Lebensdaten
erwähnt 1178, gestorben 1196
Sterbeort
Mainz
Beruf/Funktion
Bischof von Utrecht ; Graf von Holland
Konfession
katholisch
Normdaten
GND: 135953138 | OGND | VIAF
Namensvarianten
  • Balduinus II.
  • Balduin II.
  • Balduinus II.
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Zitierweise

Balduin II., Indexeintrag: Deutsche Biographie, https://www.deutsche-biographie.de/pnd135953138.html [15.12.2017].

CC0

  • Genealogie

    V Dirk VI., Graf von Holland;
    M Sophie, T des Grafen Otto I. von Rheineck;
    Gvv Floris II., Graf von Holland;
    Gmv Gertrud, T des Herzogs Dietrich I. von Oberlothringen.

  • Leben

    Balduin, bei den Zeitgenossen wegen seiner Sanftmut und Keuschheit gerühmt, war zunächst Propst von St. Marie in Utrecht und von Oldenzaal. Den Bischofsstuhl verdankt er wohl der Vermittlung seines Bruders Floris III., regierenden Grafen von Holland und Parteigänger Barbarossas. Balduin selbst erwies sich auch als staufisch gesinnt, so z. B. 1180 durch seine Teilnahme am Zuge gegen Heinrich den Löwen. Als Landesherr hatte er gegen Auflehnungen in Groningen und Drenthe zu kämpfen. Mit dem Grafen von Geldern lag er vielfach wegen der Veluwe (Verbindungsglied zum Oberstift) in Streit. Über Balduins geistliche Wirksamkeit wissen wir wenig.

  • Literatur

    ADB II;
    Th. Toeche, Kaiser Heinr. VI., = Jbb. d. dt. Reiches, 1867, S. 308, 387 f.;
    C. Pijnacker Hordijk, Lijsten d. Utrechtsche Prelaten voor 1300, in: Nederlandsch Archievenblad, Jg. 20, 1911/12, Groningen 1912, S. 47, 191, 209;
    S. Muller-A. C. Bouman, Oorkondenboek van het sticht Utrecht tot 1301, Bd. 1, Utrecht 1920, S. 446-66 u. ö.;
    P. Séjourné, Les correspondants de sainte Hildegarde à Utrecht, in: Nederlandsch archief voor kerkgeschiedenis, N. S. 16, Den Haag 1921, S. 154 ff.;
    W. R. de Jong. Geschiedenis van het bisdom Utrecht 1926, S. 39 f.;
    R. R. Post, Geschiedenis der Utrechtsche bisschopsverkiezingen tot 1535, in: Bijdragen van het instituut voor middeleeuwsohe geschiedenis d. rijksuniversiteit te Utrecht 19, Utrecht 1933, S. 26 f.;
    J. H. Gosses-N. Japikse, Handboek tot de staatkundige geschiedenis van Nederland, Den Haag 1947, S. 74 f., 76 f. u. ö.;
    Winkler Prins, Algemeene encyclopaedie, vijfde geheel nieuwe druk, Bd. 2, Amsterdam 1933, S. 525.

  • Autor

    Gisela Vollmer
  • Empfohlene Zitierweise

    Vollmer, Gisela, "Balduin II." in: Neue Deutsche Biographie 1 (1953), S. 554 [Online-Version]; URL: https://www.deutsche-biographie.de/pnd135953138.html#ndbcontent

    CC-BY-NC-SA

  • Leben

    Balduinus II. Bischof von Utrecht, 1196, Sohn Dietrichs VI., Grafen von Holland, und Bruder des Grafen Floris III. Nachdem er eine Zeit lang Propst des Capitels zu Oldenzaal gewesen war, und eine ähnliche Stelle an der St. Marienkirche in Utrecht bekleidet hatte, folgte er im J. 1178 dem verstorbenen Gottfried im Utrechter Episcopat. Seine Zeitgenossen rühmen ihn als einen sehr sanftmüthigen Mann und priesen seine Keuschheit auf eine Weise, welche die seiner geistlichen Brüder stark in Verdacht bringt. Diese Sanftmüthigkeit schloß aber bei B. den Muth nicht aus, der sein gräfliches Geschlecht kennzeichnete, und den er selbst bei der Verwaltung der weltlichen Güter des Episcopats so sehr brauchte. Fortwährend hatte er Streit zu führen, gegen die Bewohner Groningerlands und Drenthes, welche sich öfters gegen die Macht des Utrechter Bischofes auflehnten. Auch kam es zwischen ihm und dem Grafen von Gelder zu einem blutigen Zusammenstoß über den Besitz des Landstriches, die Veluve genannt. Im J. 1188 versöhnte er sich auf dem Reichstag zu Mainz, wahrscheinlich durch Vermittelung des Kaisers Friedrich I. Rothbart, mit seinem Gegner Otto von Gelder, welcher das Kreuz auf sich nehmen wollte, aber nach den Begriffen jener Zeit vorher mit seinen Feinden versöhnt sein mußte. Von B. geistlicher Wirksamkeit wird wenig erwähnt. Als er im J. 1192 zu Köln, wo er Bruno v. d. Berg ordnen sollte, den Erzbischöfen von Trier und Verdun den Vorrang abtreten mußte, zog B. sich zurück. Nachdem Otto von Gelder aus dem heiligen Lande zurückgekehrt war, erneuerte sich der Streit mit diesem. B. begab sich nach Mainz, um die Hülfe des Kaisers Heinrich VI. anzurufen, aber schon wenige Tage nach seiner Ankunft starb er. In der St. Martinskirche zu Utrecht ward er begraben.

    • Literatur

      Moll, Kerkgeschied. v. Nederl. vöor de Hervorm. II. 1. S. 100 ff.

  • Autor

    Vos.
  • Empfohlene Zitierweise

    Vos, Joachim Joseph, "Balduin II." in: Allgemeine Deutsche Biographie 2 (1875), S. 15 unter Balduinus II. [Online-Version]; URL: https://www.deutsche-biographie.de/pnd135953138.html#adbcontent

    CC-BY-NC-SA