Dates of Life
1843 bis 1898
Place of birth
Dresden
Place of death
Leipzig
Occupation
Sozialpädagoge
Religious Denomination
evangelisch
Authority Data
GND: 128724935 | OGND | VIAF: 69988718
Alternate Names
  • Götze, Julius Woldemar
  • Götze, Woldemar
  • Götze, Julius Woldemar
  • more

Relations

Outbound Links from this Person

Genealogical Section (NDB)

The links to other persons were taken from the printed Index of NDB and ADB and additionally extracted by computational analysis and identification. The articles are linked in full-text version where possible. Otherwise the digital image is linked instead.

Places

Map Icons
Marker Geburtsort Place of birth
Marker Wirkungsort Place of activity
Marker Sterbeort Place of death
Marker Begräbnisort Place of interment

Localized places could be overlay each other depending on the zoo m level. In this case the shadow of the symbol is darker and the individual place symbols will fold up by clicking upon. A click on an individual place symbol opens a popup providing a link to search for other references to this place in the database.

Citation

Götze, Woldemar, Index entry in: Deutsche Biographie, https://www.deutsche-biographie.de/pnd128724935.html [03.08.2020].

CC0

  • Genealogy

    V Heinr. Aug. (1805–66), Inh. e. Privatschule in D.;
    M Friederike Trebsdorf (1817–66);
    ⚭ Anna Strüver (1855–1924);
    S Alfred (1876–1946), Prof. d. Germanistik, bes. verdient um die dt. Wortkde., u. a. Hrsg. v. F. Kluge, Etymolog. Wb. d. dt. Sprache, 121934 - 161953 (s. L).

  • Life

    Bestimmt zum Maschinenbauer, kam G. 1857 zu einem Mechaniker in die Lehre in Dresden. Nach zweijährigem Besuch des Polytechnikums verschaffte er sich mit eisernem Fleiß den Zugang zum Universitätsbesuch in Leipzig, wo Rudolf Hildebrand, der Reformer deutscher Sprachbildung, und Tuiskon Ziller, der Schüler Herbarts, seine Lehrer und Freunde wurden. Vorübergehend ab 1870 als Hauslehrer in Berlin und als Gymnasialoberlehrer in Freiberg (Sachsen) beschäftigt, erhielt er 1873 einen Ruf an die Realschule in Leipzig als Lehrer für Geschichte und Deutsch. Hier wandte er sich nunmehr in rastlosem Eifer dem Auf- und Ausbau der werktätigen Erziehung zu, angeregt durch die Ziller-Barthschen Versuche auf dem Gebiet des Arbeitsunterrichtes, durch Karl Biedermanns und Emil von Schenkendorffs Reformideen sowie insbesondere durch Erasmus Schwabs Schrift „Die Arbeitsschule als organischer Bestandteil der Volksschule“. 1879 übernahm er den Vorsitz in der „Gemeinnützigen Gesellschaft“ zur Förderung der Selbstbeschäftigung und des Hausfleißes. Auf Veranlassung G.s wurde 1881 die erste Schülerwerkstätte in Dresden eingerichtet, 1887 das erste deutsche Handfertigkeitsseminar in Leipzig eröffnet. Nachdem er 1890 noch die Redaktion der „Blätter für Knabenarbeit“ übernommen hatte, gelang ihm 1896 die Errichtung der großen Deutschen Lehrerbildungsanstalt für Knabenhandarbeit, des späteren Staatlichen Seminars für Werkunterricht. – G.s Reformpädagogik fußt auf Herbarts Forderung der erziehlichen Knabenhandarbeit und auf Zillers Erweiterung in sozialpädagogischer Hinsicht. Es ist hauptsächlich sein Verdienst, daß die Knabenhandarbeitsbewegung entgegen mehr auf handwerkliche und industrielle Schulung abzielenden Bestrebungen in ein rein pädagogisches Fahrwasser gelenkt wurde. Vor allem leistete er die schulisch-didaktische Ausgestaltung des Handfertigkeitsunterrichtes und erhob damit die Leipziger Schulreform zu einer erstrangigen Bedeutung in der modernen Arbeitsschulentwicklung.

  • Works

    Weitere W u. a. Die Ergänzung d. Schulunterrichts durch prakt. Beschäftigung, in: Arbeiterfreund, 1880;
    Das Wesen d. nord. Handfertigkeitsunterrichts, in: Werkstücke, 1887;
    Die Hauptfragen d. Knabenhandarbeit, in: Nordwest, 1890;
    Denkschr. f. d. erziehl. Knabenhandarbeitsunterrich, 1892;
    Handfertigkeitsunterricht, in: Hdwb. d. Staatswiss. IV, 1892;
    Über d. wichtigsten Fragen bezgl. d. dt. Handfertigkeitsunterrichts, in: Ber. üb. d. Kieler Handfertigkeitskongreß, 1896;
    Die erziehende Knabenhandarbeit, eine päd. Reformidee u. ihre Verwirklichung, in: Ber. üb. d. mitteldt. Handfertigkeitsausstellung zu Leipzig, 1897.

  • Literature

    E. Wießner, Gesch. d. Handfertigkeitsunterrichtes f. Knaben, in: C. Kehr, Gesch. d. Methodik d. dt. Volksschulunterrichts IV, 1889;
    O. W. Beyer, Dt. Schulwelt d. 19. Jh. in Wort u. Bild, 1903 (P);
    A. Teuscher u. Th. Franke, Qu. z. Gesch. d. Arbeitsschule, 1913;
    A. Löffler, Das erste dt. Werklehrerseminar, in: Die Arbeitsschule 45, 1931 (P);
    Th. Fritzsch, W. G., d. Vater d. erziehenden Knabenhandarbeit, 1933 (W-Verz., P);
    Hildebrand, Werkunterricht, in: H. Schwartz, Päd. Lex. IV, 1931;
    BJ V (Tl. 1898, W, L). - Zu S Alfred: F. Stroh, in: Die Erlanger Univ. 1, 1947, S. 19 ff.;
    G. Eis, in: Zs. f. dt. Philol. 70, 1947/49, S. 97 f.; W-Verz.
    in: Dt. Wortgesch., hrsg. v. F. Maurer u. F. Stroh, III, 1943, S. 273-320.

  • Author

    Heinrich Kautz
  • Citation

    Kautz, Heinrich, "Götze, Woldemar" in: Neue Deutsche Biographie 6 (1964), S. 595 f. [online version]; URL: https://www.deutsche-biographie.de/pnd128724935.html#ndbcontent

    CC-BY-NC-SA