Lebensdaten
1865 bis 1938
Geburtsort
Straelen Kreis Geldern
Sterbeort
Mönchengladbach
Beruf/Funktion
katholischer Gewerkschafter ; Reichspostminister
Konfession
katholisch
Normdaten
GND: 124318657 | OGND | VIAF
Namensvarianten
  • Giesberts, Johann
  • Giesberts, J.
  • Giesberts, Joh.

Orte

Symbole auf der Karte
Marker Geburtsort Geburtsort
Marker Wirkungsort Wirkungsort
Marker Sterbeort Sterbeort
Marker Begräbnisort Begräbnisort

Zitierweise

Giesberts, Johann, Indexeintrag: Deutsche Biographie, https://www.deutsche-biographie.de/pnd124318657.html [17.10.2018].

CC0

  • Genealogie

    V Jacob (1837–89), Bäckermeister, S d. Kleinhändlers Peter Joh. aus Arlen/Holland u. d. Mechtilde Backhuysen;
    M Hubertina (1836–74), T d. Ackerers Joh. Schreuers u. d. Wilhelmine Koenigs;
    Mönchengladbach 1907 Maria Sophia (* 1861), T d. Joh. Baues u. d. Anna Malzkorn;
    1 S, 3 T.

  • Leben

    G. erlernte im väterlichen Geschäft das Bäckerhandwerk, mußte aber danach durch Lohnarbeit zum Unterhalt der Familie beitragen: als landwirtschaftlicher Hilfsarbeiter, Ziegeleiarbeiter, Bierbrauer, Heizer, Maschinist. Seit 1893 in den katholischen Arbeitervereinen tätig, wurde er zunächst Arbeitersekretär, seit 1899 Redakteur der „Westdeutschen Arbeiterzeitung“, des Verbandsorgans der katholischen Arbeitervereine. Er gehörte zu den Mitbegründern der christlichen Gewerkschaftsbewegung und war zeitweilig auch Redakteur des „Zentralblattes der christlichen Gewerkschaften“. 1905 zog er als erster Arbeitervertreter innerhalb des Zentrums in den Reichstag ein, 1906 auch in den Preußischen Landtag und verlegte seither (bis 1933) das Schwergewicht seiner politischen Aktivität in die parlamentarischen Gremien. 1919-22 gehörte er verschiedenen Kabinetten als Reichspostminister an. – G. politische Anschauungen waren geprägt von den sozialen und politischen Forderungen der deutschen Arbeiterbewegung im allgemeinen. Dabei trennte ihn von der sozialistischen Arbeiterbewegung sein für ihn nie in Zweifel stehendes katholisches Glaubensbekenntnis. Innerhalb der eigenen Gruppe hatte G., der sowohl in den katholischen Arbeitervereinen als auch in den christlichen Gewerkschaften wurzelte, eine anerkannte Vermittlerfunktion inne. Es ging dabei vor und besonders nach 1918 vor allem um die unterschiedlichen Meinungen innerhalb des Zentrums in bezug auf den politischen Weg der Partei zwischen rechts und links und um die Auseinandersetzungen zwischen den katholischen Arbeitervereinen und den christlichen Gewerkschaften über die Priorität von Glaubens- oder politischen Fragen. Die Aufgabe, jeweils praktikable Kompromisse zu finden, hat G. mit beweglichem Geist, praktischem Sinn und großer Energie zu lösen versucht.

  • Werke

    Die christl. Gewerkschaften in d. Arbeiterbewegung, 1907;
    Neudt. Parlamentarismus, 1918;
    Das Zentrum u. d. kommenden Wahlen, 1924;
    Aus m. Leben, 1924;
    Die Gefährdung d. Gewerkschaftsbewegung, 1927.

  • Literatur

    J. Joos, Am Räderwerk d. Zeit, 1951;
    ders., So sah ich sie, 1958;
    Rhdb. (P).

  • Autor/in

    Helga Grebing
  • Empfohlene Zitierweise

    Grebing, Helga, "Giesberts, Johann" in: Neue Deutsche Biographie 6 (1964), S. 375 f. [Online-Version]; URL: https://www.deutsche-biographie.de/pnd124318657.html#ndbcontent

    CC-BY-NC-SA