Lebensdaten
um 1584 bis 1633
Geburtsort
Amberg
Sterbeort
Offenbach
Beruf/Funktion
Übersetzer ; Geschichtsschreiber ; reformierter Theologe
Konfession
reformiert
Normdaten
GND: 100015999 | OGND | VIAF
Namensvarianten
  • Abelin, Johann Philipp (fälschlicherweise gleichgesetzt mit)
  • Gottfried, Johann Ludwig
  • Abelin, Johann Philipp (fälschlicherweise gleichgesetzt mit)
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Zitierweise

Gottfried, Johann Ludwig, Indexeintrag: Deutsche Biographie, https://www.deutsche-biographie.de/pnd100015999.html [20.01.2018].

CC0

  • Genealogie

    V vermutl. Augustin, Metzger in A.;
    N. N. (erw. 1652).

  • Leben

    G. studierte ab 1601 in Heidelberg Theologie und wirkte von 1603 bis spätestens 1624 als Diakon und dann als Pfarrer nacheinander in 4 Gemeinden der linksrheinischen Kurpfalz (Gau-Odernheim, Eimsheim, Monzernheim, Weinolsheim). In Oppenheim trat er 1619 mit einer lateinischen Nacherzählung von Ovids Metamorphosen in Beziehung zum Verlag Johann Theodor de Brys und dem dort arbeitenden Matthäus Meriandem Älteren und gelangte 1624 als Korrektor nach Frankfurt. Von 1625 bis zu seinem Tode war er Pfarrer der reformierten Gemeinde von Offenbach, ließ sein Amt aber mitunter von Vikaren versehen, um sich ungestört der Übersetzer- und Autorenarbeit für Frankfurter Verleger (besonders für Merian) widmen zu können. So versah er die sogenannte Merianische Kupferbibel („Biblia Sacra“ 1625/29), Merians Stadtplan von Frankfurt (1628) und einzelne Teile von Daniel Meissners „Thesaurus Philo-Politicus“ (bei E. Kieser 1623–32) mit lateinischen und zum Teil deutschen Versen, wirkte ferner als Herausgeber einiger lateinischer Bände der sogenannten de Bryschen Reisen („Große Reisen“ Band 3, 31630, Band 9, 21633 [Merian]; „Kleine Reisen“ Band 1 Appendix [de Brys Erben] 1625, Band 12 [W. Fitzer] 1628; Historia Antipodum oder Newe Welt 1631 [Merian]) und übersetzte mehrere Bücher aus modernen Fremdsprachen ins Deutsche und Lateinische. Seine bekannteste Übersetzung ist die von ihm in „Archontologia Cosmica“ umgetaufte Weltbeschreibung „Estats, Empires et Principautez du Monde“ von Pierre Davity (nach der 2. Ausgabe Paris 1625 f.). Die 8teilige „Historische Chronica … nach Austheylung der vier Monarcheyen“ hat nur für die Teile 1 bis 6 und für den Anfang von 7 G. zum Autor; den Rest schrieb der aus Straßburg stammende Johann Philipp Abelinus. Lange Zeit wurde deswegen G.s Name als Pseudonym Abelins aufgefaßt und seine Existenz negiert (am deutlichsten von G. Droysen, Arlanibaeus. Godofredus. Abelinus, Habilitationsschrift Halle 1864). Die Weltgeschichte faßte G. als einen von der Schöpfung bis zum Jüngsten Gericht währenden Kampf zwischen Gut und Böse auf. Sie stellt eine Fundgrube kritiklos und volkstümlich vorgetragener historischer Anekdoten dar. Besonderen Wert erlangt sie – wie die meisten Publikationen G.s – durch die Kupferstiche des älteren Matthäus Merian.

  • Werke

    Weitere W Hist. Chron., 8 T., Frankfurt/M. 1629–34, 21642, 31657, 41674, 51710, 61743 Bd. 1;
    Inventarium Sueciae, 2 T., ebd. 1632, 21633 (mit Anhang);
    Archontologia Cosmica (aus d. Franz. d. P. Davity), lat. Ausgg. Frankfurt 1628, 21638, 31649, dt. Ausgg. (= Neuwe Archontologia Cosmica), 1638, 21646, 31695.

  • Literatur

    F. Gallati, „Der Kgl. Schwed. in Teutschland geführte Krieg“ d. B. Ph. v. Chemnitz u. s. Qu., Diss. Zürich 1902, S. 112 f.;
    M. Sondheim, Die de Bryschen großen Reisen, in: Het Boek 24, Den Haag 1937, S. 356 f.;
    F. Bachmann, Die alten Städtebilder, 1939, S. 18 u. Anm. 40;
    L. H. Wüthrich, Der Chronist J. L. G., in: Archiv f. Kulturgesch. 43, 1961, S. 188-216.

  • Autor

    Lucas Heinrich Wüthrich
  • Empfohlene Zitierweise

    Wüthrich, Lucas, "Gottfried, Johann Ludwig" in: Neue Deutsche Biographie 6 (1964), S. 677 f. [Online-Version]; URL: https://www.deutsche-biographie.de/pnd100015999.html#ndbcontent

    CC-BY-NC-SA