Lebensdaten
1816 bis 1892
Geburtsort
Dornum (Ostfriesland)
Sterbeort
Leer
Beruf/Funktion
liberaler Politiker
Konfession
lutherisch
Normdaten
GND: 133252876 | OGND | VIAF: 20868415
Namensvarianten
  • Gittermann, Johann Carl
  • Gittermann, Carl
  • Gittermann, Johann Carl
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Zitierweise

Gittermann, Carl, Indexeintrag: Deutsche Biographie, https://www.deutsche-biographie.de/pnd133252876.html [19.09.2020].

CC0

  • Genealogie

    Aus e. im 18. Jh. vom Harz nach Ostfriesland eingewanderten Fam., d. zahlr. hervorragende ostfries. Pastoren hervorgebracht hat;
    V Rud. Christoph (1776–1848), Dr. phil., Pastor, Vf. e. ostfries. Gesch. u. Geographie (s. Kosch, Lit.-Lex.), S d. Pastors Joh. Wilh. u. d. Ida Maria Reuter;
    M Eleonore Charl. ( 1854), T d. Pastors Joh. Barthold Biermann in Kirchwahlingen;
    Ov Hermann (1768–1834), Theol., Schriftsteller, Kirchenlieddichter (s. ADB IX; Kosch, Lit.-Lex.);
    1) 1848 Frieder. Margareta ( 1853), T d. Weinhändlers u. Senators Frdr. Ulrich van Nuys in Aurich, 2) 1854 Sophie Wilh. Joh., T d. Gymnasialrektors Dr. Ernst Gramberg in Züllichau;
    1 T aus 1), 2 S aus 2) (beide Kaufleute in Odessa);
    N Rud. Eucken ( 1926), Philosoph (s. NDB IV).

  • Leben

    G. studierte in Göttingen Theologie und Geschichte und schloß sich unter dem Einfluß Hegels und vor allem L. Feuerbachs einer sehr liberalen Richtung an. Die Hochschullaufbahn schlug er aus, wurde aber wegen seiner liberalen Einstellung vom streng orthodoxen Konsistorium als Pfarrer nicht eingestellt und nahm deshalb 1848 die Stelle des Lateinschulrektors in Esens an. Schon im folgenden Jahr wurde er zum Präsidenten des Bürgervereins gewählt. Er war ein begeisterter Verfechter großdeutscher Ideen. Auf Grund einer in einer öffentlichen Volksversammlung auf dem Marktplatz von Esens gehaltenen Rede, in der er sich zur deutschen Einheit und Freiheit bekannte und die reaktionären deutschen Regierungen scharf angriff, und der sich anschließenden Verlesung einer Huldigungsadresse an die Nationalversammlung wurde ihm von der hannoverischen Regierung der Prozeß gemacht und er wegen Verletzung der Amtsehre zu 4 Wochen Gefängnis verurteilt. Der idealistische Vorkämpfer Ostfrieslands für ein Deutsches Reich wurde dadurch zum politischen Märtyrer. Nach Abbüßung seiner Strafe wurde er in Esens mit großem Jubel empfangen und als „Des Volkes kühner Sprecher“ gefeiert. 1867 wurde G. als Vertreter der Nationalliberalen für den Konstituierenden Norddeutschen Reichstag aufgestellt, fiel aber mit knapper Minderheit gegen den konservativen Kandidaten durch. Damit war seine politische Tätigkeit beendet. Als Lehrer, Prediger und Publizist geriet er immer wieder in Konflikte mit seiner vorgesetzten Kirchenbehörde, die ihn schließlich seines Amtes enthob, zumal er sich als Führer des liberalen Seriemer Protestantenvereins bei der Landeskirche sehr mißliebig gemacht hatte. Er erhielt dann 1874 eine Lehrerstelle an der Navigationsschule in Leer.

  • Werke

    u. a. Der kleine Ostfriese, Karte u. Beschreibung d. Fürstentums Ostfriesland, o. J.;
    Wer ist Christus?, Predigt, 1865;
    Licht, Liebe, Leben, 1871 (Vorträge im Protestantenver.).

  • Literatur

    H. Borkenhagen, Ostfriesland unter d. hann. Herrschaft, 1924;
    D. Bischoff, Ostfriesland in d. dt. Bewegung 1848/49, 1938;
    G. Möhlmann, J. C. G., in: Nd.sächs. Lb. IV, 1960, S. 122-35 (W-Verz., L, P).

  • Autor/in

    Günther Möhlmann
  • Empfohlene Zitierweise

    Möhlmann, Günther, "Gittermann, Carl" in: Neue Deutsche Biographie 6 (1964), S. 416 f. [Online-Version]; URL: https://www.deutsche-biographie.de/pnd133252876.html#ndbcontent

    CC-BY-NC-SA