Lebensdaten
unbekannt
Beruf/Funktion
Kölner Patrizierfamilie
Konfession
katholisch
Normdaten
GND: 139786627 | OGND | VIAF
Namensvarianten
  • Gyr

Literatur(nachweise)

Orte

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Zitierweise

Gir, Indexeintrag: Deutsche Biographie, https://www.deutsche-biographie.de/gnd139786627.html [22.11.2017].

CC0

  • Leben

    Im Gegensatz zur älteren Gruppe des Kölner Meliorats (= Patriziats) „der möglicherweise ministerialischen oder altstädtisch eingesessenen Geschlechter“ (L. von Winterfeld) waren die G. wie die Overstolz und Schiderich|eine der jüngeren Familien, deren Herkunft aus der Rheinvorstadt auf den Aufstieg durch kaufmännische Tätigkeit hinweist. Den Namen (lateinisch Avarus) verdanken die G. offenbar einer hervorstechenden schlechten Eigenschaft beim Beginn ihres sozialen Aufstiegs. Gottfried Hagens Anspielung („hei is gir und falsch“) mag, wie man vermutet hat, auf die Herkunft aus kleinbürgerlichem Stand hinweisen.

    Der bedeutendste Vertreter der Familie war zunächst Hartmann ( um 1232/33), der keinerlei Grundbesitz erbte und einer der größten Kölner Grundbesitzer seiner Zeit wurde. Durch Kauf oder Geldleihe erwarb er namentlich am Heumarkt Grundstücke, die hohe Erträge abwarfen, aber auch in anderen Teilen der Stadt und außerhalb der Mauern. Um 1232/33 muß er gestorben sein, denn damals stiftete seine Witwe Guderadis das Kloster Burbach, dessen reiche Ausstattung helfen sollte, den schlechten Klang, der dem Namen Gir anhaftete und den die Witwe vergeblich in Geier umdeutete (relicta Hartmanni Vulturis), zu beseitigen. Indessen gelang der Familie die Verschwägerung mit alten Familien wie denen von der Lintgasse, den Cleingedanc, und den von der Mühlengasse sowie der Zugang zum Schöffenamt und zur Bürgermeisterwürde.

    Unter den Nachkommen ist erwähnenswert der Schöffe und Bürgermeister Eberhard ( vor 1300). Er vereinigte in seinem Besitz den Stammsitz Schönecken, den Covelzhof und das Haus zum Hüntgen (Caniculus). Nach diesen Besitzungen nannten sich die von seinen Söhnen gegründeten Linien. Aus ihnen wurden vier Schöffen, zwei außerdem Bürgermeister, drei saßen im engen Rat, einer wurde Rentmeister. Einer von ihnen, Tifmann, war um 1324 Aldermann der Hansebruderschaft der Kölner Englandfahrer.

  • Autor

    Hermann Kellenbenz
  • Familienmitglieder

  • Empfohlene Zitierweise

    Kellenbenz, Hermann, "Gir" in: Neue Deutsche Biographie 6 (1964), S. 407 f. [Online-Version]; URL: https://www.deutsche-biographie.de/gnd139786627.html#ndbcontent

    CC-BY-NC-SA

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