Lebensdaten
1881 bis 1955
Geburtsort
Berlin
Sterbeort
Lüneburg
Beruf/Funktion
Botaniker
Konfession
lutherisch
Normdaten
GND: 116450134 | OGND | VIAF
Namensvarianten
  • Gaßner, Johann Gustav
  • Gaßner, Gustav
  • Gaßner, Johann Gustav
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Zitierweise

Gaßner, Gustav, Indexeintrag: Deutsche Biographie, https://www.deutsche-biographie.de/pnd116450134.html [21.11.2018].

CC0

  • Genealogie

    V George, aus Salzburger Emigrantenfam., Rechnungsrat;
    M Luise Voigt;
    Buenos Aires 1910 Lili, T d. Fabrikbes. Fassler-Farnkopf (Montevideo) u. d. Gertrud Schilling;
    3 S, 1 T.

  • Leben

    Bereits ein Jahr nach der Promotion unter L. Kny in Berlin wurde G. 1907 als Professor für Botanik und Phytopathologie an die Landwirtschaftliche Hochschule in Montevideo berufen. 1910 kehrte er zurück, habilitierte sich 1911 in Kiel und war von 1912 ab als Privatdozent beziehungsweise außerordentlicher Professor (1915) in Rostock. 1918 übernahm er das Ordinariat für Botanik in Braunschweig. Hier trat er 1933 als Rektor mannhaft gegen Übergriffe der nationalsozialistischen Machthaber auf und mußte daraufhin Deutschland verlassen. 1934-39 leitete er den türkischen Pflanzenschutzdienst in Ankara, übernahm dann die biologische Forschungsabteilung der Fahlberg-List AG in Magdeburg und kehrte 1945, nach Kriegsende, an die TH Braunschweig zurück, wo er, erneut für 2 Amtsperioden zum Rektor gewählt, den Lehr- und Forschungsbetrieb an der zu 75% zerstörten Hochschule wieder in Gang brachte. Gleichzeitig unternahm er es, die Institute und Dienststellen der ehemaligen Biologischen Reichsanstalt zu einer Biologischen Zentralanstalt zusammenzufassen (ab 1947 deren Präsident neben seiner Hochschullehrertätigkeit bis zum 70. Geburtstage). - G. war ein hervorragender Vertreter der angewandten Botanik und speziell der Phytopathologie. Sein bevorzugtes Arbeitsgebiet waren die Brand- und Rostkrankheiten des Getreides. Durch seine ganzheitliche Betrachtung der Probleme hat er hier der bis dahin überwiegend einseitig mykologisch orientierten Forschung neue Wege gewiesen. Es war ihm außerdem in besonderem Maße gegeben, die wissenschaftlich erarbeiteten Erkenntnisse der Praxis dienstbar zu machen, auf phytopathologischem Gebiet durch Förderung der Saatgutbeizung, aber auch auf vielen anderen Forschungsgebieten, vor allem der Entwicklungs- und Keimungsphysiologie. Seine Arbeiten über die Entwicklungsumstimmung durch Kälte bilden einen Markstein der Vernalisationsforschung|.

  • Auszeichnungen

    Mitgl. vieler wiss. Gremien u. Kuratorien; Mitgl. d. Leopoldina, d. schwed. Ak. d. Landwirtsch., Ehrensenator d. TH Braunschweig, Prof. h. c. d. Univ. Montevideo, Dr. h. c. (Göttingen), Ehrenpräs. d. Vereinigung f. angew. Botanik, Gr. Verdienstkreuz d. Verdienstordens d. Bundesrepublik Dtld..

  • Werke

    u. a. Pflanzenkrankheiten, in: Hdb. d. Landwirtsch., 1928, S. 447-542, 21952, S. 549-623;
    Mikroskop. Unters. pflanzl. Nahrungs- u. Genußmittel, 1931, 21951;
    Beizung u. Entseuchung v. Saat- u. Pflanzgut, in: Hdb. d. Pflanzenkrankheiten VI, 1/21952, S. 334-73;
    zahlr. Veröff. in Fachzss.

  • Literatur

    K. Hassebrauk, Festrede z. 70. Geb.tage, 1951;
    ders., Die Verdienste G. G.s um d. Getreiderostforschung, in: Nachrr.bl. d. dt. Pflanzenschutzdienstes 3, 1951, S. 2-7;
    ders., in: Berr. d. dt. botan. Ges. 68a, 1955, S. 189-91 (P);
    H. Müller, G.s Arbb. f. d. Entwicklung d. Saatgutbeizung, in: Nachrr.bl. d. dt. Pflanzenschutzdienstes 3, 1951, S. 7-11;
    H. Richter, in: Phytopathol. Zs. 23, 1955, S. 221-32 (W-Verz., 200 Nr., P);
    Rhdb. (P).

  • Portraits

    Gem. v. F. E. Rothe (Braunschweig, Fam.bes.);
    Bronzebüste v. J. Hofmann (ebd. u. Biol. Bundesanstalt Braunschweig).

  • Autor/in

    Kurt Hassebrauk
  • Empfohlene Zitierweise

    Hassebrauk, Kurt, "Gaßner, Gustav" in: Neue Deutsche Biographie 6 (1964), S. 83 f. [Online-Version]; URL: https://www.deutsche-biographie.de/pnd116450134.html#ndbcontent

    CC-BY-NC-SA