Lebensdaten
1866 - 1910
Geburtsort
Schloß Scharfeneck Kreis Neurode (Schlesien)
Sterbeort
Berlin
Beruf/Funktion
Forschungsreisender ; Gouverneur von Deutsch-Ostafrika ; Diplomat
Konfession
evangelisch
Normdaten
GND: 11907253X | OGND | VIAF: 34604308
Namensvarianten
  • Götzen, Gustav Adolf Graf von
  • Götze, Adolf Graf von
  • Götzen, Adolf Graf von
  • mehr

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Zitierweise

Götzen, Adolf Graf von, Indexeintrag: Deutsche Biographie, https://www.deutsche-biographie.de/pnd11907253X.html [25.07.2021].

CC0

  • Genealogie

    V Adolf (1821–79), preuß. Premierlt., S d. Kurt u. d. Mathilde Gfn. v. Reichenbach-Goschütz;
    M Wanda (1845–1922), Äbtissin d. Frhrl. v. Zedlitzschen Damenstifts Kapsdorf, T d. Hugo Frhr. v. Zedlitz u. Neukirch, Schloßhptm. v. Liegnitz, u. d. Luise Gfn. v. Schwerin;
    Groß-Ov Frdr. Wilh. (s. 3);
    Washington 1898 May verw. Stanlay Lay geb. Loney (1861–1931);
    1 T.

  • Leben

    Nach zweijährigem Studium der Rechtswissenschaften in Paris, Berlin und Kiel trat G. 1887 in das 2. Garde-Ulanenregiment ein. Seine militärische Laufbahn vollzog sich weitgehend im diplomatischen Dienst. 1891 wurde er an die deutsche Botschaft nach Rom kommandiert. Ein Jagdausflug im gleichen Jahre in das Kilimandscharogebiet nahm großen Einfluß auf seine weitere Entwicklung. 1893/94 führte er in Begleitung von G. von Prittwitz und von H. Kersting mit 600 Trägern eine private Forschungsreise quer durch Zentralafrika, von Pangani am Indischen Ozean bis Matadi an der Kongomündung aus. Diese Reise (21.12.1893-8.12.1894) kann wohl als eine der letzten großen Afrikadurchquerungen angesprochen werden, der noch bedeutende Neulandentdeckungen beschieden waren. Unter den zahlreichen Einzelfeststellungen ist besonders zu erwähnen, daß G. den bis dahin nur in Berichten genannten Kiwusee im nördlichen Tanganyikagrabengebiet befuhr, die heute noch teils tätigen Vulkane am Nordende dieses Sees entdeckte und als erster das sagenumwobene Reich Ruanda querte. Die Ergebnisse dieser Reise sind niedergelegt in „Durch Afrika von Ost nach West“ (1895, 21900). – 1896-98 war G. als Militär- und Marineattaché in Washington tätig. Nach seiner Beförderung zum Hauptmann und der Berufung in den Großen Generalstab wurde er 1900 aufgrund seiner großen Afrikaerfahrungen zum Gouverneur von Deutsch-Ostafrika und zum Kommandeur der Schutztruppe bestellt. 1906 zwang ihn sein angegriffener Gesundheitszustand, von dem verantwortungsvollen Posten zurückzutreten. In die Zeit seiner Tätigkeit fällt der große Aufstand in Ostafrika, über den er in „Deutschostafrika im Aufstand 1905/06“ (1909) berichtet. Zuletzt war er als preußischer Gesandter in Hamburg tätig. – Ehrungen durch zahlreiche wissenschaftliche Gesellschaften; Karl-Ritter-Medaille der Geographischen Gesellschaft in Berlin.

  • Literatur

    Dt. Kolonialztg., 1910, S. 835 f. (P);
    BJ XV (Tl. 1910, L);
    Pogg. IV, V;
    E. Banse, Lex. d. Geogr. I, 1933.

  • Autor/in

    Friedrich Wilhelm
  • Empfohlene Zitierweise

    Wilhelm, Friedrich, "Götzen, Adolf Graf von" in: Neue Deutsche Biographie 6 (1964), S. 593 f. [Online-Version]; URL: https://www.deutsche-biographie.de/pnd11907253X.html#ndbcontent

    CC-BY-NC-SA