Lebensdaten
1741 bis 1826
Geburtsort
Rostock
Sterbeort
Mirow
Beruf/Funktion
evangelischer Theologe ; Pastor im mecklenburgischen Mirow
Konfession
evangelisch
Normdaten
GND: 136459285 | OGND | VIAF: 80798988
Namensvarianten
  • Giesebrecht, Benjamin Christian Heinrich
  • Giesebrecht, Benjamin
  • Giesebrecht, Benjamin Christian Heinrich
  • mehr

Verknüpfungen

Von der Person ausgehende Verknüpfungen

Verknüpfungen auf die Person andernorts

Verknüpfungen zu anderen Personen wurden aus den Registerangaben von NDB und ADB übernommen und durch computerlinguistische Analyse und Identifikation gewonnen. Soweit möglich wird auf Artikel verwiesen, andernfalls auf das Digitalisat.

Orte

Symbole auf der Karte
Marker Geburtsort Geburtsort
Marker Wirkungsort Wirkungsort
Marker Sterbeort Sterbeort
Marker Begräbnisort Begräbnisort

Auf der Karte werden im Anfangszustand bereits alle zu der Person lokalisierten Orte eingetragen und bei Überlagerung je nach Zoomstufe zusammengefaßt. Der Schatten des Symbols ist etwas stärker und es kann durch Klick aufgefaltet werden. Jeder Ort bietet bei Klick oder Mouseover einen Infokasten. Über den Ortsnamen kann eine Suche im Datenbestand ausgelöst werden.

Zitierweise

Giesebrecht, Benjamin, Indexeintrag: Deutsche Biographie, https://www.deutsche-biographie.de/pnd136459285.html [04.08.2020].

CC0

  • Leben

    Giesebrecht: Benjamin Christian Heinrich G., Theologe, geb. den 6. Febr. 1741 zu Rostock als der Sohn eines dortigen Bürgers und Kammmachers, gest. den 26. April 1826 zu Mirow. Er verlor früh seinen Vater, welcher die Familie in bedrängten Verhältnissen zurückließ; die Mutter siedelte mit den Kindern nach Anclam über, wo G. seine Schulbildung erhielt. Die Leiden des siebenjährigen Krieges veranlaßten seine erste schriftstellerische Arbeit: „Empfindungen eines Jünglings bei dem traurigen Kriegsschicksal seines Vaterlandes“ (Rostock 1760, anonym); er hatte selbst dieses Schicksal zu spüren, denn vor preußischen Werbern mußte er sich mit einem Bruder aus Anclam am mecklenburgisches Gebiet flüchten. 1761 bezog er die Universität Halle, um Theologie zu studiren; während seiner Universitätszeit erschien anonym ein dichterischer Versuch: „Die Schöpfung der Natur“ (Halle 1762). Eine lateinische Elegie gewann ihm nach der Rückkehr in seine Heimath Gönner, und im J. 1769 wurde ihm die Pfarrei zu Mirow übertragen, einem Marktflecken in Mecklenburg-Strelitz. Der Ort ist nicht ohne historische Erinnerungen. Im 13. Jahrhundert wurde hier eine Johannitercomthurei begründet, die bis zum westfälischen Frieden im Besitz des Ordens blieb, dann säcularisirt wurde und dem mecklenburgischen Herzogshause zufiel; Fürsten des Hauses haben dann zeitweise in Mirow residirt und für ihren Hofhalt zwei Schlösser gebaut; in der stattlichen Pfarrkirche ist noch jetzt das Erbbegräbniß der Großherzoge von Mecklenburg-Strelitz. In dem jungen Theologen wurde der historische Sinn geweckt, welcher dann auf seine ganze Nachkommenschaft übergegangen ist. So eifrig G. sein Predigtamt versah, blieb er doch seinen litterarischen Neigungen getreu. Er veröffentlichte|eine Umschreibung des ersten Buchs Mosis, Zwei Abtheilungen (Rostock 1784. 1785) und behandelte in Gelegenheitsschriften Zeitfragen, besonders pädagogischer Art. Der Hebung der Schulen in seinem Sprengel nahm er sich besonders an; unter seiner Einwirkung hob sich die Mirower Schule so, daß vierzehnjährige Schüler derselben in den oberen Classen der Berliner Gymnasien Aufnahme fanden und dort durch ihre Leistungen glänzten. Im J. 1771 hatte sich G. mit einer Tochter seines Amtsvorgängers verheirathet, und die Ehe war reich mit Kindern gesegnet. Im Pfarrhause herrschte große Einfachheit, aber ein reges geistiges Leben. Die Familie traf das schwere Geschick, daß die Mutter 1790 unheilbar erblindete, aber sie blieb doch noch 33 Jahre die eigentliche Seele des Hauses, auf ihren Gatten und ihre Kinder, von denen sie die jüngeren nie gesehen hat, von dem bestimmendsten Einfluß. G. hatte das seltene Glück, vier reichbegabte Söhne zu den Mannesjahren gelangen zu sehen, die in ihrer Weise das Werk des Vaters fortsetzten. Wie verschieden auch sonst, waren sie in aufrichtiger Frömmigkeit, in der Lauterkeit ihrer ganzen Gesinnung, in der Liebe zu Kunst und Wissenschaft, in dem Eifer für das Schulwesen sich völlig gleich. Der Jüngste derselben trat in das Pfarramt seines Vaters ein, als dieser die Abnahme seiner Kräfte nach mehr als vierzigjähriger Amtswirksamkeit fühlte.

    • Literatur

      Das Pfarrhaus zu Mirow, verfaßt von Julie Adler, einer Enkelin Benjamins G., und nach ihrem Tode (12. Febr. 1870) 1871 zu Halle für die Familienglieder gedruckt. Nekrolog d. D. V. S. 425 ff.

  • Autor/in

    W. v. Giesebrecht.
  • Empfohlene Zitierweise

    Giesebrecht, Wilhelm von, "Giesebrecht, Benjamin" in: Allgemeine Deutsche Biographie 9 (1879), S. 156-157 [Online-Version]; URL: https://www.deutsche-biographie.de/pnd136459285.html#adbcontent

    CC-BY-NC-SA