Lebensdaten
erwähnt 1305, gestorben 1344
Geburtsort
Breslau
Beruf/Funktion
Domherr von Breslau ; Administrator
Konfession
katholisch
Normdaten
GND: 135953278 | OGND | VIAF
Namensvarianten
  • Bancz, Nikolaus
  • Bansch, Nikolaus
  • Bantsch, Nikolaus
  • mehr

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Zitierweise

Banz, Nikolaus, Indexeintrag: Deutsche Biographie, https://www.deutsche-biographie.de/pnd135953278.html [20.02.2019].

CC0

  • Genealogie

    B Heinrich von Banz (s. 1);
    N Philipp Marschalci von Banz, Domherr.

  • Leben

    B. war Inhaber einer Reihe geistlicher Pfründen, so der Pfarrei Ottmachau, dessen Burggraf einer seiner Brüder war. Weiter war er Archidiakon in Liegnitz, Breslauer Kreuzkanonikus, 1320 Kantor, Domkanonikus in Krakau und Lebus und gehörte von 1305 bis zu seinem Tode dem Breslauer Domkapitel an. Jahrzehntelang war er der Führer der deutschen Majorität des Kapitels. Bischöflicher, aber auch herzoglicher Verwaltungsmann und Ratgeber, trug er entscheidend zum Anschluß Schlesiens an Böhmen bei. Während der Bistumsvakanz 1319-26 war er als einer der beiden Temporaladministratoren der eigentliche Leiter des Bistums.

  • Literatur

    ADB II;
    J. Jungnitz, Die Breslauer Weihbischöfe, 1914;
    G. Pfeiffer, Das Breslauer Patriziat im MA, 1929;
    G. Schindler, Das Breslauer Domkapitel 1341-1417, Diss. Breslau 1937;
    R. Samulski, Unterss. üb. d. persönl. Zusammensetzung d. Breslauer Domkapitels im MA I, 1940;
    H. Ludat. Das Bistum Lebus, 1942;
    J. Gottschalk in: 950 J. Bistum Breslau, 1951, S. 67 f.

  • Autor/in

    Robert Samulski
  • Empfohlene Zitierweise

    Samulski, Robert, "Banz, Nikolaus" in: Neue Deutsche Biographie 1 (1953), S. 578 [Online-Version]; URL: https://www.deutsche-biographie.de/pnd135953278.html#ndbcontent

    CC-BY-NC-SA

  • Leben

    Banz: Nicolaus v. B., vor 1345, aus einer der ältesten deutschen Patricierfamilien Breslaus stammend, erscheint zuerst 1305 als Domherr zu Breslau, ist von 1308—1315 Archidiakon von Liegnitz und von etwa 1326 bis an seinen Tod (um 1344) im Besitze der Cantor-Prälatur am Breslauer Kreuzstifte. Während der Vacanz des Breslauer Bisthums von 1319—1326 ist er einer der beiden für die Temporalien gesetzten Administratoren und thatsächlich der eigentliche Leiter des Bisthums, gleichzeitig seit etwa 1325 Hofrichter Herzog Heinrichs II. von Breslau und dessen vertrauter Rathgeber auch wol bezüglich des Anschlusses Schlesiens an die Krone Böhmen zum Schutze gegen Heinrichs gewalttätigen Bruder Boleslaw und gegen etwaige polnische, von der päpstlichen Curie begünstigte Anschläge. Ende 1326 oder Anfang 1327 wird er von Anhängern Boleslaw's in der Egidienkirche gefangen genommen und nach dem Schlosse Jeltsch bei Ohlau geschleppt, bald jedoch von seinen Freunden wieder befreit. Kurze Zeit darauf (April 1327) erfolgte die Unterwerfung Herzog Heinrichs unter Böhmen. Nicolaus blieb auch unter der Regierung Bischof Nanker's (vergl. dessen Biographie) 1326—1341 der eigentliche Regent, vor welchem alle Welt, wie der Legat Galhard de Carceribus klagt, sich mehr fürchtete, als vor dem Bischofe, und gegen den deshalb auch die Bannstrahlen jenes fruchtlos blieben. Der mit ebenso viel Ausdauer als Klugheit und Besonnenheit geführte Vertheidigungskampf gegen die päpstlichen Legaten Peter von Auvergne und Galhard de Carceribus, welche mit maßlosen Geldansprüchen die schlesische Geistlichkeit heimsuchten und dabei den Deutschen, schon weil diese den im deutschen Reiche unbekannten Peterspfennig zu zahlen verweigerten, auf jede Weise zu schaden sich bemühten, ist sein Hauptverdienst. Er erlebte noch die durch die Wahl Bischof Preczlaw's besiegelte Niederlage der polonisirenden Bestrebungen, wird dann bei Gelegenheit des Conflictes Nanker's mit König Johann noch einmal kurz als Vermittler erwähnt und schließlich in einer Urkunde Bischof Preczlaw's von 1345 als kürzlich verstorben bezeichnet. Er scheint auch reich begütert gewesen zu sein; 1321 schenkt er der Breslauer Domkirche das Gut Kosel, 1322 erwirbt er ein Gut in Klettendorf, vermittelt etwa 1325 eine Anleihe von der Stadt Breslau für den Herzog und besitzt bis zu seinem Tode die Hälfte der Burg Kaltenstein im Neißeschen.

    • Literatur

      Grünhagen, König Johann und Bischof Nanker, Wien 1864, aus den Sitzungsberichten der Wiener Akademie 1864, Juli, besonders abgedruckt. — Theiner, Monumenta Poloniae I. und das Formelbuch Arnold's von Protzan, ed. Wattenbach im cod. dipl. Siles. V.

  • Autor/in

    Grünhagen.
  • Empfohlene Zitierweise

    Grünhagen, Colmar, "Banz, Nikolaus" in: Allgemeine Deutsche Biographie 2 (1875), S. 43 [Online-Version]; URL: https://www.deutsche-biographie.de/pnd135953278.html#adbcontent

    CC-BY-NC-SA