noch erweiterte und mit Quedlinburg und Leipzig firmierte.

  • Werke

    s. Meusel, Gel. Teutschland X, S. 126 ff.;
    Goedeke VI, 1908, S. 408 ff.

  • Literatur

    NND III, 1825, S. 1556 ff.;
    K. Müller-Fraureuth, Die Ritter- u. Räuberromane, 1894, S. 104 f.;
    R. Schmidt, Dt. Buchhändler, dt. Buchdrucker I, 1902, S. 32 f.;
    Ein verschollener Großverlag (G. B.), in: Dt. Buchhandelsbll. 5, 1904/05, S. 169, 212, 323;
    Goedeke VI, 1908, S. 397 ff.;
    O. Dammann, Aus d. Papieren d. B.schen Buchhandlung, 1924 (mit Übersicht üb. d. Bibl. d. gesamten dt. nat. Lit. v. d. ältesten bis auf d. neuere Zeit).

  • Autor/in

    Josef Benzing
  • Zitierweise

    Benzing, Josef, "Basse, Gottfried" in: Neue Deutsche Biographie 1 (1953), S. 621 [Online-Version]; URL: https://www.deutsche-biographie.de/pnd133553787.html#ndbcontent

    CC-BY-NC-SA