Lebensdaten
1838 bis 1913
Geburtsort
Neiße (Oberschlesien)
Sterbeort
Breslau
Beruf/Funktion
Markscheider
Konfession
evangelisch
Normdaten
GND: 136349773 | OGND | VIAF
Namensvarianten
  • Gaebler, Carl Ludwig August Hermann
  • Gaebler, Carl
  • Gaebler, Carl Ludwig August Hermann

Orte

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Zitierweise

Gaebler, Carl, Indexeintrag: Deutsche Biographie, https://www.deutsche-biographie.de/pnd136349773.html [25.04.2019].

CC0

  • Genealogie

    V Ludwig (1810–59), Regimentstierarzt, Schneidermeisters-S;
    M Wilh. Henr. Louise (1813–55), T d. Tuchmachermeisters Bredow;
    Tarnowitz 1867 Adele (1840–1917), T d. Gutsbes. Wilh. Bürkner u. d. Emilie Schönbrunn;
    2 S, 1 T, u. a. Hugo (1868–1947), Prof., Numismatiker, wiss. Beamter d. Preuß. Ak. d. Wiss., Erforscher d. makedon Münzwesens, Mitbegr. u. Hrsg. d. Zs. „Nomisma“ (1908-23) (s. W, L).

  • Leben

    Nach der Reifeprüfung widmete sich G. dem Bergfach im höheren Staatsdienst, wandte sich aber bald dem markscheiderischen Beruf zu (1860 Feldmesserprüfung in Oppeln, 1862 Markscheiderprüfung in Breslau). Einen verantwortlichen Wirkungskreis fand er anschließend auf den Steinkohlenbergwerken der Gräflich Ballestremschen Güterdirektion in Oberschlesien, den er mit Unterbrechungen durch die Kriege 1866 und 1870/71, an denen er als Reserveoffizier teilnahm, bis 1888 innehatte. Auf Grund seiner besonderen Leistungen wurde er 1892 als Oberbergamtsmarkscheider an das Oberbergamt Breslau berufen; 1900 schied er aus dem Staatsdienst aus, fortan seinen wissenschaftlichen und persönlichen Neigungen lebend. – G. hat zu einer Zeit, da die Geologie als Bergbauwissenschaft noch in den Anfängen steckte, eine stratigraphische Gliederung des oberschlesischen Karbons aufgestellt, die sich später als zutreffend und grundlegend erwiesen hat. Schon während seiner markscheiderisch-bergmännischen Tätigkeit trug er umfangreiche Unterlagen zur Klärung der Geologie des oberschlesischen Steinkohlenbeckens zusammen und erweiterte sodann von seinem oberbergamtlichen Arbeitsfeld aus die in mühseliger Kleinarbeit gewonnenen Erkenntnisse auf stratigraphischem und tektonischem Gebiet. Seine wissenschaftlichen Leistungen, in zahlreichen Veröffentlichungen niedergelegt, fanden ihre Krönung in dem 1909 erschienenen Werk „Das Oberschlesische Steinkohlenbecken“. G. galt in Bergbaukreisen als Wegbereiter der oberschlesischen Karbongeologie und deren Flözgliederung sowie -gleichstellung. Nach ihm sind in den Ostrauer Schichten des Mährisch-Ostrau-Karwiner Bergbaubezirks mehrere fossilführende Leithorizonte benannt worden.

  • Werke

    Weitere W u. a. Welchen Kohlenreichthum besitzt Oberschlesien im Liegenden d. Sattelflöze?, in: Zs. d. Ob.schles. Berg- u. Hüttenmänn. Ver. 30, 1891, S. 1-16;
    Zur Frage d. Schichten-Identificirung im Ob.schles. u. Mähr.-Ostrauer Revier I, 1891, II, 1892;
    Über Schichten-Verjüngung im Ob.schles. Steinkohlengebirge, 1892;
    Die Schatzlarer Schichten d. Ob.schles. Steinkohlenbeckens, in: Zs. f. d. Berg-, Hütten- u. Salinenwesen im Preuß. Staate 48, B, 1900, S. 71-104;
    Neues aus d. ob.schles. Steinkohlenbecken, ebd. 51, B, 1903, S. 497-519;
    Die Karwiner Schichten D. Sturs, in: Glückauf 40, 1904, S. 1265-75;
    Die Orlauer Störung im Ob.schles. Steinkohlenbecken, ebd. 43, 1907, S. 1397-1400. – Zu S Hugo: Corpus d. griech. Münzen III (Makedonien), 1906/35;
    Aufsätze in: Nomisma u. Zs. f. Numismatik;
    8 Abhh. d. Preuß. Ak. d. Wiss.

  • Literatur

    L F. Orban, in: Mitt. aus d. Markscheidewesen 1913, S. 137-40 (W);
    ders., in: 91. Jber. d. Schles. Ges. f. vaterländ. Cultur, 1913, I, Nekr., S. 15-17 (W);
    Kohle u. Erz 10, 1913, S. 1005;
    R. Michael u. W. Quitzow, Die geol. Lit. d. Prov. Schlesien u. d. Nachbargebiete, 1914;
    O. Niemczyk, in: Lex. d. Vermessungskde., 1943;
    A. Perlick, Ob.schles. Berg- u. Hüttenleute, 1953, S. 104 f., 255 (L).Zu S Hugo: A. Suhle, in: FF 24, 1948, S. 166 f.

  • Portraits

    Phot. (München, Dt. Mus., Bildarchiv).

  • Autor/in

    Oskar Niemczyk
  • Empfohlene Zitierweise

    Niemczyk, Oskar, "Gaebler, Carl" in: Neue Deutsche Biographie 6 (1964), S. 14 f. [Online-Version]; URL: https://www.deutsche-biographie.de/pnd136349773.html#ndbcontent

    CC-BY-NC-SA